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Merlin verliert Caldas, schüttet 63 Prozent mehr an Mitglieder aus

Im Zeitraum von April 2018 bis März 2019 sind die Auszahlungen der Indie-Lizenzplattform Merlin an die Mitglieder im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 63 Prozent gestiegen. Ende des Jahres zieht sich CEO Charles Caldas von seinem Amt zurück.

19.06.2019 11:40 • von Dietmar Schwenger
Legt sein Amt als CEO von Merlin Ende 2019 nieder: Charles Caldas (Bild: Merlin)

Im Zeitraum von April 2018 bis März 2019 sind die Auszahlungen der Indie-Lizenzplattform Merlin an die Mitglieder im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 63 Prozent auf 845 Millionen Dollar gestiegen. In dieser Summe enthalten sind mehr als 130 Millionen Dollar aus gerichtlichen Einigungen und Erträge, die nicht aus Tantiemen, sondern unter anderem aus dem Verkauf der von Merlin zuvor gehaltenen Spotify-Anteile stammen.

Diese Zahlen hat Merlin im der jährlichen Mitglieder-Report mit der dazu gehörigen Umfrage mitgeteilt. Man habe nun gut zwei Milliarden Dollar seit dem Start im Jahr 2008 an die Mitglieder ausgezahlt. Die Zwei-Milliarden-Grenze hat die Lizenzplattform im Februar 2019 geknackt - 18 Monate, nachdem die Indie-Organisation die Marke von einer Milliarde Dollar erreicht hatte.

"Ich freue mich außerordentlich, einen weiterren Rekordanstieg bei den Auszahlungen an unsere Mitglieder weltweit verkünden zu können". sagt Charles Caldas, CEO Merlin. "Besonders erfreulich ist, dass in dieser Summe mehr als 130 Millionen Dollar enthalten sind, die unsere Mitglieder ohne die Gründung von Merlin nicht bekommen hätten."

"Dass wir solche Ausschüttungen liefern können, spricht für die vereinte Stärke des Repertoires unserer Mitglieder und für die Fähigkeit von Merlin, Lizenzen auf Weltklasse-Niveau fair und transparent abzurechnen", so Caldas weiter.

Die Mitgliederumfrage hat auch ergeben, dass 81 Prozent der bei Merlin angeschlossenen Labels ihren Umsatz 2018 steigern konnten. 30 Prozent gaben sogar an, dass bei ihnen der Umsatz um mehr als 50 Prozent angewachsen sei. In den Vorjahren waren es durchschnittlich nur 67 Prozent, die angaben, dass ihr Geschäft zugelegt habe.

54 Prozent der Mitglieder erklärten zudem, dass digitale Erlöse für gut 75 Prozent der Umsätze verantwortlich seien, zuvor waren es nur 39 Prozent, die hauptsächlich digitale Umsätze erzielten. Bei 49 Prozent der Mitglieder war es wiederum Audiostreaming, das für mehr als 75 Prozent der digitalen Erlöse zuständig war (Vorjahr: 37 Prozent).

Nicht geändert haben sich jedoch die Einnahmen aus dem Bereich Videostreaming, wie Merlin betont. Seit 2014 sagen etwa 80 Prozent der Mitglieder, dass diese Umsätze nur 25 Prozent der gesamten digitalen Erlöse ausmachen.

Zugleich teilt die Plattform mit, dass Charles Caldas, der einzige CEO seit Gründung von Merlin, die Rechteagentur Ende 2019 verlassen werde. Unter seiner Führung hat Merlin Deals geschlossen unter anderem mit Spotify, YouTube, Deezer, Soundcloud, Pandora und Facebook. "Es war wahrhaft ein Privileg, die Chance gehabt zu haben, daran mitwirken zu können, Merlin von einer vagen Idee von Indie-Visionären zu dem schnell wachsenden, globalen Unternehmen zu machen, das es heute ist."

Merlin-Chairman Dave Hansen bedankte sich bei Caldas, der in seinem Heimatland Australien Shock Records leitete, bevor er 2007 nach Großbritannien kam. Caldas habe in den vergangenen zwölf Jahren als CEO von Merlin alles verändert für die Independents. "Seine Vision, seine Führung und harte Arbeit haben mitgeholfen, unseren Mitgliedern einen Weg zu wahrhafter Unabhängigkeit zu bereiten", betont Hansen.