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Verkauf von Universal Music kommt nicht richtig in Fahrt

Der Verkauf von bis zu 50 Prozent der Anteile an Universal Music soll für den Vivendi-Konzern ein Milliardendeal werden. Doch ein Abschluss ist nicht in Sicht. Interessenten aus dem Finanzbereich sollen bereits abgewunken haben, aber mit Tencent gab es angeblich Gespräche.

23.05.2019 12:02 • von
Eruielte mit der Universal Music Group im ersten Quartal des Jahres 2019 ein Umsatzplus von 22,9 Prozent: Lucian Grainge (Bild: Universal Music)

Der Verkauf von bis zu 50 Prozent der Anteile an der Universal Music Group soll für den Vivendi-Mutterkonzern ein Milliardendeal werden. So hatten die Investmentbanker von JP Morgan den von Lucian Grainge geleiteten Musikkonzern kürzlich auf 44 Milliarden Euro oder umgerechnet rund 50 Milliarden Dollar taxiert, und damit die Deutsche Bank übertrumpft, die Universal Music kurz zuvor mit einem Preisschild von mehr als 29 Milliarden Euro oder umgerechnet rund 33 Milliarden Dollar versehen hatte.

Doch ein Abschluss scheint noch lange nicht in Sicht. Gleich mehrere potenzielle Interessenten aus dem Finanzbereich sollen nun, angeblich abgeschreckt von Preisvorstellungen und dem nur langsam voranschreitenden Verkaufsvorgang, bereits abgewunken haben, wie der Nachrichtendienst "Bloomberg" von namentlich nicht genannten Informanten erfahren haben will.

Dagegen soll Vivendi erste Gespräche mit dem chinesischen Tencent-Konzern geführt haben, der neben der US-amerikanischen Beteiligungsgesellschaft KKR schon länger als Kandidat für einen möglichen Einstieg beim Weltmarktführer im Geschäft mit Recorded Music gilt.

Gegenüber "Bloomberg" kritisierte ein Analyst nun, dass Vivendi seine Pläne zum Verkauf eines Teils der Universal Music Group bereits früh verkündet habe, bislang aber nicht einmal die Banken offiziell benannt habe, die den Deal abwickeln sollen. Bei Vivendi wies man die Vorhaltungen hingegen zurück, man bewege sich weiterhin im abgesteckten Zeitrahmen.

An der Börse sorgte der Bericht für einen Dämpfer: Der Wert der Vivendi-Papiere gab am Vormittag des 23. Mai an der Pariser Euronext bis gegen 12.00 Uhr um mehr als vier Prozent nach.