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Indies kündigen Widerstand gegen Tencent-Einstieg bei Universal Music an

Der Impala-Dachverband der unabhängigen Musikunternehmen Europas sieht die angestrebte Übernahme von bis zu 20 Prozent der Anteile an Universal Music durch Tencent kritisch. Dieser Deal könnte massive Auswirkungen auf den Musikmarkt haben.

26.11.2019 16:00 • von
Rechnet im Falle des Universal-Tencent-Deals mit Auswirkungen auf den gesamten Musikmarkt: Helen Smith (Bild: Impala)

Der Impala-Dachverband der unabhängigen Musikunternehmen Europas sieht die angestrebte Übernahme von bis zu 20 Prozent der Anteile an Universal Music durch Tencent kritisch. Der chinesische Konzern will zehn Prozent der Vivendi-Musiktochter sofort übernehmen und sich dazu eine Option auf den Kauf weiterer zehn Prozent nach zwölf Monaten sichern. Die Universal Music Group wird dabei auf einen Marktwert von 30 Milliarden Euro taxiert. Der Deal hätte demnach ein Volumen von drei Milliarden Euro bis zu sechs Milliarden Euro.

Dieser Einstieg würde massive Auswirkungen auf den Musikmarkt haben, mahnt Impala-Geschäftsführerin Helen Smith nun aus Brüssel: "Selbst bei einer Minderheitsbeteiligung sehen wir ein besorgniserregendes Risiko für Verbraucher und Wettbewerber durch eine solche Transaktion aufgrund der Auswirkungen sowohl auf den digitalen Markt als auch auf den Musiksektor, da unabhängige Unternehmen weiter unter Druck gesetzt und auch Künstler zu den Verlierern zählen würden."

Da Universal Music das weltgrößte Musikunternehmen sei und Tencent vier der weltweit führenden Musik-Apps besitze und 90 Prozent des chinesischen Wachstumsmarkts kontrolliere, würde dieser Deal das Musikgeschäft massiv verändern.

Helen Smith ist sich deshalb sicher, dass sich diese Art einer schleichenden Einflussnahme dem regulatorischen Zugriff der Wettbewerbshüter kaum entziehen könne. Auch die gegenseitige Beteiligung zwischen Spotify und Tencent sollten die Kartellwächter in diesem Zusammenhang im Auge behalten.