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14. Reeperbahn Festival eröffnet

Mit zahlreichen Receptions und Konferenz- wie Liveprogramm begann am 18. September das 14. Reeperbahn Festival. Dazu gehörte auch eine aufgewertete Eröffnungsveranstaltung.

19.09.2019 09:58 • von Dietmar Schwenger
Sang bei der Reeperbahn-Eröffnung: Feist (Bild: Reeperbahn Festival)

Mit zahlreichen Receptions und Konferenz- wie Liveprogramm begann am 18. September 2019 in Hamburg das 14. Reeperbahn Festival. Dazu gehörte auch eine aufgewertete und neu gestaltete Eröffnungsveranstaltung im Operettenhaus.

Unter anderem liefen der Schauspieler Matt Dillon, Woodstock-Festival-Mitbegründer Joel Rosenman, die Produzenten Tony Visconti und Bob Rock, die Musikerinnen Peaches, Kate Nash und Joy Denalane, Beatsteaks-Sänger Arnim Teutoburg-Weiß, Johannes Oerding, Moderator Markus Kavka und Schauspieler Lars Eidinger über den roten Teppich der "Doors Open" genannten Show.

Die gut einstündige Eröffnung, die Charlotte Roche und Ray Cokes moderierten, gab einen unterhaltsamen Ausblick auf das, was die Besucher in den vier Tagen des Reeperbahn Festivals erwartet.

Günter Winands, Ministerialdirektor bei der Beauftragten für Kultur und Medien, stellte die langjährige Unterstützung des Reeperbahn Festivals und seine zunehmende internationale Bedeutung für die Musik und für die Musikwirtschaft in seiner Begrüßung in den Vordergrund. Er übermittelte eine Grußbotschaft von Kulturstaatsministerin Monika Grütters Es sei beeindruckend, was das Reeperbahn Festival erreicht habe.

Winands erwähnte auch die in den vergangenen Jahren gestiegene finanzielle Förderung, auch 2020 werde die Bundesregierung "das größte Musikevent in Deutschland und Europa" mit 5,8 Millionen Euro fördern. Abschließend betonte er noch einmal, wie wichtig es für Grütters sei, bessere Möglichkeiten für Frauen in der Kultur zu schaffen: "Da hat die Musikindustrie noch einen langen Weg vor sich."

Der Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg, Carsten Brosda, stellte in seiner emotionalen Rede die narrative Kraft der Musik in den Fokus, die die notwendigen Geschichten all derer erzähle, die keine Stimme haben und damit eine Diversität ermögliche, die in unserer modernen Gesellschaft die beste Waffe gegen den aufkeimenden Populismus und "die Idioten da draußen" darstelle.

Am Beispiel der US-Frauenband The Highwomen, denen es mit dem mutmaßlich ersten feministischen Country-Album gelang, die Nummer eins der US-Genrecharts in der Männerdomäne Country zu knacken, zog Brosda eine Parallele zur Keychange-Initiative und stellte heraus, was alles möglich sei, wenn Musikerinnen sich vernetzen und für eine gemeinsame Sache kämpfen.

Liveacts bei Doors Open waren Feist, Dope Lemon und Joy Denalane, die den Sam-Cooke-Klassiker "A Change Is Gonna Come" interpretierte. Die Keychange-Botschafterin forderte mehr Bewusstsein in Sachen Geschlechtergleichheit in der Musikwelt und gab damit den inoffiziellen Startschuss für die europäische Initiative Keychange 2.0.

Jury-Präsident Tony Visconti stellte zudem mit Bob Rock, Peaches, Kate Nash, Arnim Teutoburg-Weiß und der australischen Moderatorin Zan Rowe die diesjährigen Juroren des Anchor Awards vor.

Während später am Abend im Anschluss an die Doors Open Show Dope Lemon und Feist im Operettenhaus ihre Eröffnungskonzerte spielten, hielt am anderen Ende der Reeperbahn mit dem Showcase "Neon Nashville" erstmals das Genre Country Music Einzug beim Reeperbahn Festival. Bei dem in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Country Music Association (CMA) und Wizard Promotions realisierten Konzertabend traten Rachel Wammack, Ingrid Andress, Ilse DeLange und Blanco Brown auf.

Auch tagsüber pulsierte die Reeperbahn. Bei nicht mehr ganz sommerlichen Temperaturen und einer steifen Brise sowie vereinzelten Regentropfen richteten unter anderem IMUC und MusikWoche, reservix, Deezer, die GEMA, Warner Music, Warner Chappell Music, Ditto, die Österreicher, Verve und Backseat Promotion Empfänge aus.

15 Jahre Kontor New Media feierte der Hamburger Digitalvertrieb im Zwick, wo bis weit nach Mitternacht zahlreiche Geschäftspartner, Freunde und Wegbegleiter feierten und Künstlern wie Tom Gregory oder der Witzerzähler Fips Asmussen auftraten.

Auch das reguläre Konferenz- und Liveprogramm nahm am Mittwoch seinen Lauf. Eine Premiere fand dabei im Planetarium Hamburg mit der Aufführung "Ekki Hugsa 360°" des isländischen Musikers Ólafur Arnalds statt. Die vom Reeperbahn Festival beauftragte Multimdia-Show läuft auch an den kommenden Veranstaltungstagen jeweils um 18 Uhr.

Die offizielle Aftershowparty des Reeperbahn Festivals richtete wie in den Vorjahren die Barclaycard Arena aus. Im Gaga im Klubhaus St. Pauli ließen die Fachbesucher den Tag noch einmal Revue passieren und sprachen über aktuelle Marktentwicklungen wie den Aldi-Ticketingdeal der Fantastischen Vier.

Bis zum Samstag spielen beim Reeperbahn Festival insgesamt über 400 neue Talente in 90 Spielorten. In den vier Tagen erwarten die Reeperbahn-Veranstalter mehr als 50.000 Besucher, darunter 6000 Fachbesucher aus über 60 Ländern.