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Anne-Sophie Mutter bekommt Polar Music Prize

Die deutsche Stargeigerin Anne-Sophie Mutter nimmt am 11. Juni in Stockholm vom schwedischen König Carl Gustaf den renommierten Polar Music Prize in der Klassiksparte entgegen. Weitere Preisträger sind HipHop-Pionier Grandmaster Flash sowie die Playing For Change Foundation.

13.02.2019 12:17 • von Frank Medwedeff
Holt sich den Preis in Stockholm ab: Anne-Sophie Mutter (Bild: Monika Höfler)

Die deutsche Stargeigerin Anne-Sophie Mutter wird am 11. Juni 2019 im Grand Hotel in Stockholm vom schwedischen König Carl Gustaf den renommierten Polar Music Prize in der Klassiksparte entgegennehmen. Die Violinvirtuosin, die schon im Teenageralter mit ihren Auftritten mit Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern berühmt wurde, sei "mit ihrer Stradivari unter dem Kinn" nicht nur "eine ledienschaftliche und risikobereite" Musikerin, sondern auch eine "Geschichtenerzählerin", heißt es in der Begründung der Jury. Ihre Bedeutung in der Musikwelt zeige sich unter anderem darin, dass viele bedeutende moderne Komponisten eigens Stücke für Mutter kreierten. Die aus Südbaden stammende und heute in München lebende Künstlerin demonstriere zudem mittels ihrers leidenschaftlichen Einsatzes für Gerechtigkeit "die Kraft und entscheidende Rolle von Musik in der Welt", so die von der Königlichen Schwedischen Musikakademie bestimmte Jury.

"Es ist eine große Ehre, dem illusten Kreis von Musikern anzugehören, die den Polar Music Prize erhalten haben", erklärte Anne-Sophie Mutter nach der Bekanntgabe. "Ich fühle mich zutiefst geehrt und berührt und kann es nicht erwarten, nach Stockholm zu kommen und die anderen Preisträger zu treffen."

Mit Anne-Sophie Mutter geht zum dritten Mal ein Polar Prize nach Deutschland nach den Ehrungen für den Komponisten Karlheinz Stockhausen 2001 und an den Bariton Dietrich Fischer-Dieskau 2005.

Im Bereich der Popmusik bekommt der US-amerikanische DJ und Musiker Grandmaster Flash den Polar Prize 2019. Der am 1. Januar 1958 auf Barbados als Joseph Saddler geborene Künstler habe bewiesen, dass "Turntables und Mixing-Konsolen Musikinstrumente sein können" und den Kurs der populären Musik verändert. Grandmaster Flash habe entscheidend dazu beigetragen, "in den Ruinen der Süd-Bronx" Mitte der 70er-Jahre HipHop zu kreieren, das heute führende Musikgenre in den Vereinigten Staaten und weltweit.

Eine weitere Auszeichnung beim Polar Music Prize geht in diesem Jahr an die Playing For Change Foundation für ihren Einsatz, unterpriviligierten Kindern rund um den Erdball eine Musik- und Kunsterziehung zu ermöglichen. Die Stiftung zeige auf, wie Musik genutzt werden könne, "um zu inspirieren, Brücken zwischen Menschen zu bauen, positive Veränderungen und Bedingungen für Frieden zu bewirken", so die Jury.

Der vom einstigen Abba-Manager Stig Andersson gestiftete Polar Music Prize wird seit 1992 vom schwedischen König für herausragende Leistungen der Musik verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Paul McCartney, Quincy Jones, Elton John, Joni Mitchell, Stevie Wonder, Ray Charles, Bob Dylan, Patti Smith, Keith Jarrett, B.B. King, Chuck Berry, Led Zeppelin, Pink Floyd, Nikolaus Harnoncourt, Isaac Stern, Pierre Boulez, Ennio Morricone, Renée Fleming, das Kronos Quartet oder Cecilia Bartoli.