Medien

Söder: "Wir brauchen digitales Airbus-Projekt"

Auf den 33. Medientagen in München denkt der bayerische Ministerpräsident Markus Söder laut über ein digitales Airbus-Projekt für Europa nach. So sei den amerikanischen Medienunternehmen im Internet beizukommen. Gerade auch politisch sieht er auf diesem Sektor Nachholbedarf in Deutschland.

23.10.2019 15:11 • von
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder bei der Eröffnung der Medientage München 2019 (Bild: Medientage München)

"Die Zukunft unserer Volkswirtschaften wird über die Technologie entschieden. Wer da gewinnen will, muss sich mutig einbringen. Wir sollten nicht nur Produkte und Technologie von anderen übernehmen, sondern selber einbringen." Das sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder bei seiner Ansprache zur Eröffnung der Medientage München am Mittwoch. In seiner Rede fokussierte er sich thematisch auf die amerikanische Infrastruktur im Internet und betonte, dass dem Europa etwas entgegensetzen muss.

"Wir müssen überlegen, wie wir ein digitales Airbus-Projekt in Europa auf den Weg bringen", sagte Söder. "Wenn sich das nicht ändert, bleiben wir eine digitale Kolonie. Dann können wir nur konsumieren", betonte er im Bezug auf die digitale Übermacht von Medienunternehmen wie Facebook, Google und Co.

"Von den zehn größten Medienunternehmen sind acht aus den USA - eines ist aus Europa", sagte Söder, der dafür auch "diese unendliche Staatsvertragsmäanderei" verantwortlich machte. "Wir kommen schon voran, aber die anderen gehen viel schneller voran. Die Substanz unseres Landes ist da, die Medienmacher und die Ideen sind da", sagte er. "Aber bis wir ein Spiel anpfeifen, haben die anderen schon drei Ligen durchgespielt."

Für Söder gebe es in diesem Fall keine andere Alternative, als nach vorne zu gehen. "Wenn eine Welle da ist, muss man sie reiten und nicht warten, bis andere das tun", sagte er und betonte, dass er heutzutage alle seine Zeitungen über das iPad liest. Der Ministerpräsident zeigte sich auch als großer Fan von Streaming-Plattformen. "Ich bin ein eifriger Nutzer von Netflix. Ich kann mir Inhalte aussuchen, stoppen und wieder anfangen", sagte er. Im Vergleich dazu stelle er gelegentlich beim Durchzappen von 40 linearen Programmen fest, unglücklich zurückzubleiben.

Söder lobte die Eigenschaft der Streaming-Dienste, ihm Film- und Serienempfehlungen auf der Basis seiner bisherigen Auswahl vorzuschlagen. Bei Smart-TVs seien heute immer bereits Amazon und Netflix im Angebot. "Wir müssen diese Wieder- und Auffindbarkeit unserer Programme auch schaffen", sagte er, der sich ausdrücklich zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk bekannte. "Ohne den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wäre unser Land und unsere Medienwelt ärmer."

Die 33. Medientage München finden vom 23. bis 25. Oktober statt.