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Most Wanted: Music setzte Fokus auf Diversität und Nachhaltigkeit

Auf der Konferenz Most Wanted: Music (MW: M), die am 6. und 7. November in der Alten Münze in Berlin stattfand, freut man sich, das von der Keychange Initiative formulierte Ziel des Gender-Gleichgewichts als eine der ersten Musikkonferenzen bereits 2019 erreicht zu haben.

11.11.2019 16:59 • von Jonas Kiß
Gründete die nationale Dachorganisation Music Women Germany: Andrea Rothaug (Bild: Dan Taylor)

Auf der Konferenz Most Wanted: Music (MW: M), die am 6. und 7. November 2019 in der Alten Münze in Berlin stattfand, freut man sich, das von der Keychange Initiative formulierte Ziel des Gender-Gleichgewichts als eine der ersten Musikkonferenzen bereits 2019 erreicht zu haben.

Die PRS Foundation als Ableger der britischen Verwertungsgesellschaft PRS For Music hatte das Projekt "Keychange - Women In Music" 2017 ins Leben gerufen. Bei der sogenannten "Keychange 50/50 Pledge" verpflichteten sich die jeweiligen Unterzeichner, bis 2022 ausgeglichene Line-ups zum Beispiel auf ihren Festivals zu schaffen.

"Wir haben in diesem Jahr zum ersten Mal ein ausgewogenes 50:50 Geschlechterverhältnis herstellen können und das sowohl unter den Speakern als auch unter den Moderatoren und Live-Acts", erklärt Olaf Kretschmar, Vorstandsvorsitzender der ausrichtenden Berlin Music Commission. Dadurch habe man "die fachliche und die kommunikative Qualität der Angebote" erhöhen können. "Als stolzes Mitglied der Keychange Initiative freuen wir uns, dieses Ziel bereits vor 2022 erreicht zu haben!", so Kretschmar weiter.

Andrea Rothaug, Geschäftsführerin von RockCity Hamburg, präsentierte in Berlin den kürzlich gegründeten, nationalen Dachverband Music Women Germany. Der Verband hält unter anderem eine große Datenbank bereit, über die sich Frauen in der Musikindustrie verknüpfen können. "Durch die Datenbank erhöhen wir die Sichtbarkeit von Talenten und schaffen Jobangebote. Damit widersprechen wir der These, es gäbe nicht genug qualifizierte Frauen in der Musikindustrie", sagte Rothaug.

Neben Diversität lag der Fokus bei MW:M auf Nachhaltigkeit und Technologien wie Augmented Reality im Live-Entertainment. Daneben spielten aber auch neue Wege der Monetarisierung von Musik oder soziale Auswirkungen von Musik auf die Gesellschaft eine Rolle bei den insgesamt mehr als 70 Sessions mit 140 nationalen und internationalen Sprechern.

So diskutierten bei MW:M verschiedene Initiativen in mehreren Gesprächsrunden darüber, wie man das Engagement für Nachhaltigkeit über Ländergrenzen hinweg bündeln und Synergien schaffen könne, denn das Thema sei für die Musikbranche von einschlägiger Bedeutung: "Tourneen machen 10 bis 20 Prozent der gesamten durch die Musikindustrie verursachten Treibhausgasemissionen aus", bilanzierte die französische Alliance des Managers d'Artistes (AMA).

Laut Rüdiger Kruse, CDU-Politiker und Mitglied des Deutschen Bundestages, habe die Konferenz in diesem Jahr mit dem Themenschwerpunkt Nachhaltigkeit "eines der relevantesten Themen unserer Zeit" aufgegriffen: "Das Thema betrifft die Musikbranche unter anderem in Bezug auf Mobilität oder bei der Realisierung von Veranstaltungen."

Unter dem Motto MW:M Live feierte am ersten Konferenzabend außerdem das eigene Showcase von MW:M seine Premiere im Berliner House Of Music. Für Stephan Hengst, Director MW:M, war die Erstausgabe ein voller Erfolg: "Auf insgesamt sechs Bühnen haben sich zwanzig Künstler einem B2B-Publikum präsentiert. Damit wollen wir nicht nur ausgewählte Talente und deren Geschäftspartnern direkt beim Karriereaufbau unterstützen, sondern auch der Livemusik-Branche eine größere Plattform im Rahmen von MW:M geben", betonte Hengst.

Für Matthias Jung, Head of Content MW:M, hat sich die Veranstaltung mittlerweile zur wichtigsten MusicTech-Konferenz in Deutschland entwickelt und sei zudem einzigartig an der Schnittstelle zwischen Technologie und klassischer Musikwirtschaft: "Unsere Themen reichen von Augmented Reality im Livemusik-Sektor, Plattformen zur Monetarisierung von Musik über Live-Streaming und KI & Kreativität bis hin zu den sozialen Auswirkungen von Musik auf unsere Gesellschaft. MW:M ist genau so vielfältig wie die Musikbranche selbst."