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VUT stellt Shortlist für VIA Awards vor

16 Kandidaten gehen 2019 ins Rennen um die vom Verband unabhängiger Musikunternehmen ausgelobten VIA - VUT Indie Awards. Doppelt unter den Nominees findet sich Sascha "Apparat" Ring, Die Nerven oder City Slang könnten derweil frühere Erfolge wiederholen.

02.07.2019 15:51 • von
Nominiert für eine Auszeichnung als "Bester Act" bei den VIA Awards des VUT (von links): Apparat, Die Nerven und Sophie Hunger (Bild: Fotos: Phil Sharp, David Spaeth, Marikel Lahana; Grafik: VUT; Montage: MusikWoche)

16 Kandidaten gehen 2019 ins Rennen um die vom Verband unabhängiger Musikunternehmen ausgelobten VIA - VUT Indie Awards. Doppelt unter den Nominees findet sich Sascha "Apparat" Ring, Die Nerven oder City Slang könnten derweil frühere Erfolge wiederholen.

Der VUT verleiht die Awards, die sich an "herausragende Talente der unabhängigen Musikbranche" richten und "basierend auf Originalität und Qualität vergeben" werden, in diesem Jahr bereits zum siebten Mal. Die Award-Show findet am 19. September 2019 ab 19 Uhr wieder im Schmidts Tivoli in Hamburg statt. Wie in den Vorjahren geht die Preisverleihung als Höhepunkt der VUT Indie Days über die Bühne, die im Rahmen des Reeperbahn Festivals vom 18. bis 21. September stattfinden.

Als "Bester Act" sind in diesem Jahr Apparat, Die Nerven und Sophie Hunger nominiert. Apparat steht auch in der Sparte "Bestes Album" mit LP5" neben Bilderbuch mit Mea Culpa" und DJ Koze mit Knock Knock" auf der Liste. Der VIA-Award für das "Beste Label" geht schon jetzt sicher nach Berlin, wo die Kandidaten City Slang, Grönland und Sinnbus ansässig sind.

Als potenzielle Preisträger in der Sparte "Beste_r Newcomer_in" haben es Alice Merton, Gewalt, Neufundland, Wargirl und Wolf & Moon auf die Shortlist geschafft. Facettenreich geht es derweil in der Kategorie "Bestes Experiment" zu: Hier ist in diesem Jahr unter anderem die in Berlin lebende Künstlerin Holly Herndon nominiert, die ihren in Zusammenarbeit mit Jlin entstandenen Track "Godmother" mit Hilfe der selbst entwickelten Künstlichen Intelligenz namens "Spawn" entstehen ließ. Chancen haben aber auch Moritz Simon Geist für "Robotic Electronic Music", das laut VUT "weltweit erste Techno-Album, das von selbstgebauten futuristischen Robotern gespielt wird", sowie der Berliner Klangkünstler Nik Nowak mit "The Mantis". Dabei handelt es sich laut VUT um "eine zwei Tonnen schwere Klangskulptur", "mit der er den Einsatz von Klang als Waffe und Propagandamedium kritisch untersucht" und damit unter anderem beim CTM Festival mit Musik von Kode9 und Infinite Livez zu sehen war.

Die nun verkündeten Nominierten wurden von Jurys bestimmt: Die potenziellen Newcomer des Jahres wählten die VUT-Mitglieder, bei den anderen Kategorien stimmte eine Fachjury aus mehr als 250 Experten ab, darunter Repräsentanten aus Medien, Fachhandel und Vertrieb.

Einen sechsten Award vergeben der VUT-Vorstand und die Geschäftsstelle des Verbands gemeinsam als Sonderpreis, hier sind keine Nominierungen möglich. 2018 ging die Auszeichnung an die damalige Grünen-Europaabgeordnete Helga Trüpel.

"Das volle Haus im letzten Jahr hat gezeigt, dass sich unser Konzept bewährt hat", sagt die VUT-Vorstandsvorsitzende Désirée Vach zur siebten Runde der VIA-Awards: "Ein Kritikerpreis, bei dem Originalität und Neuartigkeit und nicht die Verkaufszahlen zählen." Vach betont zudem, dass es in Zeiten, "in denen Klick- und Followerzahlen vorgeben, Relevanz und Qualität zu definieren" umso wichtiger sei, "den großartigen Beiträgen von unabhängigen Künstler_innen eine Bühne zu geben. Sie haben mit 80 Prozent den größten Anteil an den jährlichen Neuveröffentlichungen, und mit den VIA Awards zeichnen wir diese Menschen aus und stellen sie in den Mittelpunkt."

Als Director der Reeperbahn Festival Conference sieht Detlef Schwarte in der erneuten VIA-Verleihung beim Reeperbahn Festival ein Zeichen der Kontinuität, die "die Partnerschaft von VUT und Reeperbahn Festival" mittlerweile auszeichne: "Herausfordernde Veränderungen gibt es in unserem Wirtschaftsbereich ja auch schon genügend, denken wir an Urheberrechtsdebatte, Streaming-Manipulation oder Markt-Monopolisierung." Er freue sich am 19. September "nicht nur auf die Feier unabhängiger Großartigkeit, sondern auch auf eine Feier der unerschütterlichen Verlässlichkeit, die es braucht, um gemeinsame Ziele zu erreichen."

Als Hauptförderer unterstützt erneut die Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg die VIA Awards; als Senator für Kultur und Medien will Carsten Brosda bei der Verleihung wieder ein Grußwort sprechen. Darüber hinaus unterstützen das Reeperbahn Festival, Merlin, die GEMA, Phononet sowie die Medienpartner ByteFM und MusikWoche die VIA Awards. "Aufgrund der Großzügigkeit eines Hamburger Musikliebhabers werden die VIA Awards wieder mit 10.000 Euro dotiert, dafür dankt der Verband ihm herzlich."

VIA AWARDS 2019 - Alle Nominierten

Beste_r Newcomer_in:

Alice Merton

Gewalt

Neufundland

Wargirl

Wolf & Moon

Bester Act:

Apparat

Die Nerven

Sophie Hunger

Bestes Album:

Apparat für "LP5"

Bilderbuch für "Mea Culpa"

DJ Koze für "Knock Knock"

Bestes Label:

City Slang

Grönland

Sinnbus

Bestes Experiment:

Holly Herndon & Jlin (feat. Spawn) für "Godmother"

Moritz Simon Geist für "Robotic Electronic Music"

Nik Nowak für "The Mantis" (Installation und Performance mit Kode9, Infinite Livez und Moritz Stumm)