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Bayerischer Popkulturpreis 2019 in München vergeben

Bei einer Feierstunde verlieh der Verband für Popkultur in Bayern (VPBy) am 20. November den Bayerischen Popkulturpreis in vier Kategorien. Im Funkhaus des Bayerischen Rundfunks gingen die Preise an Nürnberg Pop, das Münchener Projekt Concert In The Dark, das Kulturgewächshaus Birkenried und den Club Beavers Miltenberg.

21.11.2019 13:32 • von Dietmar Schwenger
Bei der Preisverleihung: Alle Preisträger, Laudatoren und Verbandsrepräsentanten, darunter Staatsminister Bernd Sibler (7. von rechts), Stephan Rusch (München Ticket, 6. von links), MdL Berthold Rüth (3. von links), und Bernd Schweinar (VPBy, 1. von rechts) (Bild: Andreas Koser, VPBy)

Bei einer Feierstunde verlieh der Verband für Popkultur in Bayern (VPBy) am 20. November 2019 den Bayerischen Popkulturpreis in vier Kategorien. Im Funkhaus des Bayerischen Rundfunks gingen die Preise an Nürnberg Pop, das Münchener Projekt Concert In The Dark, das Kulturgewächshaus Birkenried und den Club Beavers Miltenberg.

Dank der Förderung durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und von München Ticket erhielt jeder Preisträger eine Summe von 2000 Euro.

"Die Verleihung des Bayerischen Popkulturpreises 2019 führt uns die Lebendigkeit der Pop- und Rockmusik in ganz Bayern vor Augen - von Miltenberg über Nürnberg und München bis Gundelfing", betonte Bernd Sibler, Bayerns Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, in seiner Rede, nachdem Bernd Schweinar als Landesgeschäftsführer VPBy die gut besuchte Preisverleihung eröffnet hatte. "Die Preisträgerinnen und Preisträger begeistern uns mit ihren innovativen Ansätzen und kreativen Projekten. Durch ihren facettenreichen und oft auch unkonventionellen Einsatz prägen sie die bayerische Kulturszene nachhaltig", so Sibler weiter.

Der Minister betonte aber auch, dass Musik einfach Spaß mache. "Musik verbindet und bringt Menschen zusammen, die sonst nie zusammenkommen. Wenn man gemeinsam Musik macht, muss man sich einbringen, aufeinander hören und auch Zwischentöne erkennen können. Das ist der große Wert von Musik - ganz wie in der Gesellschaft".

Auch in Bayern habe sich Musik und deren mediale Verbreitung stark verändert, fügte Sibler in einer persönlichen Note an. "Während man früher allenfalls hoffen konnte, dass 'Highway To Hell' am späten Samstagabend im BR läuft, spielt heute selbst BR1 den Titel. Da ist eine Menge passiert."

Schweinar betonte in seiner Rede den gesellschaftlichen Wert von Musik jenseits von wirtschaftlichen und finanziellen Überlegungen und forderte die Politik auf, die Popförderung zu erhöhen. "Wir werden auch künftig dafür kämpfen, dass im bayerischen Haushalt mehr Mittel für die Förderung bereitgestellt werden. Denn ganz Bayern hat eine hervorragende Musikszene, die mehr Anerkennung verdient. Und gerade der Popkulturpreis zeigt, was sich auch im ländlichen Bereich tut."

In ihrer Laudatio für den Preisträger im Bereich Nachhaltigkeit, das Kulturgewächshaus Birkenried, stellte die Singer/Songwriterin Sarah Straub fest: "Seit vielen Jahren arbeitet Bernhard Eber mit unendlich viel Herzblut dafür, unserer Region kulturelle Highlights zu bieten, er ist ein unermüdlicher Kämpfer für die Kunst in all ihren Facetten. Und das Flair des Kulturgewächshauses Birkenried ist einmalig. Es ist, als betrete man eine andere Welt. Hier finden Kunst und Kultur um ihrer selbst Willen statt."

Der Puls-Musikchef Christoph Lindemann würdigte die Preisträger der Kategorie Festival des Jahres: "Das Nürnberg Pop Festival ist ein Juwel. Ich möchte nicht sagen in einer popkulturellen Wüste, weil das ist Bayern zum Glück schon lang nicht mehr, aber es ist ein Juwel in einer Region, in der es wahrlich noch immer kein Überangebot an Highlights in diesem Bereich gibt. Ich sage danke für die Gelegenheit heute euch - Tommy, Ekki und David - gratulieren zu dürfen, denn es ist fantastisch, was ihr seit 2011 in Nürnberg auf die Beine stellt. Etwas Neues zu erschaffen, wo vorher nichts war, etwas Bleibendes und Wertvolles zu etablieren, das erfordert Mut, das erfordert eine klare Vision und es erfordert ein Selbstbewusstsein, das hoffentlich in genau dem richtigen Maße zu Größenwahn tendiert."

Für den Preis an das Beavers in Miltenberg als Club des Jahres sagte der als Laudator agierende Landtagsabgeordnete Berthold Rüth: "Zu dessen Stammgästen zählen mittlerweile Besucher aus ganz Süddeutschland und Hessen, einige davon richten sogar ihre Urlaubstage nach dem dortigen Veranstaltungsprogramm aus: Der Wert, den das Beavers für die gesamte Region rund um Miltenberg, insbesondere aber für die Musik an sich hat, lässt sich daran vielleicht am besten ablesen. Das Beavers war deshalb in den vergangenen zwölf Jahren eines der wichtigsten musikalischen Aushängeschilder des Landkreises Miltenberg!"

Alessa Patzer und Vroni Valta, die im Bereich der Inklusion die Initiatoren von Concert In The Dark vorgeschlagen hatten, begründeten das Jury-Voting: "Concert In The Dark bringt auf innovative Weise Nachwuchsförderung, Popmusik und Inklusion zusammen: Das Konzert in kompletter Dunkelheit begleitet von blinden Guides bietet nicht nur Münchner Newcomeracts eine besondere Bühne, sondern auch dem Publikum eine einzigartige Erfahrung im intimen Rahmen. Als Treiber einer inklusiven Gesellschaft gelingt es den Organisatoren so, Barrieren mit Hilfe von Musik abzubauen."

Als Jury fungierten wieder zahlreiche Experten aus Musikwirtschaft und Medien sowie Landtagsabgeordnete von CSU, Bündnis 90/Die Grünen, Freie Wähler, SPD und FDP.