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Deutscher Musikmarkt steuert auf 100 Milliarden Audiostreams zu

Nach neun Monaten scheint die Tendenz im Geschäft mit Recorded Music weiterhin freundlich: In Großbritannien erreicht die Zahl der im bisherigen Jahresverlauf abgerufenen Musikstreams schon fast das Niveau des Gesamtjahres 2018, und auch hierzulande steuert man auf einen Rekordwert zu.

18.10.2019 15:15 • von Jonas Kiß
Zählte im deutschen Markt in den ersten neun Monaten 2019 schon fast so viele Audiostreams wie im Gesamtjahr 2018: Florian Drücke (Bild: Markus Nass)

Nach neun Monaten scheint die Tendenz im Geschäft mit Recorded Music weiterhin freundlich: In Großbritannien erreicht die Zahl der im bisherigen Jahresverlauf abgerufenen Musikstreams schon fast das Niveau des Gesamtjahres 2018, und auch hierzulande steuert man auf einen Rekordwert zu.

Im UK-Musikmarkt verbuchten die Chartsermittler der Official Charts Company im dritten Quartal des laufenden Jahres ein Absatzplus von 29 Prozent im Streamingbereich. Hatte sich die Wachstumskurve in diesem Segment zuletzt eher abgeschwächt, so ging es somit nun erstmals seit zwei Jahren wieder dynamischer bergauf als in den Quartalen zuvor.

Das macht sich auch in den Zahlen bemerkbar: Von Anfang Januar bis Ende September zählten die Briten bereits 84,4 Milliarden Audiostreams - ein Wert, der 2018 erst Mitte Dezember erreicht wurde und bis Jahresende auf rund 91 Milliarden kletterte: »Wir sind sehr zuversichtlich, das übertrumpfen zu können«, sagte der CEO des britischen Branchenverbands BPI, Geoff Taylor, im Gespräch mit »Musicweek«. Er hoffe zudem, die »erstaunliche« Marke von 100 Milliarden Streams knacken zu können.

Umso erstaunlicher, dass auch der in der digitalen Entwicklung doch lange Jahre etwas langsamere deutsche Musikmarkt ebenfalls auf diesen Rekordwert zusteuert: »Auch in Deutschland zählen wir 2019 bereits nach neun Monaten fast so viele Audiostreams wie im Gesamtjahr 2018 mit 79,5 Milliarden«, sagt Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverband Musikindustrie (BVMI), auf Nachfrage von MusikWoche. »Wenn das Jahr so dynamisch weiter geht, kann im deutschen Markt 2019 zum ersten Mal die Marke von 100 Milliarden Audiostreams geknackt werden, was einen weiteren erheblichen Sprung und Meilenstein abbilden würde.«

Umso erstaunlicher, dass auch der in der digitalen Entwicklung doch lange Jahre etwas langsamere deutsche Musikmarkt ebenfalls auf diesen Rekordwert zusteuert: "Auch in Deutschland zählen wir 2019 bereits nach neun Monaten fast so viele Audiostreams wie im Gesamtjahr 2018 mit 79,5 Milliarden", sagt Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverband Musikindustrie (BVMI), auf Nachfrage von MusikWoche. "Wenn das Jahr so dynamisch weiter geht, kann im deutschen Markt 2019 zum ersten Mal die Marke von 100 Milliarden Audiostreams geknackt werden, was einen weiteren erheblichen Sprung und Meilenstein abbilden würde."

Schon zum Halbjahr 2019 hatte die Entwicklung im Digitalgeschäft hierzulande für eine Trendwende gesorgt: Nach Zahlen des BVMI erzielte die Branche im Geschäft mit Recorded Music von Anfang Januar bis Ende Juni ein Umsatzplus von 7,9 Prozent - der höchste Zuwachs seit 1993. Zwei Drittel der Einnahmen entfielen aufs Digitalgeschäft.

Mehr zu den Bestsellern der ersten drei Quartale im deutschen Markt, zu den erfolgreichsten Künstlern, Labels, Marketingdivisionen, Vertrieben und Verlagen lesen Abonnenten in MusikWoche, Vol. 43/2019, oder im Livepaper.