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Schweizer Musikmarkt wächst weiter

Zum dritten Mal in Folge verbuchte der schweizerische Musikmarkt ein Plus. Das zeigt die Jahresbilanz der IFPI für 2018. Demnach fuhren die Musikunternehmen im Bereich Recorded Music bei Einnahmen in Höhe von 170 Millionen Franken ein Umsatzplus von 3,7 Prozent ein. Aufs Streaming entfiel dabei in der Schweiz ein Umsatzanteil von inzwischen 58 Prozent.

18.03.2019 15:56 • von
Der schweizerische Umsatzkuchen: 53 Prozent der Einnahmen im schweizerischen Musikmarkt entfielen auf Musikabos, drei Prozent aufs Videostreaming und ein Prozent auf werbefinanzierte Streamingangebote - damit bewegen sich zwei reichweitenstarke Streamingformate etwa auf dem Niveau der Vinyl-LP. (Bild: IFPI Schweiz)

Zum dritten Mal in Folge verbuchte der schweizerische Musikmarkt ein Plus. Das zeigt die Jahresbilanz der IFPI Switzerland für 2018, die unter anderem Ivo Sacchi als Präsident der nationalen IFPI-Niederlassung und Managing Director Universal Music Switzerland, und IFPI-Geschäftsführer Lorenz Haas bei einer Runde im Rahmen des Branchentreffs m4music präsentierten.

Demnach fuhren die Musikunternehmen im Bereich Recorded Music bei Einnahmen in Höhe von 170 Millionen Franken ein Umsatzplus von 3,7 Prozent ein. 2016 hatte die Erholung mit einem kleinen Plus von einem Prozent eingesetzt, 2017 lagen die Zuwächse bei vier Prozent und somit knapp höher als nun im jüngsten Jahr. Historisch betrachtet rangiert der Schweizer Musikmarkt damit allerdings auf einer Höhe von nur knapp der Hälfte der noch im Jahr 2002 erzielten Umsätze.

Auf den Bereichen Streaming samt Audio- und Videodiensten entfielen dabei von Anfang Januar bis Ende Dezember 2018 Einnahmen in Höhe von 97,8 Millionen Franken - ein Zuwachs von 36 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017.

Der Umsatzanteil der verschiedenen Streamingangebote kletterte in der Schweiz auf inzwischen 58 Prozent. Rechnet man noch die Downloads hinzu, entfallen drei von vier Umsatzfranken in der Schweiz auf das Digitalgeschäft.

Allerdings ging es bei den Downloads deutlich bergab, Umsätze in Höhe von noch 31,3 Millionen Franken bedeuten für 2018 ein Minus von 23 Prozent.

Beinahe ebenso deutliche Einbrüche verbuchte das physische Geschäft: 40 Millionen Franken erwirtschafteten die Plattenfirmen in der Schweiz mit dem Verkauf von CDs, LPs und anderen Ton- und Bildtonträgern - im Vorjahrsvergleich ein Umsatzminus von 22 Prozent. Der physische Marktanteil sank derweil auf gerade einmal noch 24 Prozent. Während auf CD-Alben 21 Prozent der Umsätze im Gesamtmarkt entfielen, was das Format laut IFPI-Angaben "auf absehbare Zeit für den Musikmarkt wichtig" bleibt, kam Vinyl auf zwei Prozent.

"Mit Blick auf die skandinavischen Länder, wo Streaming einige Jahre Vorsprung hat, gehe ich davon aus, dass sich das gegenwärtige Wachstum auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird", prognostiziert Ivo Sacchi. "Das Potenzial in der Schweiz ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft." Laut Lorenz Haas habe sich Streaming "innerhalb weniger Jahre" und "atemberaubend schnell" zum "weitaus umsatzstärksten Segment entwickelt" und als "dominierender Vertriebskanal für Musik" entwickelt: "Die Herausforderung für die Labels liegt darin, ihre Geschäftsstrategie entsprechend auszurichten."

Mit der Veröffentlichung der Marktzahlen für 2018 stellte die IFPI Schweiz in ihrer Bilanz bei der Umsatzmessung auf Einzelhandelspreise um. Dies ermögliche eine genauere Erfassung des Gesamtmarkts, heißt es aus Zürich. Bislang hatte der Branchenverband seine Jahreszahlen auf Basis von Großhandelspreisen vorgelegt.