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Afrika-Debüt für Reeperbahn Festival International

Das Reeperbahn Festival reist im Rahmen seines internationalen Programms Ende November mit einer Delegation aus deutschen und europäischen Musikbranchenrepräsentanten erstmals nach Afrika, und zwar zur Konferenz ACCES in die ghanaische Hauptstadt Accra. Dort präsentiert das Reeperbahn-Team auch Panels sowie Showcases von Songhoy Blues und zwei weiteren Acts.

20.11.2019 17:39 • von Frank Medwedeff
Vom Reeperbahn-Team mit einem Showcase in Accra präsentiert: Songhoy Blues (Bild: Ben Vine)

Das Reeperbahn Festival gibt mit seinem International-Programm vom 28. bis 30. November 2019 in der ghanaischen Hauptstadt Accra seine Premiere auf afrikanischem Boden. Für das Reeperbahn-Team ist dies ein konsequenter Schritt, da Afrika als der am schnellsten wachsende Musikmarkt gelte und sich angesichts der zunehmenden Verbreitung von Mobiltelefonen und verbesserter Netzabdeckung immer mehr Nutzer bei Streamingdiensten anmeldeten. Auch auf dem diesjährigen Reeperbahn Festival seien so viele Künstlerinnen und Künstler aus afrikanischen Ländern wie nie zuvor vertreten gewesen. Im Rahmen der Music In Africa Conference für Kooperationen, Austausch und Showcases (ACCES) will das Reeperbahn Festival mit einer rund 30-köpfigen Delegation "aus deutschen und europäischen Musikwirtschaftenden tief in die spannende Musikszene der Hauptstadt Ghanas" eintauchen. Ziel sei, wie bei allen durch das Auswärtige Amt geförderten internationalen Aktivitäten des Reeperbahn Festivals, "der Aufbau eines nachhaltigen Netzwerks zum interkulturellen wie musikwirtschaftlichen Austausch".

Die panafrikanische Fachkonferenz für Akteure der Musikindustrie, bei der Ideen ausgetauscht, neue Talente entdeckt und Geschäftsbeziehungen geknüpft werden, findet jedes Jahr in einer anderen Stadt des Kontinents statt und zieht aktive Akteure der Musikindustrie aus aller Welt an. Sie wird von der Music In Africa Foundation, einer gemeinnützigen und panafrikanischen Organisation, in Partnerschaft und mit Unterstützung der Siemens Stiftung und des Goethe-Instituts organisiert.

Die Delegation von Reeperbahn Festival International umfasst Branchenrepräsentanten aus den Bereichen Label, Vertrieb, Verlag/Management und Live-Entertainment. Dabei sein werden unter anderem Alex Warnke (CEO P.R.O. Agency), Reeperbahn-Festival-Mitbegründer Detlef Schwarte, Joe Chialo (Senior VP A&R Universal Music Central Europe & Africa und Managing Director Airforce1), Maureen Noe (Büroleitung Musicboard Berlin), die freiberufliche Artist- und Labelmanagerin Marit Posch oder Matthias Henning (SVP International Repertoire bei BMG).

Mit einem Programm aus Panels, Receptions und kuratierten Meetings sowie Showcases der Acts Songhoy Blues (Großbritannien/Mali), Gato Preto (Deutschland/Mosambik/Ghana) und Lúcia de Carvalho (Frankreich/Angola) stellt sich das Reeperbahn Festival auf dem afrikanischen Markt vor.

Das Reeperbahn-Projekt wird durch das Auswärtige Amt gefördert. "Die internationale Vernetzung der Kreativwirtschaft durch Kooperationen und grenzüberschreitende Koproduktionen ist ein Schwerpunkt unserer internationalen Kultur- und Bildungspolitik", betont Michelle Müntefering, Staatsministerin im Auswärtigen Amt. "Denn Kreative setzen mit ihrem Innovationsgeist und ihrem Mut zur Veränderung wichtige Impulse für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Austausch mit unseren Partnern in der Welt."

Alexander Schulz, Geschäftsführer Reeperbahn Festival, erläutert: "Nach der erfolgreichen Etablierung unserer vom Auswärtigen Amt geförderten Spin Offs Reeperbahn Festival International mit Editionen in New York und Peking fällt unsere erste Zwischenbilanz äußerst positiv aus. Die Idee, deutschen und europäischen Musikwirtschaftsunternehmen und ihren Künstlerinnen einen unternehmerisch getriebenen, nachhaltigen internationalen Kulturaustausch zu ermöglichen, stößt auf große Resonanz, und die Nachfrage übersteigt die Kapazitäten des Programms bei weitem."

Schulz freue sich, "dass wir unsere Internationalisierungsstrategie jetzt mit der Entsendung einer 30-köpfigen Delegation nach Accra um eine weitere spannende Destination erweitern können. Unser Dank geht insbesondere an Staatsministerin Michelle Müntefering und Andreas Görgen, Leiter Abteilung Kultur und Kommunikation beim Auswärtigen Amt, und sein Team für die hervorragende Zusammenarbeit in 2019. Zu Beginn des kommenden Jahres komplettieren dann noch Los Angeles und Nashville den Reigen der insgesamt fünf internationalen Ausgaben des Reeperbahn Festivals. Wir hoffen, das Engagement in diesem Bereich künftig verstetigen und ausbauen zu können."

"Navigating the recording and distribution industries in a changing environment" lautet der Titel des ersten der beiden vom Reeperbahn Festival International präsentierten Panels im Konferenzprogramm am 29. November um 13:45 Uhr in der Ghana Academy of Arts & Science. Der Fokus richtet sich hier auf die Herausforderungen, mit denen Musiker und Musikwirtschaft in einer Musikwelt im konstanten Wandel umgehen müssen. Als Speaker fest stehen Ralph Boege (CEO und Gründer Paradise Entertainment & Distribution), der schon erwähnte Joe Chialo (Airforce1 Records, Universal Music), der Nigerianer Aibee Abidoye (Executive Vice President der Chocolate City Group) und Rob Cowling (General Manager der Gallo Music Group aus Südafrika).

Das zweite Panel "Fostering collaboration between African and European music markets" am 30. November um 14:30 Uhr in der Ghana Academy of Arts & Science beleuchtet den zunehmenden Wegfall geologischer Grenzen durch Technologie und richtet seinen Blick auf mögliche Synergien und Partnerschaften zwischen dem afrikanischen und europäischen Musikmarkt. Speaker sind hier Roberto Haçaturyan (Artlink, Schweiz), Trond Tornes (NoordRights, Norwegen), die deutschen Teilnehmerinnen Stefanie Schumann (Delicious Tunes) und Pamela Owusu-Brenyah (Afro x Pop) sowie Okhiogbe Omonblanks Omonhinmin aus dem Gastgeberland Ghana vom Asa Baako One Dance Music Festival.