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Universal Music knackt in neun Monaten Umsatzmarke von fünf Milliarden Euro

Die Universal Music Group konnte ihre Umsätze von Anfang Januar bis Ende September im prozentual zweistelligen Bereich steigern. Der Vivendi-Mutterkonzern rechnet zudem "in den kommenden Wochen" mit Fortschritten beim Verkauf eines Anteils an Tencent, und berichtet von Gesprächen mit weiteren Interessenten.

18.10.2019 13:38 • von
Breite Erfolgsbasis: die Vivendi-Bilanz verweist bei Universal Music nach neun Monaten auf Zuwächse im Streaming, im physischen Bereich, im Publishing und im Geschäft mit Fanartikeln (Bild: Vivendi-Präsentation, Screenshot)

Die Universal Music Group konnte ihre Umsätze von Anfang Januar bis Ende September 2019 im prozentual zweistelligen Bereich steigern. Unternehmensweit verbuchte die Musiktochter des Vivendi-Konzerns Einnahmen in Höhe von 5,058 Milliarden Euro. Das bedeutet ein Plus von 22,7 Prozent. Rechnet man Wechselkursschwankungen und Effekte wie durch die Übernahme der noch verbliebenen Anteile an Ingrooves heraus, lagen die Zuwächse immer noch bei 17,5 Prozent.

Die Umsätze der Plattenfirmensparte im Bereich Recorded Music legten in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres währungsbereinigt um 15,6 Prozent zu. Allein die Streamingeinnahmen wuchsen um 23,4 Prozent, Aber auch bei den Einnahmen aus dem Verkauf von physischen Tonträgern ging es um 14,9 Prozent aufwärts. Das konnte ein 20-prozentiges Umsatzminus beim Downloadverkauf mehr als ausgleichen. Zu den Bestsellern im Bereich Recorded zählen 2019er-VÖs von Billie Eilish, Ariana Grande, Taylor Swift, Post Malone oder der japanischen Band King & Prince, aber auch der bereits zuvor erhältliche "A Star Is Born"-Soundtrack und verschiedene Queen-Titel.

Der Musikverlagsarm Universal Music Publishing fuhr in den ersten neun Monaten ein währungsbereinigtes Umsatzplus in Höhe von 9,7 Prozent ein.

Im Bereich Merchandising & Other verbuchte Universal Music dank weiterhin starker Tournee-Aktivitäten und Zuwächsen im D2C-Direktkundengeschäft ein deutliches Umsatzplus von 82,4 Prozent.

Fürs laufende vierte Quartal streicht Vivendi in der Quartalsbilanz anstehende Schwerpunkte von Acts auf einer Spannbreite von Andre Rieu und Andrea Bocelli über Kanye West und Lady Antebellum oder den "Frozen 2"-Soundtrack bis hin zum neuen Album von Lindemann heraus, dem Projekt von Rammstein-Sänger Till Lindemann mit Peter Tägtgren.

Abseits der Zahlen gab der Vivendi-Mutterkonzern aber auch einen kleinen Einblick in den laufenden Verkauf von Anteilen an Universal Music: So laufe in Sachen Tencent derzeit noch der Due-Diligence-Buchprüfungsprozess. Mit einem Abschluss des Deals mit dem chinesischen Konzern sei "in den kommenden Wochen" zu rechnen, heißt es aus Paris.

Zudem berichtet Vivendi von Gesprächen mit weiteren potenziellen Partnern, die Interesse an der Übernahme weiterer Minderheitsanteile an Universal Music in vergleichbarer Höhe und auf demselben Preisniveau wie Tencent gezeigt hätten.

Tencent will zehn Prozent des Musikunternehmens sofort übernehmen und sich dazu eine Option auf den Kauf weiterer zehn Prozent nach zwölf Monaten sichern. Die Universal Music Group wird dabei auf einen Marktwert von 30 Milliarden Euro taxiert. Der Deal hätte demnach ein Volumen von drei Milliarden Euro bis zu sechs Milliarden Euro.

Text: Knut Schlinger