Unternehmen

Apple nimmt den Fehdehandschuh von Spotify auf

Kurz nachdem die Betreiber von Spotify bei den Wettbewerbshütern der EU eine Beschwerde gegen Apple wegen angeblich unfairer Wettbewerbspraktiken im App Store eingereicht haben, meldet sich der sonst gern stille US-Konzern nun auch offiziell zu Wort. Apple weist die Anschuldigungen von Spotify zurück und feuert zugleich eine Breitseite.

15.03.2019 17:06 • von
Lässt den Vorstoß von Spotify-CEO Daniel Ek zurückweisen: Apple-Boss Tim Cook (Bild: Apple)

Kurz nachdem die Betreiber von Spotify bei den Wettbewerbshütern der EU eine Beschwerde gegen Apple wegen angeblich unfairer Wettbewerbspraktiken im App Store eingereicht haben, meldet sich der sonst gern stille US-Konzern nun auch offiziell zu Wort. Apple weist die Anschuldigungen von Spotify zurück und feuert zugleich eine Breitseite über seine Onlineseiten:

Vor 16 Jahren sei Apple mit iTunes in den Musikmarkt eingestiegen, habe vor elf Jahren den App Store eröffnet und damit dazu beigetragen, dass App-Entwickler Millionen von Arbeitsplätzen schaffen und Umsätze von mehr als 120 Milliarden Dollar generieren konnten.

Apple garantiere den Nutzern einen sicheren und verlässlichen Marktplatz, den man zu weiterem Wachstum führen wolle. Zudem garantiere man allen Unternehmen, die den AppStore als Plattform nutzen, dies nach Regeln tun zu können, die für alle gelten. "Wir wollen, dass sich noch mehr Unternehmen im App-Umfeld entwickeln können - auch solche, die in Teilen mit unserem Geschäft konkurrieren, weil sie uns dazu bringen, besser zu werden."

Die Interessenslage von Spotify sei aber etwas ganz anderes, mahnt Apple: "Nachdem Spotify den App Store jahrelang genutzt hat, um sein Geschäft enorm auszubauen, ist Spotify bestrebt, alle Vorteile des App Store-Ökosystems - einschließlich der beträchtlichen Einnahmen, die es mit Kunden des App Store erzielt - einzubehalten, ohne einen Beitrag zu diesem Marktplatz zu leisten."

Zudem hält man bei Apple dem Mitbewerber im Streamingmarkt das jüngste Vorgehen gegen höhere Tantiemenzahlungen im US-Markt vor:

"Spotify hat selbstverständlich jedes Recht, sein eigenes Geschäftsmodell festzulegen.", heißt es bei Apple. "Aber wir fühlen uns verpflichtet zu reagieren, wenn Spotify seine finanzielle Motivation hinter irreführender Rhetorik verbirgt, über das wer wir sind, was wir aufgebaut haben und was wir tun, um unabhängige Entwickler, Musiker, Songwriter und Kreative sämtlicher Couleur zu unterstützen."

So weist Apple zunächst den Vorwurf zurück, die Abnahme neuer Versionen der Spotify-App zu blockieren: "Um das direkt klarzustellen: Wir haben im Auftrag von Spotify fast 200 App-Updates genehmigt und verteilt, was zu über 300 Millionen Downloads der Spotify-App geführt hat." Nur einmal habe man Nachbesserungen verlangt, als Spotify versuchte, die für alle Entwickler geltenden Regeln des App Stores zu umgehen.

Apple verweist unter anderem noch auf die angebotene Hilfe in Sachen Siri- und AirPlay-2-Integration, auf eine mit der üblichen Vorlaufzeit für den App Store freigegebene Spotify-App für die Apple Watch.

84 Prozent der Apps im App Store seien kostenfrei verfügbar, rechnet Apple vor und betont, den entsprechenden Entwicklern keine Gebühren für Downloads kostenloser Apps zu berechnen. Wer aber Abonnements oder Dienstleistungen über seine Apps anbiete, berechne Apple dafür im ersten Jahr 30 Prozent und danach 15 Prozent der Umsätze fürs Bereitstellen seines verlässlichen Zahlungssystems. Diese Gelder hatte Spotify als "Apple-Steuer" kritisiert.

Bei Apple macht man seine Position ganz klar: Spotify wolle die Vorzüge der Entwickler einer kostenfreien App, ohne aber die entsprechenden Voraussetzungen zu erfüllen. Dabei berechne man weder Gelder für Nutzer der für Nutzer kostenfreien Einsteigerversion von Spotify noch für Aboabschlüsse über Vermarktungspartnerschaften zum Beispiel mit Mobilfunkanbietern.

Auch heute noch falle bloß ein kleiner Bruchteil der Spotify-Abonnements unter das Revenue-Sharing-Modell von Apple, Spotify aber wolle diese Zahl auf Null drücken.

Apples Schlussfolgerung: "Ohne das App-Store-Ökosystem wäre Spotify nicht das Unternehmen, das es heute ist, aber jetzt nutzt es seine Größe, um zu vermeiden zur Erhaltung dieses Ökosystems beizutragen. Wir denken, dass das falsch ist."