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Pop Summit analysiert die Musikförderung

Der Bundesverband Popularmusik richtet am 21. und 22. Januar in Köln den Pop Summit 2020 aus. Damit will der BV Pop zehn Jahre nach der ersten Bundesfachkonferenz Plan Pop den Status Quo der Popmusikförderung neu bestimmen.

20.11.2019 09:15 • von Jonas Kiß
Will den Austausch zwischen Politik und Verwaltung auf der einen sowie Künstlern und Unternehmen auf der anderen Seite anschieben: Norbert Oberhaus (Bild: Martina Goyert)

Der Bundesverband Popularmusik richtet am 21. und 22. Januar in Köln den Pop Summit 2020 aus. Damit will der BV Pop zehn Jahre nach der ersten Bundesfachkonferenz Plan Pop den Status Quo der Popmusikförderung neu bestimmen.

»Es war ein Herzenswunsch, an die erste Plan-Pop-Konferenz in Warnemünde anzuschließen«, erinnert Norbert Oberhaus im Gespräch mit MusikWoche an das Jahr 2009, als sich Repräsentanten der verschiedenen Förderinstitutionen aus ganz Deutschland erstmals zu einem übergreifenden Treffen versammelten. »Das war eine sehr gute und sehr sinnvolle Konferenz.« Allerdings hätten in den vergangenen Jahren die nötigen Mittel für eine Neuauflage gefehlt. Nun aber, mit Unterstützung durch die KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH der Stadt Köln und der Initiative Musik, wird es mit dem Pop Summit 2020 eine neue Veranstaltung zum Thema Popförderung geben.

Damals in Rostock-Warnemünde waren unter Federführung der Initiative Musik rund 200 Teilnehmer dabei, einer Einladung zur zweiten Auflage von Plan Pop im Jahr 2012 folgten rund 150 Teilnehmer nach Alteglofsheim in Bayern. Im Januar 2020 rechnet Oberhaus nun zumindest mit gut 300, vielleicht sogar bis hin zu 400 Fachbesuchern. Das liege unter anderem daran, dass die Fachtagung des Projekts Pop To Go integriert werde und dass auch dezidiert Teilnehmer aus den Bereichen Politik und Verwaltung aus ganz Deutschland angesprochen werden, erläutert Oberhaus, der seit bald einem Jahr dem Vorstand der Organisation angehört.

So habe Pop To Go mit dazu beigetragen, die Mitgliederzahl und die Trägerschaft des Bundesverbands der Popmusikförderer deutlich zu verbreitern: »Im Bereich der Popförderung hat sich seit Warnemünde schließlich eine ganze Menge getan.« Das zeige sich an den in der Strukturförderung weiter gewachsenen Mitteln der Initiative Musik, aber auch an einer verbesserten Wahrnehmung der Szene: »Hier bewegt sich auch politisch sehr viel.« Vornehmliches Ziel der Veranstaltung soll nun der Aufbau eines länderübergreifenden Netzwerks und die Intensivierung des Erfahrungsaustauschs zwischen Politik und Verwaltung auf der einen sowie Künstlern und Unternehmen auf der anderen Seite sein, heißt es beim BV Pop.

Es geht dabei auch um die Bedeutung der Popmusik als Wirtschafts- und als Standortfaktor. Der Termin im Januar sei überdies eine gute Gelegenheit, »Impulse ins Jahr hinein« zu setzen, findet Oberhaus. Zudem vermeide man Kollisionen mit anderen Branchenevents. Als Austragungsort dienen die Räume der Kölner IHK. Das Gebäude, aus früheren Jahren vom Kongress der c/o pop bekannt, wird nun doch nicht umgebaut. »Die IHK ist durch die Nähe zum Hauptbahnhof gut erreichbar und bietet hervorragende Möglichkeiten für ein mehrsträngiges Programm samt Workshops und Networking«, sagt Oberhaus.

PROGRAMM MIT DREI SCHWERPUNKTTHEMEN

Die Organisatoren gehen bereits davon aus, dass die Stadt Köln auch im Kongressprogramm hochkarätig vertreten sein wird. Aber auch der Vorstand des BV Pop, Partner wie der VUT, die LiveKomm oder die Initiative Musik dürften Präsenz zeigen, ebenso wie die Music Women Germany und MusicTech Germany. In Hinblick auf die Programmgestaltung sei die entscheidende Frage, wie sich der Markt in den vergangenen zehn Jahren verändert habe, kreist Ralph Christoph, der die Programmleitung für den Pop Summit übernommen hat, die drei Themenschwerpunkte ein. »Dazu gehört erstens die Transformation des gesamten Markts im Zuge der Digitalisierung, auch im Livegeschäft, zweitens wie sich das alles auf Fragen der Förderung auswirkt und wie die Instrumente der Förderung neu justiert werden können sowie drittens was das für die Institutionen selbst bedeutet.«

Zunächst gehe es um eine Bestandsaufnahme: »Wir wollen uns aber nicht zu lang in der Vergangenheit aufhalten, sondern nach vorn schauen und Modelle und Tools entwickeln, mit denen sich der Transformationsprozess in den Griff bekommen lässt, um den Blick darüber hinaus richten zu können.« Dazu kündigt Ralph Christoph Impulsvorträge und sogenannte Landscape Talks auf Expertenebene in den verschiedenen Themenblöcken an. Daran sollen sich Diskussionsrunden anschließen, die die jeweiligen Fragestellungen vertiefen und schließlich Handlungsempfehlungen entwickeln. Damit wolle man neben den Popförderern auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene auch all deren Partner im Bereich der Verwaltung erreichen, die bei Städten, Kommunen und Ländern für Förderthemen zuständig sind - »und natürlich die Politik«. Darüber hinaus wolle man auch Veränderungen im internationalen Bereich beleuchten: »Denn hier sieht man vermutlich am deutlichsten, was in den vergangenen zehn Jahren alles passiert ist.« Schließlich gebe es inzwischen allein in Europa 24 Musikexportbüros, während es vor zehn Jahren nur rund zehn gewesen seien.