Unternehmen

Avos Logistics stellt Insolvenzantrag

Zwei Jahre nach der Übernahme der einstigen Cinram durch Avos steckt der Logistikdienstleister aus Alsdorf erneut in finanziellen Schwierigkeiten. Am 6. November stellte das Unternehmen einen Insolvenzantrag.

07.11.2019 16:58 • von
Logistik- und Distributionsspezialist in Schwierigkeiten: Zwei Jahre nach der Übernahme der früheren Cinram hat Avos Logistics beim Amtsgericht Aachen einen Insolvenzantrag eingereicht (Bild: avos.eu, Screenshot)

Zwei Jahre nach der Übernahme der einstigen Cinram durch Avos steckt der Logistikdienstleister aus Alsdorf erneut in finanziellen Schwierigkeiten. Am 6. November stellte das durch die Geschäftsführer Oktay Sahin und Hern Roger Hermann vertretene Avos Logistics GmbH einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Aachen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Claus-Peter Kruth bestellt.

Kurz zuvor, am 29. Oktober, hatte mit der Avos Print GmbH bereits die einstige Cinram-Druckerei ebenfalls einen Insolvenzantrag eingereicht. Hier fungiert Rechtsanwalt Martin Dreschers als vorläufiger Insolvenzverwalter.

Erst im Herbst 2017 hatte das Bielefelder Logistikunternehmen AVOS Teile der insolventen Cinram GmbH übernommen.

Probleme des Unternehmens hatten sich zuletzt bereits abgezeichnet. So berichtet die "Aachener Zeitung" von teils lang ausstehenden Gehaltszahlungen.

Die Insolvenz hat auch Auswirkungen aufs physische Musikgeschäft: GoodToGo informierte seine Handelspartner bereits über den Insolvenzantrag des Logistikdienstleisters und bittet um Verständnis, dass es "in den nächsten Wochen zu Verzögerungen bei der Auslieferung und Retourenbearbeitung kommen" könne. Man arbeite "mit vereinten Kräften daran, die Lage bei Avos zu stabilisieren und die Warenversorgung sicher zu stellen".

Auch SPV und Tonpool Medien zählen zu den Kunden von Avos.

Update, 8. November, 12.00 Uhr: Auf Nachfrage erfuhr MusikWoche inzwischen von Thomas Feldmann als Sprecher der Kanzlei des Insolvenzverwalters, dass der Betrieb bei Avos Logistics vorläufig fortgeführt werden soll. 140 Mitarbeiter seien betroffen.

Text: Knut Schlinger