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ESC erreicht höhere Marktanteile

7,59 Millionen ARD-Zuschauer verfolgten am 18. Mai den "Eurovision Song Contest", weitere 490.000 sahen den Sangeswettbewerb bei One. Die Zahlen liegen damit in etwa auf Höhe der Vorjahre, allerdings fielen die Marktanteile besser aus.

20.05.2019 11:11 • von Dietmar Schwenger
Er gewann für die Niederlande den Eurovision Song Contest 2019: Duncan Laurence (Bild: Thomas Hanses )

7,59 Millionen ARD-Zuschauer verfolgten am 18. Mai 2019 den "Eurovision Song Contest" (Marktanteil: 34,3 Prozent), weitere 490.000 sahen den Sangeswettbewerb beim Digitalkanal One, der die Show mit eingeblendeten Social-Media-Tweets zeigte, Dort lag der Marktanteil bei 2,2 Prozent.

Auch bei den 14.- bis 49-Jährigen gab es ein starkes Interesse an der live aus Tel Aviv übertragenen Show: 3,28 Millionen Junge bedeuteten am Samstagabend eine starke Quote von 42,2 Prozent.

Insgesamt bleibt der "ESC" damit auf dem hohen Niveau der Vorjahre. 2017 entschieden sich 7,76 Millionen beim Gesamtpublikum für das Finale, der Marktanteil betrug damals 31.5 Prozent. Ein Jahr später waren es 7,71 Millionen (Marktanteil: 33,3 Prozent). Bei den Werberelevanten wollten 2017 sogar 3,65 Millionen die Sendung sehen (39,8 Prozent), 2018 saßen 3,4 Millionen aus der jungen Zielgruppe vor den Bildschirmen (42 Prozent). Die Verantwortlichen können sich also nicht nur über stabile Zuschauerzahlen, sondern auch gestiegene Marktanteile freuen.

Noch besser lief es zuletzt nur in den beiden Lena-Jahren 2010 und 2011, als 14,69 Millionen und 13,93 Millionen den Wettbewerb sehen wollten.

Auch das Rahmenprogramm, das der federführende NDR wieder rund um die Übertragung gestrickt hatte, kam an. 3,91 Millionen schalteten bereits für den ESC-"Countdown" ein (Marktanteil 15,6 Prozent) ein. Nach der kurzen Unterbrechung durch das "Wort zum Sonntag" um 20:45 Uhr waren es schon 4,59 Millionen (Marktanteil: 17,1 Prozent).

Nach Ende der Liveübertragung ging es zurück auf den Spielbudenplatz an der Reeperbahn, wo wie in den Vorjahren die traditionelle "Grand Prix Party" stieg. Zu später Stunde blieben noch 1,72 Millionen Menschen vor ihren Fernsehgeräten (Marktanteil: 24 Prozent), nicht zuletzt, weil sie sich Antworten erhofften auf das schlechte Abschneiden Deutschlands.

Neben dem für Deutschland angetretenen Duo Sisters gab es Interviews unter anderem mit dem Kommentator Peter Urban und Jury-Mitglied Joe Chialo (Airforce1). Zudem begrüßte Moderatorin Barbara Schöneberger vor und nach dem ESC-Finale als Künstler auf der Reeperbahn unter anderem Sarah Connor, Vorjahresteilnehmer Michael Schulte, Annett Louisan, Stefanie Heinzmann, Laing, Nico Santos, Milow, Alexa Feser und Christopher.

Das ESC-Finale hatte zuvor der von den Buchmachern favorisierte Niederländer Duncan Laurence mit dem Song "Arcade" gewonnen. Deutschland war auf Rang 24 gelandet - mit null Punkten bei der Publikumswertung. Universal Music hat bereits am 26. April unter dem diesjährigen "ESC"-Motto "Dare To Dream" die Titel aller teilnehmenden Länder veröffentlicht, eine 3-DVD-Box folgt am 21. Juni.

ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber bedankt sich in einem Statement bei den beiden Sisters-Sängerinnen: "Ihr habt 1A gesungen und wart mit viel Freude und Leidenschaft auf der großen Bühne. Uns als Delegation sind die beiden 'S!sters' sehr ans Herz gewachsen - zwei junge Frauen, die so manche Herausforderung mit Witz und Eleganz gemeistert haben."

"Leider haben wir international nur Wenige überzeugen können. Das enttäuscht unsere Zuschauerinnen und Zuschauer in Deutschland, aber auch alle, die ein ganzes Jahr für diesen Abend gearbeitet haben", so Schreiber weiter. "Enttäuscht sind wir auch, dass sich unser neues Auswahlverfahren, mit dem wir im vergangenen Jahr Michael Schulte und seinen Song gefunden hatten, in diesem Jahr nicht als erfolgreich erwiesen hat. Für 2020 werden wir den Weg, auf dem Deutschland sein Lied und seine Künstler sucht, überdenken."

Alle Ergebnisse

Platz - Punkte insgesamt - Punkte Jury - Punkte Publikum - Künstler - Titel - Land

1 492 231 261 Duncan Laurence "Arcade" Niederlande

2 465 212 253 Mahmood "Soldi" Italien

3 369 125 244 Sergey Lazarev "Scream" Russland

4 360 148 212 Luca Hänni "She Got Me" Schweiz

5 338 47 291 KEiiNO "Spirit In The Sky" Norwegen

6 332 239 93 John Lundvik "Too Late For Love" Schweden

7 297 197 100 Chingiz "Truth" Aserbaidschan

8 295 237 58 Tamara Todevska "Proud" Nordmazedonien

9 285 154 131 Kate Miller-Heidke "Zero Gravity" Australien

10 234 48 186 Hatari "Hatrið Mun Sigra" Island

11 157 150 7 Lake Malawi "Friend Of A Friend" Tschechische Republik

12 120 69 51 Leonora "Love Is Forever" Dänemark

13 105 46 59 Zala Kralj & Gasper Santl "Sebi" Slowenien

14 105 67 38 Bilal Hassani "Roi" Frankreich

15 101 69 32 Tamta "Replay" Zypern

16 95 75 20 Michela "Chameleon" Malta

17 92 38 54 Nevena Bozovic "Kruna" Serbien

18 90 43 47 Jonida Maliqi "Ktheju Tokës" Albanien

19 86 38 48 Victor Crone "Storm" Estland

20 81 16 65 Serhat "Say Na Na Na" San Marino

21 71 47 24 Katerine Duska "Better Lov"e Griechenland

22 60 7 53 Miki "La Venda" Spanien

23 47 12 35 Kobi Marimi "Home" Israel

24 32 32 0 S!sters "Sister" Deutschland

25 31 18 13 Zena "Like It" Weißrussland

26 16 13 3 Michael Rice "Bigger Than Us" Großbritannien