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Amazon will Musikstreaming angeblich auch werbefinanziert anbieten

Bei der Vermarktung des Streamingdienstes Amazon Music baut der Amazon-Konzern unter anderem auf ein Zusammenspiel mit der Alexa-Sprachsteuerung und den Smart Speakern der Echo-Baureihe. Künftig könnte ein durch Werbung finanziertes Angebot als Einsteigermodell das Portfolio erweitern.

15.04.2019 10:22 • von
Soll wohl bald auch auf Kommandos wie "Alexa, streame Musik kostenlos" reagieren können: eines der Echo-Geräte des Amazon-Konzerns mit Voice-Control-Fähigkeiten (Bild: Amazon)

Bei der Vermarktung des Streamingdienstes Amazon Music baut Amazon unter anderem auf ein Zusammenspiel mit der Alexa-Sprachsteuerung und den Smart Speakern der Echo-Baureihe. Damit fährt der Konzern offenbar ganz erfolgreich: So hatte Steve Boom, der als Vice President die weltweiten Geschicke von Amazon Music verantwortet, erst kürzlich im Gespräch mit MusikWoche die Bedeutung von Voice Control für den Konzern analysiert und einen Blick auf die Entwicklung im Wettbewerb geworfen: Er habe "keinerlei Zweifel daran, dass wir mit Alexa allen anderen meilenweit voraus sind, wenn es darum geht, was man mit Musik und Sprachsteuerung machen kann", sagte Boom dabei unter anderem. Das Wachstum im Bereich der verkauften Geräte mit Alexa-Sprachsteuerung bezeichnete er als "die Art Wachstum, von der ein Manager träumt".

Beim Musikabo Amazon Music setzt der Konzern dabei auf ein abgestuftes Preismodell, das von einem ohne zusätzliche Kosten nutzbaren Angebot mit abgespecktem Katalog für Mitglieder des Prime-Kundenclubs über ein an Echo-Geräte gekoppeltes Abo bis hin zur Unlimited-Offerte reicht.

Künftig soll nun offenbar ein durch Werbung finanziertes Angebot als Einsteigermodell das Portfolio erweitern. Das zumindest will man beim US-Fachmagazin "Billboard" aus informierten Kreisen erfahren haben. Demnach habe Amazon längst entsprechende Gespräche geführt und könnte über seine sprachgesteuerten Geräte ein für Nutzer kostenloses, dafür aber mit Werbeeinblendungen versehenes Angebot bereits in Kürze lancieren. In Lizenzverhandlungen mit den Rechteinhabern soll Amazon demnach eine Vergütung pro Abruf angeboten haben, unabhängig von den Einnahmen aus der Vermarktung der Werbeplätze.

Mit einer werbefinanzierten Variante von Amazon Music würde der Konzern den Wettbewerb um Nutzer in einem Feld befeuern, das bislang vor allem Spotify mit seinem Freemium-Modell beackert, auf dem aber zum Beispiel auch Deezer vertreten ist.