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Neue europäische Allianz für fairen Ticketmarkt gegründet

Im Rahmen des Branchentreffs Eurosonic Noorderslag hat sich die Face-value European Alliance for Ticketing vorgestellt, eine Initiative gegen Schwarzhandel und Ticketwucher auf dem Ticketzweitmarkt. Zu den Gründungsmitgliedern gehören auch die deutschen Konzertagenturleiter Scumeck Sabottka (MCT) und Folkert Koopmans (FKP Scorpio).

18.01.2019 12:25 • von Frank Medwedeff
Engagiert sich in der FEAT für einen fairen Ticketmarkt: Scumeck Sabottka, Geschäftsführer von MCT (Bild: Florian Richter)

Im Rahmen des Branchentreffs Eurosonic Noorderslag hat sich die Face-value European Alliance for Ticketing (FEAT) vorgestellt, eine Initiative von wichtigen Repräsentanten der Livebranche gegen Schwarzhandel und Wucher auf dem Ticketzweitmarkt. Die Non-Profit-Organisation will, basierend auf den Aktivitäten und Erfahrungen von nationalen Initiativen wie der britischen FanFair Alliance, Lobbyarbeit in ganz Europa koordinieren für eine bessere Gesetzgebung, um Fans und Künstler vor Ticketspekulanten und -betrügern zu schützen und effektivere Strafmaßnahmen gegen diese durchzusetzen.

Zudem gehe es darum, Profis aus der Livemusikindustrie aus ganz Europa zusammenzubringen, damit sie ihr Know-how teilen und einen Konsens schaffen hinsichtlich des Ziels, einen fairen und sicheren Ticketing-Marktplatz in ganz Europa zu schaffen. Außerdem sieht die FEAT die Sammlung von Daten und Forschungsergebnissen als ihre Aufgabe an, um die Anliegen und Sorgen von Künstlern und Fans transparent zu machen und sicherzustellen, dass deren Interessen vertreten und ihre Stimmen gehört werden können.

Zu den Gründungsmitgliedern der FEAT gehören mit Folkert Koopmans von FKP Scorpio und Scumeck Sabottka von MCT auch die Geschäftsführer zweier renommierter deutscher Konzertagenturen. Mit an Bord sind ebenfalls die Schweizer Veranstalter Christof Huber (Incognito), Philippe Cornu (Wildpony) und Vincent Sager (Opus One), Pascal Van de Velde und Ben Giezenaar von der in den Niederlanden und Belgien aktiven Agentur Greenhouse Talent, Neo Sala von Doctor Music aus Spanien, Kim Worsøe von ICO aus Dänemark, der Franzose Olivier Darbois (Corida) und Peter Aiken von Aiken Promotions aus Irland.

Die Geschicke der FEAT leitet der Brite Sam Shemtob, der sich als Mitglied der All Party Parliamentary Group (APPG) seit Jahren gegen die Auswüchse des Ticketzweitmarkts einsetzt. Shemtob verwies bei der Vorstellung der FEAT in Groningen auf den Einsatz von nationalen Initiativen im Vereinigten Königreich, Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Spanien, und Italien, die in den letzten Jahren schon Früchte getragen hätten. Nun gelte es aber für diese Bewegungen, "sich zu verbinden, zusammenzuarbeiten und mit einer Stimme auf europäischer Ebene" zu sprechen, so Shemtob.

Scumeck Sabottka, der mit seiner MCT Agentur in Berlin zum Beispiel mit personalisierten Eintrittskarten und anderen Maßnahmen gegen Ticketmissbrauch und -schwarzhandel vorgeht und jetzt als Co-Direktor bei der FEAT fungiert, erklärte, es gelte die Ziele der Initiative durchzusetzen, da anderenfalls weiterhin "Fans und Künstler gleichermaßen von Dieben ausgeraubt werden". Sabottka bekräftigte: "Wenn wir alle an einem Strang ziehen und die EU-Gesetzgebung dazu bekommen, unserem Beispiel zu folgen, dann kann es letztlich funktionieren."

Der Spanier Neo Sala, einer der weiteren Co-Direktoren der FEAT, sagte: "Regierungen müssen verstehen, das Spekulantentum beim Ticketwiederverkauf eine missbräuchliche und unethische Praxis ist, die Menschen Schaden zufügt. Und sie müssen Gesetze erlassen, die dies praktisch unmöglich machen. Wir brauchen rechtliche Maßnahmen, die zur Vorbeugung die unverzügliche Schließung von Webseiten ermöglichen, die Tickets zum Verkauf anbieten, ohne vom Veranstalter des betreffenden Events dazu autorisiert zu sein."