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Paul Lovens erhält Albert-Mangelsdorff-Preis

Der Albert-Mangelsdorff-Preis 2019 geht an Paul Lovens. Der deutsche Schlagzeuger und Jazzmusiker wird damit für sein musikalisches Schaffen und seine Verdienste in der deutschsprachigen Jazzszene geehrt.

03.09.2019 09:34 • von
Seit mehr als 50 Jahren auf den Bühnen präsent: der Schlagzeuger Paul Lovens erhält den Albert-Mangelsdorff-Preis 2019 (Bild: Bernd Scholkemper)

Der Albert-Mangelsdorff-Preis 2019 geht an Paul Lovens. Der deutsche Schlagzeuger und Jazzmusiker wird damit für sein musikalisches Schaffen und seine Verdienste in der deutschsprachigen Jazzszene geehrt.

Die Preisverleihung findet am 3. November 2019 im Rahmen des Jazzfests Berlin im Haus der Berliner Festspiele statt.

"Paul Lovens ist der Prototyp eines Improvisationsmusikers mit Erfindergeist, der Genregrenzen neu definiert und gerade im Team zu Hochform aufläuft. Ein Jazzmusiker mit großartigen Qualitäten", heißt es in der Begründung der siebenköpfigen Jury mit Verweis auf mehr als 200 Aufnahmen und eine bereits über 50 Jahre währende Tourneetätigkeit. Lovens könne getrost als Pionier der europäischen Improvisationsmusik bezeichnet werden.

"Sein Schlagzeugspiel ist einzigartig. Er ist sehr wohl kraftvoll und virtuos, doch verkörpert er zugleich eine immense Freiheit im Spiel, die auch auf der Wahl seiner Klangmaterialien beruht." Der Künstler sei zudem ein Virtuose des Ensemblespiels. "Er ergreift die Initiative, wenn die Band mal nachlässt, gibt neue Impulse, wenn es vorhersagbar wird. Paul Lovens greift gekonnt Ideen auf und entwickelt sie auf seinem originellen Schlagzeugset weiter."

Der am 6. Juni 1949 in Aachen geborene Lovens, der sich das Schlagzeugspielen einst selbst beibrachte und bereits im Alter von 14 Jahren in Bands spielte, freue sich "riesig", diesen Preis zu erhalten: "Riesig auch, weil ich ihn erst jetzt erhalte. Vor dreißig Jahren hätte ich mich wohl heimlich geschämt, für etwas honoriert zu werden, das ich noch gar nicht geleistet hatte. Heute, wo ich auf den Weg, den ich gegangen bin, und auf die Lehrer, die mir halfen, zurückschaue, kann ich den Preis verdient annehmen." Der 70 Jahre alte Künstler brachte zunächst Dixieland und Tanzmusik dar. Als Tourneemusiker ist er seit über 50 Jahren in aller Welt unterwegs und auf unzähligen Aufnahmen zu hören. Zeit seines Lebens interessiert ihn besonders die musikalische Improvisation in kleinen, ständigen Gruppen. Er arbeitete mit führenden Musikern der internationalen Szene "freier Improvisation" zusammen, so beispielsweise mit dem Globe Unity Orchestra und Cecil Taylor. Er ist Miterfinder und Mitbegründer einer europäischen Improvisationsmusik, die sich seit den 1960er Jahren als die europäische Antwort auf den amerikanischen Free Jazz entwickelt hat.

Der Albert-Mangelsdorff-Preis wird seit 1994 vergeben und ist mit 15.000 Euro dotiert. Stifter des Preises sind die GEMA-Stiftung, die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) sowie der Förderungs- und Hilfsfonds des Deutschen Komponistenverbands. Als Kooperationspartner sind der Förderkreis Jazz und das Jazzfest Berlin mit an Bord. Zu den Preisträgern zählen unter anderem Nils Wogram, Peter Brötzmann, Ulrich Gumpert oder Ulrike Haage.