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GVL ließ 60 Jahre Revue passieren

Zusammen mit Wegbegleitern und Partnern feierte die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) kürzlich ihren 60. Geburtstag.

11.11.2019 10:35 • von Jonas Kiß
Trafen sich im Haus Ungarn (von links): Guido Evers (GVL), Leslie Malton (BFFS), Rolf Dünnwald (ehemals GVL), Florian Drücke (BVMI), Tilo Gerlach (GVL) und Gerald Mertens (DOV) (Bild: GVL)

Zusammen mit Wegbegleitern und Partnern feierte die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) am 24. Oktober ihren 60. Geburtstag.

Bei der Veranstaltung im Haus Ungarn am Berliner Alexanderplatz blickten die Gäste auf die Geschichte der Verwertung von Leistungsschutzrechten in Deutschland in den vergangenen sechs Jahrzehnten zurück. In der Zeit der Gründung 1959 sei das Joint Venture GVL eine weitsichtige Pioniertat gewesen, wie Guido Evers, Geschäftsführer der GVL über die Anfangsjahre berichtet. »Denn erst 1965 konnten die sogenannten verwandten Schutzrechte endlich gesetzlich verankert werden«, so Evers weiter. Drei Jahre später fand dann die erste Berechtigtenversammlung der GVL statt. Und in den 1970er Jahren stiegen die Einnahmen der Verwertungsgesellschaft im Bereich Öffentliche Wiedergabe durch die Disco-Bewegung weiter an. Laut Evers habe sich die Welt in den vergangenen 60 Jahren gewaltig verändert: »Politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich - nicht zuletzt auch technologisch. Statt Schallplatte, Tonband und Kassettenrecorder dominieren heute Smartphone und Streaming die Musiknutzung.«

Auch die GVL habe sich den Veränderungen angepasst und Tilo Gerlach, Geschäftsführer der GVL, betonte: »Wir nehmen die Herausforderungen der Digitalisierung an und sind auf gutem Weg, um diese zu bewältigen - auch wenn sie langwieriger und komplexer sind, als wir es zunächst erwartet haben. IT-Expertise wird immer stärker für die GVL zum unternehmerischen Erfolgsfaktor. Wir haben gelernt, flexibel auf die sich ändernden Anforderungen zu reagieren und externe Impulse aufzunehmen.« Bereits vor 30 Jahren rief die GVL übrigens eine IT-Abteilung ins Leben. Seit dem hat sich durch die Digitalisierung und Globalisierung einiges gewandelt. Deshalb wies Ansgar Heveling, CDU-Politiker und Mitglied des Bundestags, in seiner Begrüßungsrede auf die Bedeutung der Verwertungsgesellschaften in der heutigen Zeit hin: »Bei solchen in aller Welt verstreuten Ansprüchen sind Verwertungsgesellschaften Schnittstellen für eine effektive Rechtewahrnehmung. Weder für die Seite der Rechteinhaber noch für die Seite der Nutzer ist es kaum je praktikabel, Rechte en masse individuell wahrzunehmen«, sagt Heveling als Vertreter der Politik an diesem Abend.

Zu den Gesellschaftern der GVL gehören die Deutsche Orchestervereinigung (DOV), der Bundesverband Schauspiel (BFFS) und der Bundesverband Musikindustrie (BVMI). Auch die drei Gesellschaftervertreter steuerten Grußworte an dem Jubiläumsabend bei. Von Musikmachen als einem »arbeitsteiligen Prozess« sprach Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender Chairman & CEO beim BVMI: »Wir sehen auch heute, dass der Kern professioneller Musikerkarrieren die enge Verbindung zwischen Künstlerinnen und Künstlern und ihren Partnern, den Labels, ist; hier kommt das breite Angebotsportfolio unserer Mitgliedsfirmen zum Tragen.« Laut Drücke sei die gemeinsame Lebensader neben dem kreativen Austausch die Lizenzierung und Monetarisierung von Inhalten. »Auch an dieser Stelle sind verlässliche Partnerschaften entscheidend, und hier kommt die GVL ins Spiel. Sie trägt wesentlich dazu bei, Kreativen und Labels regelmäßige Einkünfte zu sichern und den Wert, in unserem Fall der Musik, hochzuhalten und zu realisieren. Die GVL ist also ein wichtiger Partner im Branchenkosmos«, so Drücke.

AUCH SCHAUSPIELER ZÄHLEN AUF DIE GVL

Tatsächlich erzielte die GVL in den letzten Jahren die höchsten Einnahmen in ihrer Geschichte. 2017 wuchsen die Erlöse der GVL auf 310 Millionen Euro. Im gleichen Jahr zählte die Gesellschaft mehr als 154.000 Berechtigte. Seit dem 6. August 2019 ist nun auch der Bundesverband Schauspiel Mitgesellschafter der GVL. Leslie Malton, Vorsitzende des BFFS, erklärte in ihren Grußworten, dass »dieser jungen Zeit des gesellschaftlichen Miteinanders viele Jahre einer intensiven und vertrauensvollen Zusammenarbeit« vorausgingen, »so dass sich der Einstieg des BFFS als Gesellschafter in die GVL letztlich als logische Konsequenz geradezu aufdrängte«. Die GVL spiele seit 60 Jahren auch für tausende Schauspieler eine wichtige Rolle in der Rechtewahrnehmung und Vergütung und Malton selbst erhalte bereits seit vierzig Jahren Zahlungen von der GVL. Für das musikalische Programm sorgten die Violinistin Katharina Garrard und die LED-Artisten Loooop. Unter dem Namen »The Voice of Violine« setzten sie eigene Kompositionen und moderne Bearbeitungen klassischer Meisterwerke in in eine farbige Bildwelt um.