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Spotify schreibt operativ erstmals schwarze Zahlen

Spotify schloss das vierte Quartal 2018 mit operativen Erträgen in Höhe von 94 Millionen Euro ab. Der Streamingdienst schreibt damit zumindest operativ erstmals einen Quartalsgewinn. Unterm Strich fielen im Fiskaljahr 2018 zwar Nettoverluste an, allerdings waren die Zahlen nicht ganz so tiefrot wie noch vor Jahresfrist.

06.02.2019 13:06 • von
207 Millionen aktive Nutzer, davon 96 Millionen Abonnenten, verhalfen Spotify im vierten Quartal 2018 erstmals zu einem Quartalsgewinn: die Spotify-Bilanz in ausgewählten Eckpunkten (Bild: twitter.com/SpotifyNews, Screenshot)

Spotify schloss das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2018 mit operativen Erträgen in Höhe von 94 Millionen Euro ab. Der Streamingdienst schreibt damit zumindest operativ erstmals einen Quartalsgewinn. Zudem hätten die Ergebnisse die eigenen Erwartungen übertroffen, heißt es aus dem Hause Spotify.

In den drei Monaten bis Ende Dezember 2018 nahm Spotify demnach weltweit 1,495 Millionen Euro ein, im Vorjahresvergleich ein Umsatzplus von 30 Prozent. Mit der Vermarktung des Musikabos nahm das Unternehmen 1,320 Millionen Euro ein, auch hier lagen die Zuwächse im Vergleich zum vierten Quartal 2017 bei 30 Prozent.

Die von den Rechteinhabern durchaus kritisch beobachteten durchschnittlichen ARPU-Einnahmen pro Abonnent gingen jedoch um sieben Prozent auf 4,89 Euro zurück. Bei Spotify verweist man in diesem Zusammenhang auf die wachsende Zahl auch an Familien- und Studentenabos, die den Durchschnittswert ebenso drücken würden wie die internationale Expansion in Wachstumsmärkte mit geringerer Kaufkraft. Allein im vierten Quartal kamen 13 neue Märkte in Asien und Nordafrika hinzu; Spotify ist nunmehr in 78 Nationen aktiv.

Im werbefinanzierten Bereich erzielte Spotify derweil im vierten Quartal bei Umsätzen von 175 Millionen Euro ein Plus von 34 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Aufwärts ging es auch bei den Nutzerzahlen: So weist Spotify fürs vierte Quartal 207 Millionen Nutzer aus, die wenigstens einmal im Monat auf den Dienst zugegriffen haben. 96 Millionen davon waren zahlende Kunden des Musikabos, 116 Millionen griffen auf das werbefinanzierte Angebot zu. Die Zuwächse im Abobereich lagen hier bei 36 Prozent und übertrafen somit das Plus von 24 Prozent bei den Nutzern der kostenlosen Einsteigervariante. Übergreifend lag das Plus bei 29 Prozent.

Unterm Strich fielen im Fiskaljahr 2018 zwar Nettoverluste an, allerdings waren die Zahlen nicht ganz so tiefrot wie noch vor Jahresfrist. Schrieb der Konzern Ende 2017 noch Verluste von 1,235 Milliarden Euro, so sanken die Miesen nun bis Ende 2018 auf noch 78 Millionen Euro. Die Umsätze von Spotify wuchsen derweil in den zwölf Monaten bis Ende Dezember auf 5,259 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,090 Milliarden Euro).

"Mit mehr als 200 Millionen Nutzern auf der ganzen Welt ist Spotify bereits eine der am häufigsten verwendeten Apps", lässt Spotify-CEO Daniel Ek im Umfeld der Bilanzvorlage per Blogpost wissen, in dem er auch den Zukauf zweier Podcast-Unternehmen erläutert. Angesichts der Herausforderungen im Wettbewerb der Streamingdienste und Entertainment-Anbieter würde er mit keinem anderen Unternehmen tauschen wollen, macht der Spotify-Gründer zudem klar. Denn er sei der festen Überzeugung, dass kein anderes Unternehmen über eine vergleichbare Größe und Reichweite verfüge wie Spotify.

Bis Ende 2019 peilt man bei Spotify bei Nutzerzahlen in einer Größenordnung zwischen 245 und 265 Millionen einen Zuwachs von bis zu 28 Prozent an. Die Zahl der zahlenden Kunden soll um bis zu 32 Prozent auf 117 bis 127 Millionen wachsen und die Umsätze auf bis zu 6,8 Millionen Euro klettern können. Dennoch geht das Unternehmen auch fürs neue Jahr von operativen Verlusten in Höhe von 200 bis 360 Millionen Euro aus.