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Französischer Musikmarkt legt um 1,8 Prozent zu

Im dritten Jahr hintereinander wächst der französische Musikmarkt: Im Vergleich mit dem Vorjahr kletterte der Bereich Recorded Music mit einem Gesamtumsatz von 735 Millionen Euro 2018 um 1,8 Prozent in die Höhe. Erstmals hat dabei nun auch in Frankreich der digitale Umsatz den physischen überholt.

15.03.2019 11:03 • von Dietmar Schwenger
Die Graphik zeigt die starken digitalen Zuwächse: die Umsatzanteile des französischen Musikmarkts 2018 (Bild: SNEP)

Im dritten Jahr hintereinander wächst der französische Musikmarkt: Im Vergleich mit dem Vorjahr kletterte der Bereich Recorded Music 2018 um 1,8 Prozent in die Höhe. Auch wenn dieser Anstieg bescheiden ausfällt, bestätigt er die positive Tendenz, die sich seit 2016 in Frankreich und der ganzen Welt abgezeichnet hat.

"Diese Resultate machen Mut und unterstreichen, dass sich die Branche an die neuen Konsumformen von Musik angepasst hat. Aber wir sind immer noch weit davon entfernt von den Höhen der frühen Nuller Jahre. Die heutigen Umsatzzahlen erreichen nur noch 40 Prozent des Markts vor 15 Jahren", teilt der französische Verband Syndicat National De l'Edition Phonographique (SNEP) mit.

Insgesamt verzeichnete der Verband einen Umsatz von 735 Millionen Euro. Das Besondere am Jahr 2018 sei, dass der digitale Umsatz mit 335 Millionen erstmals den physischen überholt habe, betont der Verband. Der digitale Anteil liege mit 256 Millionen nun bei 57 Prozent. Auch wenn die CD weiter an Boden verliert, sei sie in Frankreich widerstandsfähiger als in den meisten anderen Ländern. Das liege auch an einer einzigartigen Vertriebsinfrastruktur mit mehr als 4000 Handelsniederlassungen

Auch Vinyl trägt weiterhin zum starken physischen Geschäft in Frankreich bei. Mit vier Millionen ausgelieferten Exemplaren im Jahr 2018 haben sich die Verkaufszahlen von Schallplatten in den vergangenen fünf Jahren verfünffacht. Vinyl macht derzeit ein Fünftel des physischen Geschäfts aus.

Der wirkliche Motor der wiedergefundenen Stärke sei jedoch auch in Frankreich das Streaming - vor allem die Erlöse von Abomodellen, die um 23 Prozent zugelegt haben und mittlerweile den größten Umsatzanteil bei Recorded Music ausmachen. Bezahldienste von Deezer oder Spotify machen nun 41 Prozent der Musikumsätze aus - vor fünf Jahren betrug dieser Wert nur acht Prozent. Werbefinanzierte Streamingangebote steuern nun zehn Prozent bei. Zudem nutzen 46 Prozent der Musikhörer einen Streamingdienst; 5,5 haben ein Abo bei einem dieser Angebote.

Streaming breite sich weiter aus, führt der SNEP aus - und zwar nicht nur bei Teenagern. Diese seien zwar nach wie vor die Hauptnutzer, allerdings sind bereits 30 Prozent von Streamingnutzern älter als 50 Jahre. Insgesamt hat der Verband im vergangenen Jahr 57,5 Milliarden Streams gezählt - ein Plus um 35 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr. Ende Dezember wurden bis zu 1,3 Milliarden Streams pro Woche aufgerufen.

"Im Zeichen der Rückeroberung des Markts sind wir besonders stolz darauf, dass 19 der 20 bestverkauften Alben in dem Jahr von französischen Künstlern stammen. 80 Prozent der 200 erfolgreichsten Titel sind aus französischer Produktion", sagt Alexandre Lasch, Directeur Général SNEP.