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VUT wertet "Code Of Best Practice" als wichtigen Schritt

Am 21. Juni unterzeichnete eine globale Allianz aus Labels, Verlegern, Streamingdiensten und Verbänden den sogenannten "Code Of Best Practice", der Manipulation von Streams aufspüren und verhindern soll. Jörg Heidemann vom VUT wertet den Kodex als ersten wichtigen Schritt.

24.06.2019 16:37 • von Jonas Kiß
Sieht noch viel Spielraum bei den großen Plattformen: Jörg Heidemann (Bild: VUT)

Am 21. Juni 2019 veröffentlichte eine globale Allianz aus Labels, Verlegern, Streamingdiensten und Verbänden einen 21 Punkte umfassenden "Code Of Best Practice" (PDF). Der Kodex soll dazu dienen, "die Manipulation von Streams bei audio- und audiovisuellen Streaming-Diensten aufzudecken und zu verhindern".

Zu den 24 Unterzeichnern gehören Universal Music, Sony Music, Warner Music, Sony/ATV, Universal Music Publishing Group, Kobalt, Concord, Spotify, Deezer, Amazon, IFPI, RIAA, IMPALA, die American Association of Independent Music, Merlin, WIN, die International Confederation of Music Publishers und die National Music Publishers' Association.

Die Unterzeichner vereinbaren in dem Papier unter anderem "Maßnahmen und Musterlösungen zur Bekämpfung von sogenannten Streamingfarmen und anderen Formen der Streaming-Manipulation" und wollen somit sicherstellen, "dass in der Online-Welt gleiche Wettbewerbsbedingungen gelten".

"Manipulation von Streams oder der Charts sind nicht erst seit der Recherche des Y-Kollektivs ein besorgniserregendes Thema", erklärt Jörg Heidemann, Geschäftsführer des Verbandes unabhängiger Musikunternehmen (VUT), mit Verweis auf die kürzlich veröffentlichte "Rap-Hack"- Reportage.

"Wir müssen alle zusammenarbeiten, um die Online-Welt fair und nachhaltig zu gestalten", sagt Heidemann: "Der nun veröffentlichte Kodex ist dafür ein guter erster Schritt, aber es ist nicht allein die Manipulation der Streams, die unabhängigen Künstlern Nachteile bereitet."

So gäbe es laut Heidemann bei den großen Plattformen noch viel Spielraum, etwa bezüglich der verfügbaren Metadaten und Klangqualität: "Aber allen voran bewerten wir das Ausschüttungsmodell als problematisch: Ein nutzerbasiertes Modell wäre fairer für Künstler und Hörer und würde gleichzeitig Manipulation erschweren."