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Podimo verärgert beim Start tausende deutsche Podcaster

Die Podcast-Plattform Podimo, die sich selbst als "Netflix für Podcasts" bezeichnet, startete am 12. November in Deutschland. Nun sorgt Podimo allerdings für Unmut, da es ungefragt tausende von deutschen Podcasts in das Verzeichnis aufgenommen hat.

15.11.2019 15:44 • von Jonas Kiß
Preist sich als faire Plattform, stimmt sich aber nicht mit den Urhebern ab: Podimo (Bild: Screenshot, podimo.com)

Mit sechs Millionen Euro Startkapital hat das dänische Start-up Podimo eine Podcast-App gestartet, die sich selbst als "Netflix für Podcasts" bezeichnet, und am 12. November 2019 in Deutschland ans Netz ging.

Podimo bietet seine App als bezahlbares Abo-Modell für 4,99 Euro im Monat und als werbefinazierten freien Zugang an. Dabei lockt das dänische Start-up die Nutzer mit exklusiv produzierten Inhalten. Um das Angebot aufzubohren gibt es bei Podimo auch nicht-exklusive Inhalte.

Nun sorgte Podimo für Unmut, da es ungefragt tausende von deutschen Podcasts zu seinem Katalog hinzugefügt hat. Diese kostenlosen Podcasts hat die dänische Firma über sogenannte Webcrawler aus allen Ecken des Internets gesammelt. Als Antwort auf die Kritik verwies die Audio-Plattform darauf, dass man die Produzenten per E-Mail im Vorfeld informiert habe und ihnen die Option gab, sich über das sogenannte Opt-out-Verfahren abmelden zu können, wenn man die Inhalte nicht auf Podimo bereitstellen wolle. Diese E-Mails erreichten aber anscheinend nur einige wenige Podcaster, so dass tausende nun ungefragt bei Podimo aufgenommen wurden.

Laut einer Einschätzung von Rechtsanwalt Stephan Dirks sei das Einbetten der Podcasts ins Podimo-Angebot nach einem EuGH-Urteil von 2018 "eine eigenständige - erlaubnispflichtige - öffentliche Zugänglichmachung", wie er auf seinem Blog schreibt. "Die Urheber müssen gefragt werden und sie müssten zustimmen, sonst die Sache rechtswidrig", so Dirks.

Das Unternehmen wirbt auf der eigenen Homepage damit, die Podcast-Produzenten an den Erlösen zu beteiligen. Wenn sie die Inhalte exklusiv für den Dienst zur Verfügung stellen, sollen 50 Prozent der Umsätze an die Produzenten fließen. Podcast-Macher, die über ihren eigenen und andere Kanäle senden, will Podimo zwar auch zu 20 Prozent an den Gewinnen beteiligen, allerdings zahlt die Plattform nur aus, wenn sich die Podcaster bei Podimo melden und die Gewinne einfordern.