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NRW-Wirtschaftsminister diskutierte über Sorgen und Nöte der Kreativschaffenden

Unter dem Motto "Von Musik leben - faire Erlösmodelle für Musikerinnen" luden der Landesmusikrat NRW, das Kompetenzzentrum Kreativwirtschaft Creative.NRW und das Kompetenzzentrum Kultur- & Kreativwirtschaft Düsseldorf am 12. November zu einem Fachgespräch.

19.11.2019 16:44 • von
Sprachen über faire Erlösmodelle (von links): Matthias Hornschuh (Komponist und Präsidium Landesmusikrat NRW), Komponist Anselm Kreuzer, der Wirtschafts- und Digitalminister von Nordrhein-Westfalen, Andreas Pinkwart, Dorette Gonschorek (Roof Music) und Moderator Peter Grabowski (Bild: Thomas Ahrendt)

Unter dem Motto "Von Musik leben - faire Erlösmodelle für Musikerinnen" luden der Landesmusikrat NRW, das Kompetenzzentrum Kreativwirtschaft Creative.NRW und das Kompetenzzentrum Kultur- & Kreativwirtschaft Düsseldorf am 12. November 2019 zu einem Fachgespräch. Im Gerhard-Hauptmann-Haus in Düsseldorf tauschten sich dabei rund 80 Komponisten, Musiker und Akteure der Musikwirtschaft untereinander und mit dem nordrhein-westfälischen Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart aus.

So traf der Minister bei einer von Moderator Peter Grabowski geleiteten Runde auf Fachleute wie den Komponisten und Vizepräsident des Landesmusikrats NRW, Matthias Hornschuh, den Komponisten Anselm Kreuzer und die Roof-Label-Managerin Dorette Gonschorek. Während Andreas Pinkwart hier nach Informationen der Veranstalter ein mögliches Nebeneinander von traditionellen Erlösmodellen und neuen digitalen Marktmechanismen erkannt habe, beklagten die Kreativschaffenden die mangelnden Durchsetzungsmöglichkeiten der gegenwärtigen Rechtslage und deren teilweise Missachtung, die es kaum noch möglich mache, im Markt für eine faire Beteiligung zu sorgen.

Die Podiumsrunde habe sich schließlich auf einzelne Kernsätze zur anstehenden Umsetzung der EU-Urheberrechtsrichtlinie in nationales Recht einigen können: "Wir müssen sicherstellen, dass musikalische Arbeit auch künftig noch auf professionellem Niveau möglich ist", heißt es da zum Beispiel. Daneben verweist man aber auch auf das Problem, dass Onlineplattformen bislang nicht in die Pflicht genommen würden, Erlöse in den Markt zurückzuführen. Eine "national gut umgesetzte EU-Urheberrechtslinie" müsse somit dazu führen, "dass die musikalisch Kreativen an den Erlösen zwingend teilhaben und die Nutzerinnen der Plattformen Rechtssicherheit erhalten". Und schließlich brauche man "eine Debatte darüber, dass musikalische und generell kreative Inhalte Werte darstellen, die nicht nur für die Kultur, sondern auch für die Demokratie zentral sind und auch monetär gewertschätzt werden müssen".

Impulsvorträge und Diskussionsbeiträge kamen zudem von Michael Mayer (Kompakt), vom Musiker und Songwriter Christopher Annen (AnnenMayKantereit) VUT-Justiziar Reinher Karl oder Richard Wernicke, der als Head of Content bei Deezer das nutzerbasierte Abrechnungsmodell, "User Centric Payment", vorstellte.

"Wir müssen ermöglichen, dass musikalische Arbeit - ebenso wie etwa Journalismus - auch künftig in der Gesellschaft noch auf professionellem Niveau möglich ist", lautete eine Schlussfolgerung von Matthias Hornschuh. Und Anselm Kreuzer ergänzte: "In der Tat bedeutet die Demokratisierung der Musikproduktion eine größere Unabhängigkeit von den alten Gatekeepern; doch es gibt neue, mächtigere - und die übernehmen ohne einen bindenden Rechtsrahmen keine Verantwortung für die Vergütung der genutzten Inhalte." Kreuzer leitete zudem aus dem Senderprivileg der Fernseh- und Radiosender, die bei der Verwendung von Musiktiteln nicht vorher anfragen, sondern nur hinterher an die Verwertungsgesellschaft melden müssen, die Idee eines "Nutzerprivilegs" ab, bei dem die Plattformen, analog zu den Sendern, bei der Nutzung von Inhalten schließlich eine Vergütung der hier erzielten Einnahmen zu leisten hätten.