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Charts KW 46: Raf Camora siegt mit Abschiedsalbum

Raf Camora hievt mit dem als letztes Soloalbum unter diesem Künstlernamen angekündigten Werk "Zenit" insgesamt den fünften Longplayer in seiner Karriere auf den Gipfel der Top 100 Longplay. Mit Kerstin Ott und dem Schweizer Künstler Faber schaffen es weitere Neueinsteiger in die Medaillenränge. Bei den Singles hat erneut Tones And I mit "Dance Monkey" die Nase vorn.

08.11.2019 16:05 • von Frank Medwedeff
Trophäensammler: Raf Camora mit seinen Nummer eins Awards (Bild: Indipendenza Records)

Auf dem "Zenit" kann Raphael Ragucci seine beeindruckende Karriere als Rapper Raf Camora ausklingen lassen: Sein als letztes Soloalbum angekündigtes Werk landet jedenfalls in den Top 100 Longplay der Offiziellen Deutschen Charts sofort auf dem Gipfel. Es ist hier das fünfte Nummer-eins-Album für den Österreicher, der dafür schon den obligatorischen #1 Award erhalten hat. Zuvor triumphierte er mit seinen Soloalben Hoch 2" (2013) (damals noch als Raf 3.0) und Anthrazit" (2017) sowie jeweils zusammen mit Bonez MC von der 187 Strassenbande mit Palmen aus Plastik" (2016) und Palmen aus Plastik 2" (2018).

Ronny Boldt, Geschäftsführer von Indipendenza Records, dem vom Künstler selbst aus der Taufe gehobenem Label, zeigt sich "unglaublich dankbar für die Zusammenarbeit mit Raf in den letzten Jahren".

"Die vielen Rekorde, über 50 Gold- und Platin-Awards, ein Diamant-Award und ausverkaufte Arenen sind nur ein Teil seiner Erfolge und Verdienste - und unterstreichen die absolute Ausnahmestellung für ihn als Künstler", so Boldt weiter. "Er hat ein ganzes Genre geprägt und ihm seinen Stempel aufgedrückt. Ich möchte mich auch bei unseren langjährigen Vertriebspartnern von Groove Attack für die tolle Vertriebsarbeit und das Vertrauen bedanken. Frank Stratmann und sein Team stehen uns seit Jahren mit Rat und Tat zur Seite."

Auch die weiteren Podestplätze schnappen sich Neueinsteiger: Kerstin Ott kommt mit "Ich muss dir was sagen" an zweiter Position an, und einen Karrieresprung macht der Schweizer Sänger und Songschreiber Faber als Dritter des Tableaus, dessen neueste Liedersammlung folgerichtig den Titel "I Fucking Love My Life" trägt.

Es folgen die Tabellenführer der letzten beiden Wochen mit ihren Akustik-Livesets: Während sich Santianos MTV Unplugged" von fünf auf vier leicht verbessert, rutschen Die Toten Hosen mit Alles ohne Strom" von eins auf fünf.

Apache 207 geht mit seiner EP Platte" um zwei Rangstufen nach unten auf die Sechs. Die Top 10 vollzählig machen die Kelly Family und ihr Album 25 years Later"(von zwei auf sieben), Sarah Connors Herz Kraft Werke" (rauf von zehn auf acht), Andrea Berg als Aufsteigerin der Woche mit Mosaik" (von 99 auf neun) sowie Matthias Reims MR20" (von drei auf zehn).

Wie GfK Entertainment hervorhebt, belegen Künstlerinnen und Künstler, die in Florian Silbereisens ARD-Show "Schlagerboom" am 2. November aufgetreten sind, zusammen nicht weniger als acht Positionen in den Top 20. Neben den angesprochenen Acts Kerstin Ott, Santiano, The Kelly Family, Andrea Berg und Matthias Reim sind dies Howard Carpendale mit Symphonie meines Lebens" auf der 13, Giovanni Zarrella und La Vita È Bella" (hoch von 31 auf 18) sowie Roland Kaiser als Wiedereinsteiger mit Alles oder dich" auf 20.

Zürück zu den Neuzugängen: Bob Dylan läuft mit "Travelin' Thru", der 15. Ausgabe der "Bootleg Series" mit Aufnahmen aus den Jahren 1967 bis 1969, auf Rang elf ein. In seinem Windschatten gelangt die HipHop-Clique 102 Boyz aus Leer in Ostfriesland mit "Asozial Allstars 3" von null auf zwölf. Geschlossen auf den Plätzen 14 bis 16 finden sich die Alben "From Out Of Nowhere" von Jeff Lynne's ELO, "Classical 90s Dance 3" von Alex Christensen mit The Berlin Orchestra sowie "Rehab" von Eskimo Callboy, der Metalcore-Combo aus Castrop-Rauxel.

Die alte Zauberformel "Abrakadabra" bringt die 257ers immerhin aus dem Stand auf Platz 19. Der englische Soulsänger Michael Kiwanuka, dessen neues Album schlicht "Kiwanuka" heißt, sortiert sich auf Rang 23 ein - unmittelbar vor Blutengel und deren Veröffentlichung "Damokles".

Universal Music bleibt die marktführende Vertriebsfirma zu den Longplay-Charts mit einem Anteil von 42,5 Prozent. Vor allem dank Raf Camora bringt es Believe/GoodToGo mit 26,9 Prozent auf Rang zwei der Wochenwertung und damit vor die Majors Sony Music (18,2 Prozent) und Warner Music (11,7 Prozent). An fünfter Stelle findet sich Kontor/Edel (0,3 Prozent).

Die insgesamt fünfte Woche auf dem Platz an der Sonne in den Top 100 Singles verbringt Tones And I mit Dance Monkey". Ebenfalls wie gehabt behält Apache 207 zwei Podestpositionen simultan: Sein Roller" parkt auf Rang zwei, Wieso tust du dir das an?" verweilt auf drei.

Deutschrap-Genrekollege Nimo bringt sein "Karma" unterdessen als höchster Neuankömmling der Woche auf Rang vier. Nicht vom Fleck rühren sich Capital, Bra, Samra und Lea, deren Kollaboration 110" weiterhin die fünfte Stelle einnimmt.

Nur noch zwei weitere erstmals gelistete Titel finden sich in den Top 20, und zwar "Unnormal" von Raf Camora & Bonez MC auf dem 13. Platz und direkt dahinter "1000 Hits", ein gemeinsamer Track von Jamule und Cro.

Universal Music hat auch hier mit 40,1 Prozent Marktanteil das Kommando in der Distributorenrangliste. Sony Music kommt auf 32,8 Prozent, und es schließen sich dann Warner Music (15,2 Prozent), Believe/GoodToGo (10,3 Prozent) sowie Kontor/Edel (1,5 Prozent) an.

An den Bravo Hits 107" kommt immer noch niemand in den Top 30 Compilations vorbei. Karneval der Stars 49" hält sich an zweiter Position. Als höchster Neuzugang von sich reden macht die Zusammenstellung "Schlager 2019 - Die Hits des Jahres" auf Treppchenplatz drei. Sofort nach der ersten Woche auf dem Markt entern auch noch "Toggo Music 53" (Platz acht) und die "RTL Hits 2019" (zehn) die Top 10.

Sony Music liegt hier im Vertriebsfirmenvergleich mit 35,8 Prozent Marktanteil vorn. Warner Music erreicht 26,1 Prozent und Universal Music 23,1 Prozent. Dahinter rangieren Pavement Records (7,2 Prozent) und Kontor/Edel (4,9 Prozent).