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c/o pop schlägt neues Kapitel auf

Am 1. Mai fällt in Köln der Startschuss für die 16. Ausgabe des c/o pop Festivals. Bei Ralph Christoph, Programmleiter der parallel stattfindenden c/o pop Convention, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

16.04.2019 14:58 • von Jonas Kiß
Rechnet mit über 1000 Fachbesuchern: Ralph Christoph (Bild: Frank Schoepgens)

Am 1. Mai 2019 fällt in Köln der Startschuss für die 16. Ausgabe des c/o pop Festivals. Bei Ralph Christoph, Programmleiter der parallel stattfindenden c/o pop Convention, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

In diesem Jahr verlässt die c/o pop nicht nur den traditionellen Termin im Spätsommer, sondern zieht mit dem öffentlichen Festivalteil auch vom Belgischen Viertel nach Ehrenfeld. »Was früher der Super-Samstag war, firmiert ab diesem Jahr als c/o Ehrenfeld«, erklärt Christoph. Bei diesem neuen kuratierten Festivalteil treten Bands bei Gratiskonzerten auf. »Innerhalb des Festivals nimmt dieser Teil 50 Prozent ein, wobei sogar mehr Bands bei c/o Ehrenfeld als beim Bezahlprogramm vom c/o pop Festival auftreten«, so Christoph weiter.

»Zusätzlich finden am Freitag und Samstag weitere B2B-Showcases von 'Wunderkinder - German Music Talent' und dem 'musichubgermany' statt, wo nationale und internationale Talent Buyer die von uns präsentierten Bands noch einmal genauer unter die Lupe nehmen können.« Als Gründe für den Umzug nach Ehrenfeld nennt Christoph »deutlich bessere Rahmenbedingungen und Örtlichkeiten als im Belgischen Viertel«. Während die Veranstalter von Cologne On Pop im Belgischen Viertel noch primär kreativwirtschaftlich genutzte Orte bespielt hätten, sei das in Ehrenfeld ein bisschen originärer. Außerdem habe man dort die Möglichkeit, ein Stück Straße abzusperren, um Open-Air-Veranstaltungen zu machen.

»Die Historie des Viertels ist noch nicht auserzählt - sowohl als Stadtteilgeschichte als auch als popkulturelle Geschichte«, sagt Christoph: »Das Belgische Viertel steht unter enormem Druck, was zum Beispiel Lärm angeht. Außerdem sind wir schon längst nicht mehr die Einzigen, die in diesem Stadtteil etwas organisieren. Vor 15 Jahren war das anders, damals waren wir die Ersten, die dort etwas gemacht haben. Inzwischen gibt es viel mehr Festivals im August und auch mehr Veranstalter, die im Belgischen Viertel aktiv sind. Uns wurde klar, dass wir nach unserem Jubiläum noch mal ein neues Kapitel aufschlagen wollen.«

Eine weitere Neuerung bildet das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) geförderte Projekt »Wunderkinder - German Music Talent«. Das Musik-Exportprogramm findet bereits seit 2013 beim Reeperbahn Festival und dessen Auftritten im Ausland statt. Dort spielen jedes Jahr aufstrebende deutsche Bands und Künstler, die allesamt beste Voraussetzungen für den Sprung in eine internationale Karriere mitbringen und internationalen Live-Agenten aus der Musikwirtschaftt und dem öffentlichen Publikum präsentiert werden. Dieses Programm wird nun erstmalig in Partnerschaft mit dem c/o pop Festival erweitert. »Daher freuen wir uns sehr, 'Wunderkinder - German Music Talent' mit einem exquisiten Programm der aktuell interessantesten deutschen Nachwuchskünstler mit Exportpotenzial in Köln vorstellen zu können!«, sagt Christoph.

Verzahnung von Festival und Kongress

Parallel zum Festival findet am 2. und 3. Mai in der IHK Köln die c/o pop Convention statt. Wie in den Vorjahren teilt sich die Konferenz in die vier Themengebiete Digital Music, New Talent, Exchange & Connect und Music Meets Film auf. Die Veranstalter der c/o pop versuchen, die auftretenden Bands immer auch in den Kongressteil einzubinden.

Ein Beispiel in diesem Jahr ist Dirk von Lowtzow, der am Freitag mit seiner Band Tocotronic spielt. Neben einem Buch, das von Lowtzow gerade veröffentlichte, hat er aber auch die Filmmusik für »Styx« von Wolfgang Fischer gemacht. »Bei der c/o pop Convention sprechen wir mit ihm dann über das Thema Musik und Film. Wir schauen also, was Künstler jenseits ihrer Hauptprojekte noch alles machen und wo es Querverbindungen gibt.«

Neue Monetarisierungsmodelle seien bei der Convention laut Christoph seit Jahren das Querschnittsthema Nummer eins, und dazu zähle natürlich die Frage: »Was mache ich in der Zeit, in der ich gerade kein Album veröffentlicht habe und nicht auf Tour bin?« Als weitere Speaker haben sich unter anderem Susan Rogers, Vanessa Reed (PRS), Thomas Vidovic (UMPG) und Jörg Heidemann (VUT) angekündigt.

Wahrscheinlich müsse es sich noch ein bisschen in den Köpfen verfestigen, dass c/o pop Festival und Convention einen neuen Termin haben, denkt Christoph. »Grundsätzlich ist das Feedback aber durchweg positiv, auch wenn der Mai-Termin vorerst ein Übergangstermin ist.« Denn ab 2020 solle die Veranstaltung dann regelmäßig Ende April stattfinden.

Run auf die Tickets und ausverkaufte Shows

Für 2019 erwartet Ralph Christoph und sein Team genauso viele Akkreditierte wie im vergangenen Jahr. »In den letzten vier Wochen vor der Veranstaltung kommt naturgemäß noch mal der große Run, aber wir rechnen auf jeden Fall mit deutlich über 1000 Fachbesuchern.« Zudem sind die Festival-Tickets sowie die Einzelshows von Tocotronic, Olli Schulz und BHZ schon lange ausverkauft.