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ILMC nimmt Fahrt auf

Mit der Begrüßung durch den ILMC-Geschäftsführer Greg Parmley und dem traditionellen Open Forum begann am 6. März das reguläre Konferenzprogramm des Londoner Livetreffs. Abends warteten Einladungen von Wizard Promotions, Dutch Impact und Semmel Concerts auf die Delegierten.

07.03.2019 10:54 • von Dietmar Schwenger
Eröffnete die 31. ILMC: Greg Parmley (Bild: MusikWoche)

Mit der Begrüßung durch den ILMC-Geschäftsführer Greg Parmley und dem traditionellen Open Forum begann am Morgen des 6. März 2019 das reguläre Konferenzprogramm des Londoner Livetreffs. Mit über 1000 Fachbesuchern sei das nur über Einladung zugängliche Event bereits drei Wochen vor Beginn erneut ausverkauft gewesen.

Parmley wies auch darauf hin, dass diese Ausgabe der ILMC womöglich die letzte sei, bei der Großbritannien noch Mitglied der EU sei. "Diese Veranstaltung wurde vor 31 Jahren gegründet, um alle Länder zusammenzubringen. Diesem Geist fühlen wir uns auch heute noch verpflichtet."

Passend dazu ging die Begrüßung nahtlos über in das Open Forum, das in diesem Jahr unter dem Motto "With Or Without EU" stand. Als Moderator fungierte Phil Bowdery (Live Nation UK), der John Giddings (Solo), Alex Hardee (Coda Agency), Detlef Kornett (DEAG), Tim Leiweke (Oak View Group), Bill Silva (Bill Silver Mgmt) und Marsha Vlasic (Artist Group International) nach den wichtigsten Entwicklungen im Livemarkt der vergangenen zwölf Jahren befragte.

So verwies Kornett auf eine GfK-Studie, laut der bereits 20 Prozent der Deutschen sich keine Konzerttickets mehr leisten könnten, weil die Preise zu stark gestiegen seien. "Wo sollen da neue Konzertgänger herkommen?"

Haydee analysierte, dass das Livegeschäft weltweit stagniere, wenn auch auf einem hohen Niveau. "Dafür sind die Labels dank Streaming so stark wie seit den 80er-Jahren nicht mehr. Hoffentlich geben sie uns jetzt einen Teil davon zurück. Denn die Liveindustrie ist jetzt der arme Cousin der Labels. Nach einigen großartigen Jahren könnten nun einige schwierige Jahre vor uns liegen."

Der einstige AEG-Manager Tim Leiweke, der zusammen mit Irving Azoff die Beteiligungsgesellschaft Oak View betreibt, führte aus, dass man weltweit mehr Arenen bauen werde, da es nach wie vor großen Bedarf an Hallen geben, die Künstlern wie Besuchern mehr Qualität und Service bieten könnten als die existierenden.

Zudem glaubt Leiweke, dass die angestrebte Fusion der Hallensparten von AEG und SMG die beiden Unternehmen vor große Herausforderungen stelle. "Ich bin mir nicht sicher, ob der Merger in Großbritannien oder Deutschland funktionieren wird."

Weitere Panels beschäftigten sich unter anderem mit Ticketing, Markenengagement im Livegeschäft, Festivals sowie dem Boom der Country-Musik. Darüber referierte unter anderem Oliver Hoppe, Geschäftsführer Wizard Promotions, der am Abend Geschäftspartner in die Bar Dirty Bones eingeladen hatte. Hier sang die junge US-amerikanische Country-Sängerin Sarah Darling einige Songs, während Burger und Chicken Wings im Country-Style serviert wurden.

Zeitgleich fanden auch ein Get-together von Semmel Concerts und eine weitere Ausgabe der niederländischen Showcasereihe Dutch Impact statt. Bei dem von Ruud Berends organisierten Event traten die drei holländischen Bands Lewsberg, Eut und Canshaker Pi auf.