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Kleopatra Sofroniou sieht Deutsche Grammophon auf Wachstumskurs

Zum Opus Klassik zieht Kleopatra Sofroniou, Vice President Marketing Deutsche Grammophon, im Gespräch mit MusikWoche eine Zwischenbilanz der Entwicklung im Klassikmarkt, nennt aktuelle Highlights und stimmt aufs Beethoven- Jahr ein.

09.10.2019 10:49 • von Jonas Kiß
Kürzlich bei Universal Inside in Berlin (von links): Bisseh Akamé, Marc Fritsch und Christian Badzura (alle Deutsche Grammophon) mit dem Pianisten Víkingur Ólafsson sowie Kleopatra Sofroniou und Clemens Trautmann (beide Deutsche Grammophon) (Bild: Stefan Hoederath)

Zum Opus Klassik zieht Kleopatra Sofroniou, Vice President Marketing Deutsche Grammophon, im Gespräch mit MusikWoche eine Zwischenbilanz der Entwicklung im Klassikmarkt, nennt aktuelle Highlights und stimmt aufs Beethoven- Jahr ein.

MusikWoche: Wie hat sich Ihr Geschäft 2019 bislang entwickelt?

Kleopatra Sofroniou: Laut GfK hat die Deutsche Grammophon 2019 ein signifikantes Wachstum im deutschen Klassikmarkt zu verzeichnen. Und wir sind zuversichtlich, dass wir auch im Gesamtjahr weiterhin deutlich zulegen werden.

MusikWoche: Was ist bisher Ihr Bestseller?

Kleopatra Sofroniou: Der Bestseller 2019 ist eindeutig Lang Langs »Piano Book« . Dieses Comeback-Album zur Deutschen Grammophon hat bisher alle Rekorde gebrochen: Der höchste Charts-Entry seiner Geschichte, nämlich unter der Top 10, die längste Verweildauer auf Platz eins der Klassikcharts von der Veröffentlichung im März bis August. Ebenfalls hervorragend ist die weltweite digitale Performance von »Piano Book« mit über 50 Millionen Streams.

MusikWoche: Apropos, wie macht sich die Klassik im Streaming?

Kleopatra Sofroniou: Die Deutsche Grammophon ist weiterhin Motor der Digitalisierung im Klassikmarkt. Allerdings ist in Deutschland die Migration traditioneller Zielgruppen ins Digitale noch deutlich langsamer als in internationalen Klassikmärkten. Deshalb investieren wir nicht nur in hervorragende Produktionen, sondern arbeiten zugleich intensiv sowohl an hochwertigen Produkten für den physischen Handel als auch an innovativen Kommunikationsstrategien für den Streamingmarkt.

MusikWoche: Mit welchen Schwerpunkten gehen Sie das Saisongeschäft an?

Kleopatra Sofroniou: Neben den aktuellen Topsellern wie Anne-Sophie Mutter und Lang Lang in neuen, erweiterten Konfigurationen erwarten wir neue Alben der Klassik-Superstars Daniil Trifonov und Cecilia Bartoli. Außerdem möchte ich das Debütalbum des Tenors Benjamin Bernheim hervorheben. Im Bereich New Repertoire haben wir aktuell die erste Edition mit Max Richters beliebtesten Werken veröffentlicht und arbeiten am Finale der erfolgreichen Albumreihe »7 Days Walking« von Ludovico Einaudi. Wir schlagen das nächste Kapitel von Christoph Israels »Wintermärchen « auf mit Interpretationen von Weihnachts-Klassikern durch Stars wie Kandace Springs, Götz Alsmann oder Carolin Niemczyk von Glasperlenspiel. Und vor allem sind wir wahnsinnig stolz auf das »MTV Unplugged« von Max Raabe mit tollen Gästen von Herbert Grönemeyer über Lea bis Samy Deluxe.

MusikWoche: Und mit welchem Schwerpunkt planen Sie fürs Beethoven-Jahr?

Kleopatra Sofroniou: Das Beethoven-Jahr hat bereits begonnen mit neuen Aufnahmen aller Klavierkonzerte mit dem talentierten Pianisten Jan Lisiecki, aller Sinfonien mit dem Stardirigenten Andris Nelsons und den Wiener Philharmonikern sowie der aufwändigsten und komplettesten Beethoven-Edition aller Zeiten in exklusiver Zusammenarbeit mit dem Beethoven-Haus in Bonn. Unsere »New Complete Edition « reflektiert zudem den aktuellsten Stand der Forschung. Außerdem ist die Deutsche Grammophon immer für eine Überraschung gut.