Unternehmen

Daniel Ek glaubt nicht an exklusive Musikinhalte bei Spotify

In einem seiner seltenen Interviews nannte Spotify-CEO Daniel Ek kürzlich drei Gründe, warum Spotify nicht anstrebt, exklusive Inhalte auf dem Streamingdienst anzubieten.

13.11.2019 14:53 • von Jonas Kiß
Gab Einblicke in die Strategie von Spotify: Daniel Ek, hier beim Investor Day 2018 (Bild: Spotify)

In einem seiner seltenen Interviews wurde Spotify-CEO Daniel Ek kürzlich von Patrick O'Shaughnessy in dessen Podcast Invest Like The Best befragt.

Dabei sprach Ek unter anderem über seine Geschäftsphilosophie und die Zukunftsstrategie des Streamingdiensts. "Spotify ist heute ein Unternehmen mit 5000 Mitarbeitern, das jedes Jahr viele Milliarden Dollar macht, und wenn wir diese Wachstumsrate beibehalten wollen, müssten wir jedes Jahr ein oder zwei Milliarden neue Dollar an Einnahmen finden", sagt Ek.

Außerdem nennt Ek in dem Interview drei Gründe, warum Spotify keine exklusiven Content Deals in der Musik anstrebt, wie es etwa Netflix und andere Streamingplattformen im Film- und Serienbereich machen. "Wir glauben nicht, dass es in der Musik eine tragfähige Strategie ist, Original-Inhalte anzubieten oder unser eigenes Label zu sein", erklärt Ek.

Als Hauptgrund führt Ek an, dass es für die Künstler keinen Sinn ergeben würde. Denn der überwiegende Teil des Einkommens der heutigen Künstler stamme aus Tourneen und mache etwa 80 Prozent aus, wie Ek es formuliert: "Wenn das dein Geschäft ist, dann ist es deine Kernaufgabe, deine Musik so weit wie möglich zu verbreiten, um neue Fans zu erschaffen, die kommen wollen, um deine Shows zu sehen."

Der zweite Grund sei, dass es durch die Art und Weise, wie Urheberrechtsgesetze aufgebaut seien, viele Player wie Radiosender und andere Plattformen gebe, die nicht jeden musikalischen Inhalt lizenzieren müssten. "Sie können sich auf diese gesetzlichen Lizenzen verlassen und nutzen daher Inhalte. Selbst wenn wir also exklusiven Content haben wollten, könnten wir Radiosendern oder sogar YouTube nicht verbieten, dieselben Inhalte anzubieten." Deswegen sei der Wert der Exklusivität in der Musik laut Ek "einfach nicht sehr hoch".

"Drittens würden wir mit unseren Lieferanten konkurrieren, was ich im Allgemeinen nicht für eine gute Idee halte", so Ek weiter.