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Vier Grammys für Kacey Musgraves

Countrysängerin Kacey Musgraves nahm bei der Grammy-Verleihung am 10. Februar im Staples Center in Los Angeles mit vier Trophäen, darunter der für das "Album des Jahres", die meisten Preise mit nach Hause. Jeweils drei Grammys heimsten Rapper Childish Gambino, Lady Gaga und Brandi Carlile ein.

11.02.2019 12:39 • von Frank Medwedeff
Rekordsiegerin der Grammys 2019: Kacey Musgraves (Bild: Universal Music)

Countrysängerin Kacey Musgraves nahm bei der 61. Grammy-Verleihung am 10. Februar im Staples Center in Los Angeles mit vier Trophäen die meisten Preise mit nach Hause. Dabei gewann die 30-jährige Sängerin und Songschreiberin für Golden Hour" in der prestigeträchtigen Kategorie "Album Of The Year" und holte zudem drei Awards in den Country-Rubriken: für "Golden Hour" als "Best Country Album", für "Butterflies" als "Best County Solo Performance" und gemeinsam mit ihren Ko-Autoren Luke Laird und Shane McAnally für den Song "Space Cowboy" als "Best Country Song.

Einer der großen Abräumer des Abends war auch der Rapper Childish Gambino, der für seinen Nummer-eins-Hit This Is America", einem musikalischen Appell gegen Rassismus und Waffengewalt, in den Sparten "Record Of The Year", "Song Of The Year" (gemeinsam mit seinen Ko-Songschreibern Ludwig Göransson und Jeffery Lamar Williams alias Young Thug) und "Best Rap/Sung Performance" gekürt wurde. "This Is America" gewann zudem auch den Grammy für das beste Musikvideo , wofür indes nicht Childish Gambino, sondern der Regisseur des Clips, Hiro Murai, und die Produzenten des Videos, Jason Cole und Fam Rothstein, ausgezeichnet wurden. Donald Glover alias Childish Gambino hat sich auf jeden Fall einen Platz in den Grammy-Geschichtsbüchern gesichert, da mit "This Is America" jeweils zum ersten Mal überhaupt ein Rap-Titel als Aufnahme des Jahres sowie als Song des Jahres geehrt wurde.

Nachdem die 2018er Grammy-Verleihung wegen der Vernachlässigung von Frauen in den Siegerlisten viel Kritik heraufbeschwor, war die diesjährige Gala stark weiblich geprägt. So standen Lady Gaga und Brandi Carlile mit je drei Grammys Kacey Musgraves kaum nach: Lady Gaga siegte mit "Joanne (Where Do You Think You're Goin'") in der Sparte "Best Pop Solo Performance", für Shallow" aus dem Soundtrack zu "A Star Is Born" gemeinsam mit Duett- und Filmpartner Bradley Cooper in der Sparte "Best Pop Duo/Group Performance" und als Ko-Autorin dieses Stücks auch noch in der Kategorie "Best Song Written For Visual Media". Brandi Carlile tirumphierte mit "By The Way, I Forgive You" als "Best Americana Album", und für den Titel "The Joke" daraus für die "Best Americana Roots Performance" und (mit drei Ko-Autoren) für den "Best Americana Roots Song".

Die Frauenquote steigerten unter anderem auch die englische Sängerin Dua Lipa, die als "Best New Artist" gekürt wurde, Ariana Grande für Sweetener" als "Best Pop Vocal Album" und nicht zuletzt Cardi B, die als erster weiblicher Solo-Act der Grammy-Geschichte den Award für das beste Rap-Album mit Invasion Of Privacy" gewann.

Deutsche Kandidaten gingen in diesem Jahr derweil leer aus. Allein in der Kategorie "Best Historical Album", in der die Compilation "Voices Of Mississippi: Artists And Musicians Documented By William Ferris" den Grammy erhielt, wirkten Deutsche gleich bei drei der vier weiteren Nominees mit. Allerdings konnte das Team um Robert Russ (Sony Classical) mit Andreas K. Meyer und Rebekah Wineman nun mit seiner Arbeit am Projekt "A Rhapsody In Blue - The Extraordinary Life Of Oscar Levant" nicht an den im Vorjahr mit "Leonard Bernstein - The Composer" errungenen Sieg anknüpfen, und auch das deutsche Label Bear Family Records kam mit den beiden Projekten "At The Louisiana Hayride Tonight ..." und "Battleground Korea - Songs and Sounds of America's Forgotten War" nicht zu Grammy-Ehren.

Ebenfalls ohne Grammy-Auszeichnung blieben Dirk Sobotka, der sein Tonmeister-Diplom an der Hochschule für Musik in Detmold machte, und auf zwei Nennungen als Kandidat in den Sparten "Producer Of The Year, Classical" und "Best Engineered Album, Classical" kam, sowie der Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in der Kategorie "Best Choral Performance" und die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Simon Rattle und mit Pianistin Yuja Wang für das Bartok-Klavierkonzert als "Best Classical Instrumental Solo".

Im Liveprogramm der von Alicia Keys moderierten Grammy-Gala traten unter anderen Kacey Musgraves, Lady Gaga mit Mark Ronson, Jennifer Lopez, Cardi B, Dua Lipa mit St. Vincent, Diana Ross, die mit zwei Grammys in den R&B-Kategorien geehrte H.E.R. und Janelle Monáe auf. Countryikone Dolly Parton brachte ein Medley ihrer Hits im Verbund mit Kacey Musgraves, Katy Perry, Miley Cyrus, Maren Morris und Little Big Town dar. Eine Latin-Music-Show zeigten Camila Cabello, Ricky Martin, J Balvin, Arturo Sandoval und Young Thug. Überraschungsgast war die ehemalige First Lady der USA, Michelle Obama, die über die Bedeutung von Musik sprach.

Die komplette Liste der Gewinner und Nominierten der Grammys 2019 findet sich hier.