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Deutscher Doppeltriumph bei ILMC

FKP Scorpio und CTS Eventim erhielten je einen Arthur Award, die am 7. März im Rahmen der ILMC zum 25. Mal vergeben wurden. Höhepunkte des Konferenzprogramms an dem Tag waren das Keynote Interview mit Roger Daltrey und eine Runde zum Ticketingzweitmarkt.

08.03.2019 09:55 • von Dietmar Schwenger
Ausgezeichnet mit je einem Arthur Award: Christian Steinhof (links, CTS Eventim) und Folkert Koopmans (FKP Scorpio) (Bild: MusikWoche)

FKP Scorpio und CTS Eventim erhielten je einen Arthur Award, die am 7. März 2019 im Rahmen der ILMC zum 25. Mal vergeben wurden. FKP-Scorpio-Gründer Folkert Koopmans wurde zum zweiten Mal als "Veranstalter des Jahres" ausgezeichnet, nachdem in der Vergangenheit bereits Stephan Thanscheid, Geschäftsführer FKP Scorpio, einen Arthur Award entgegen genommen hatte. Für CTS Eventim holte sich Christian Steinhof, Leiter Corporate Communications, einen Arthur Award ab.

Die unterhaltsame Zeremonie, die wie die ILMC im Stil und Dekor einer Zauberwelt à la Harry Potter über die Bühne ging, fand erneut im Sheraton Grand Park Lane Ballroom im Zusammenspiel mit einem ausverkauften Galadinner statt.

Zu weiteren Gewinnern der Arthur Awards gehörten PRG in der Kategorie "Production & Services", die Royal Albert Hall ("Spielstätte des Jahres") und das Festival British Summertime, das den Preis von Erik Jülicher und Jan Quiel (beide Wacken Festival) überreicht bekam. Das Wacken Open Air gehörte zudem wie Ticketmaster Germany und die DEAG zu den Sponsoren der Preisverleihung.

Nach den Arthur Awards verlagerte sich das Geschehen wieder ins ILMC-Hotel Royal Garden, wo unter anderem ein mitternächtliches Karaoke-Singen für Unterhaltung sorgte.

Höhepunkte des Konferenzprogramms an dem Tag waren das Keynote Interview mit Roger Daltrey und eine Runde zum Ticketingzweitmarkt. Der Who-Sänger sprach über schwierige Managemententscheidungen, sein Engagement für den Teenage Cancer Trust, würdigte das "Genie" von Pete Townshend sowie die Leistungen seiner verstorbenen Bandkollegen John Entwistle sowie Keith Moon und beklagte einen Verlust der Wertigkeit von Musik in der Gesellschaft. "Heute werden Leute mit einem YouTube-Channel höher angesehen als Musiker."

Das Ticketingpanel stand unter dem Motto "Secondary Ticketing - The Fightback". Stuart Galbraith (Managing Director Kilimanjaro Live) berichtete von den Erfolgen im Kampf gegen Zweitmarkt am Beispiel der jüngsten Ed-Sheeran-Tour. Noch liefen zwar Verfahren gegen ihn, die Viagogo als Reaktion auf das Vorgehen gegen die Zweitmarktplattform angestrengt hat, doch das störe ihn wenig. "Dafür gibt es ja Anwälte", sagte Galbraith.

Die UK-Parlamentarierin Claire Turnham berichtete in der von MusikWoche-Autor Olaf Furniss moderierten Runde eindrücklich, wie sie nach eigenen schlimmen Erfahrungen mit Viagogo die Initiative Victim Of Viagogo gründete, der sich inzwischen 14.000 Menschen angeschlossen haben und die über eine Million Pfund für Viagogo-Opfer erstritten hat.

Angesichts dieser Erfolge ist sich Reg Walker (The Iridium Consultancy) sicher: "Das Ende des Zweitmarkts ist in Sicht."

In dem Panel "The Venue's Venue: Close-up Magic" sprach Julia Frank (Wizard Promotions) von einer im Vergleich mit anderen Märkten "gesunden Verfassung" der deutschen Clubs, weil die Beteiligung an den Gewinnen diese motiviere, sich mehr für den Erfolg der jeweiligen Veranstaltungn einzusetzen.

Weitere Runden lauteten "New Technology: It's A Kind Of Magic", "Industry Investment: The Power Brokers" und "Touring Entertainment: New illusions", in der Christoph Scholz (Semmel Concerts) auch in diesem Jahr Live-Formate abseits von Rock/Pop-Konzerten vorstellte. Unter anderem präsentierten Jeff Pezzuti (Eyellusion) und Ahmet Zappa, ein Sohn von Frank Zappa, die kommende Hologramm-Show "The Weird World Of Frank Zappa".