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Charts KW 22: Rekorde von Rammstein und Capital Bra

Mit ihrem neuen Album, das schlicht den Bandnamen trägt, sichern sich Rammstein direkt die Pole Position in den Top 100 Longplay und legen laut GfK Entertainment den "erfolgreichsten Start einer Band in diesem Jahrtausend" hin. Bei den Singles siegt "Wieder lila" von Samra und Capital Bra, der mit 13 Nummer-eins-Hits nun alleiniger Rekordhalter ist.

24.05.2019 16:20 • von Frank Medwedeff
Deklassieren die Konkurrenz: Rammstein (Bild: Jens Koch)

Rammstein schnellen wie erwartet mit ihrem siebten Studioalbum (VEC/Universal Music), das schlicht den Bandnamen trägt, in den Top 100 Longplay der Offiziellen Deutschen Charts mit riesigem Vorsprung von null auf eins. Von dem Werk wurden laut GfK Entertainment und Universal Music in der ersten Woche allein in Deutschland mehr als 260.000 Einheiten abgesetzt. Dies sei "der erfolgreichste Start einer Band in diesem Jahrtausend" in Deutschland, wie die Chartsermittler aus Baden-Baden bestätigen. Universal berichtet zudem von 140 Millionen Streamingaufrufen der Songs des Longplayers. Die Berliner Rockband um Sänger Till Lindemann verbucht damit ihr zehntes Nummer-eins-Album und zieht mit den Toten Hosen und den Böhsen Onkelz gleich. Und acht ältere Rammstein-Alben finden sich aktuell in den Top 100, darunter mit dem Livemitschnitt Rammstein: Paris" (von 27 auf zwölf) und dem vorigen Studiowerk Liebe ist für alle da" (von 47 auf 19) noch zwei in den Top 20.

The National schwingen sich mit "I Am Easy To Find" aus dem Stand auf Platz zwei und verdrängen Andrea Berg und ihr Mosaik" an die dritte Stelle. Capital Bra behält Rang vier mit CB 6". Billie Eilish verbessert sich mit When We All Fall Asleep, Where Do We Go?" von Rang zehn auf fünf.

Wincent Weiss bewegt sich Irgendwie anders" um eine Rangstufe nach unten auf die Sechs. Neuzugang auf sieben ist der schottische Singer/Songwriter Lewis Capaldi mit "Divinely Uninspired To A Hellish Extent". Pinks Hurts 2B Human" (von sechs auf acht) und Amon Amarths Berserker" (von acht auf neun) müssen leichte Platzverluste hinnehmen, während sich die K-Popstars BTS und ihr Longplayer "Map Of The Soul: Persona" von elf auf zehn verbessern.

Nächster Neuzugang in der Albumhitliste ist Lukas Rieger, der auf Rang 16 "Justice" einfordert. Das neue Studioalbum von Kettcar heißt "Der süsse Duft der Widersprüchlichkeit (Wir vs. ich)" und debütiert auf Rang 22 - einen Platz vor DJ Khaleds "Father of Asahd". US-Rapper Tyler, The Creator ist mit "Igor" auf Rang 29 letzter Neuankömmling im oberen Chartsdrittel.

In der Distributorenwertung zu den Top 100 Longplay beschert der Rammstein-Boom Universal Music einen sagenhaften Marktanteil von 86,9 Prozent. Sony Music genügen somit 6,7 Prozent für den zweiten Platz. Die Top 5 vervollständigen Warner Music (2,7 Prozent), 375 Media (2,1 Prozent) und Believe/GoodToGo (1,4 Prozent). Drei Viertel der in der aktuellen Erhebungswoche verkauften Alben aus den Top 100 stellen Rammstein, wie der Wert von 75,1 Prozent für das Label Rammstein in der Labelauswertung zeigt.

In den Top 100 Singles übernehmen die Rapper Samra und Capital Bra mit ihrer Kollaboration "Wieder lila" als Neueinsteiger ad hoc das Kommando. Für Capital Bra ist dies der 13. Nummer-eins-Hit - der neue alleinige Bestwert in der Geschichte der Offiziellen Deutschen Charts.

Platz zwei belegt nun der bisherige Tabellenführer, Vermissen" von Juju im Verbund mit Henning May. Lil Nas X klettert mit Old Town Road" um eine Stelle auf die Drei - und tauscht somit den Platz mit Ed Sheerans & Justin Biebers Duett I Don't Care". Shindys Nautilus" zieht sich vom zweiten auf den fünften Rang zurück.

Direkt hintereinander als Neueinsteiger auf den Rängen sechs bis acht landen Kontra Ks "Letzte Träne", "Gib Gas" von Ufo361 feat. Luciano und Shirin Davids "Fliegst du mit".

Rammstein bringen alle elf Songs ihres Albumspitzenreiters in der Singleshitliste unter, wobei Deutschland" (Rang neun), "Zeig dich" (13) und "Ausländer" (16) am besten abschneiden.

Universal Music hat auch bei den Singles das Vertriebsfirmenranking mit einem Marktanteil von 64,3 Prozent sicher im Griff. Sony Music verweist mit 13,6 Prozent Warner Music (13,1 Prozent) knapp auf den dritten Platz. Believe/GoodToGo kommt auf 5,3 Prozent und Kontor/Edel auf 1,8 Prozent.

An den Bravo Hits 105" führt in den Top 30 Compilations nach wie vor kein Weg vorbei. Von fünf auf zwei verbessert sich die Kopplung zum "Eurovision Song Contest Tel Aviv 2019 - Dare To Dream". "Kontor - Top Of The Clubs Vol. 82" entert die Hitliste auf Rang drei. Zweithöchster Neuzugang ist auf Position zehn "Techno Club Vol. 56", gemixt von Talla 2XLC und Taucher.

Universal Music führt bei den Compilations die Vertriebsfirmenwertung mit 57,0 Prozent an, gefolgt von Sony Music (22,0 Prozent), Kontor/Edel (13,2 Prozent), Zyx (2,9 Prozent) sowie Warner Music (2,2 Prozent).