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EU-Kommission will Beschwerde von Spotify gegen Apple prüfen

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will untersuchen, ob Apple eine marktbeherrschende Position zum Nachteil von anderen Marktteilnehmern wie Spotify ausnutzt. Der schwedische Streamingdienst hatte bei den Wettbewerbshütern der EU-Kommission eine Beschwerde eingereicht.

15.03.2019 11:43 • von Dietmar Schwenger
Will die Vorwürfe von Spotify gegen Apple untersuchen lassen: EU-Kommissarin Margrethe Vestager (Bild: EU-Kommission)

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will untersuchen, ob Apple eine marktbeherrschende Position zum Nachteil von anderen Marktteilnehmern wie Spotify ausnutzt. Der schwedische Streamingdienst hatte bei den Wettbewerbshütern der EU-Kommission eine Beschwerde eingereicht, weil man sich im App Store von Apple benachteiligt fühle.

"Wir müssen in diesem Zusammenhang die Rolle von Apple und von Apples App Store untersuchen", formulierte Vestager im Gespräch mit dem "Tagesspiegel". "Falls wir zu der Auffassung kommen, dass sie eine marktbeherrschende Stellung haben, wäre der Fall vergleichbar mit unserem Verfahren gegen Google."

Bei Google hatte die EU-Kommission in der Tat eine marktbeherrschende Stellung festgestellt, weil der Internetkonzern in Europa einen Anteil von etwa 90 Prozent bei der Internetsuche hat und sein Betriebssystem Android in etwa 80 Prozent der verkauften Mobiltelefone installiert ist.

Konkret sagte Vestager: "Wir haben eine Plattform, die Kunden zu verschiedenen Anbietern leitet, und dann beginnt die Plattform, solche Geschäfte selbst zu machen, also selbst zum Anbieter zu werden. Das ist ein Muster, das wir schon kennen. Und es betrifft eine Kernfrage des Wettbewerbsrechts, nämlich: Wie geht man mit Internetplattformen um?"

Spotify-CEO Daniel Ek wirft dem Mitbewerber im Streamingmarkt unfaire Geschäftspraktiken. Er sei davon überzeugt, dass Unternehmen in einem Umfeld agieren können müssten, das einen fairen Wettbewerb garantiert, schrieb Ek in einem Blogbeitrag:. Deshalb habe Spotify nach sorgfältiger Prüfung nun eine Beschwerde gegen Apple bei der Kommission eingereicht: "In den vergangenen Jahren hat Apple im App Store Regeln eingeführt, die die Wahlfreiheit gezielt einschränken und Innovationen auf Kosten der Benutzererfahrung ersticken", reklamiert Ek.

Apple sei in diesem Spiel Akteur und Schiedsrichter zugleich, und benachteilige dabei andere App-Entwickler gezielt. "Nachdem wir erfolglos versucht haben, die Probleme direkt mit Apple zu lösen, fordern wir nun die EU auf, Maßnahmen zur Gewährleistung eines fairen Wettbewerbs zu ergreifen", so Ek.

Der Spotify-CEO verweist auf Probleme unter anderem im Bereich der Preisgestaltung und der Kommunikation mit Kunden, aber auch bei der Abnahme von Updates. "Wir fordern keine Sonderbehandlung", macht Ek deutlich. "Wir wollen jedoch die gleiche Behandlung, die andere Apps im App Store wie Uber oder Deliveroo erfahren." Ek fordert gleiche Regeln für alle Anbieter von Apps, einschließlich Apple Music, eine für Nutzer freie Wahl der Zahlungssysteme und schließlich eine nicht durch die Betreiber von App Stores eingeschränkte Kommunikation zwischen Diensteanbietern und Nutzern.