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Hamburg wird Zentrum des Open Club Days

Mehr als 100 Musikspielstätten aus neun EU-Ländern beteiligen sich am 2. Februar an der zweiten Ausgabe des Open Club Days. In Hamburg, der Stadt mit den meisten beteiligten Locations europaweit, bieten dabei allein zehn Clubs geführte Touren, öffentliche Soundchecks sowie eine Podiumsdiskussion an. In Deutschland sind noch fünf weitere Clubs dabei.

16.01.2019 16:21 • von Frank Medwedeff
So soll es wieder sein: Reger Andrang beim Open Club Day (Bild: Simon Hermine)

Mehr als 100 Musikspielstätten aus neun EU-Ländern beteiligen sich am 2. Februar 2019 an der zweiten Ausgabe des Open Club Days. In Hamburg, der Stadt mit den meisten beteiligten Locations europaweit, bieten dabei zehn Clubs geführte Touren, öffentliche Soundchecks und eine Podiumsdiskussion an.

Kostenlose "Entdeckungstouren" sollen "Einblicke hinter die Kulissen der Veranstaltungsbetriebe gewähren", wie das Clubkombinat Hamburg mitteilt. Die Teilnahme von insgesamt zehn Hamburger Musikclubs am europaweit stattfindenden Aktionstag unterstreiche "eindrucksvoll die große Bedeutung der Clubkultur in der Hansestadt". Beteiligt sind die Clubs Astra Stube, Beat Boutique, Cascadas, Fundbureau, kukuun, Marias Ballroom, Molotow, Old Dubliner, Waagenbau und White Cube.

Bereits zum zweiten Mal öffnen Musikclubs in ganz Europa am selben Tag ihre Türen. Beim Tag der offenen Clubtür stehen die verschiedenen Berufsfelder eines Veranstaltungsbetriebs, deren Räume und Herausforderungen sowie die Anforderungen und die dort geleistete, teils ehrenamtliche Arbeit im Blickpunkt. Publikum, Musiker, Nachbarn und andere Interessierte können an Führungen durch die Veranstaltungsorte teilnehmen und erhalten Einblicke in Räume, die für das breite Publikum normalerweise nicht zugänglich sind: Bühne, Backstagebereich, Garderoben oder Büros.

Erstmals wird in diesem Rahmen in Hamburg eine geführte Club-Tour als "Club-Safari" angeboten. Die Besuchergruppe wird durch einen Guide gemeinsam zu den nah beieinander liegenden Clubs an der Sternbrücke (Fundbureau, Waagenbau, Astra Stube und Beat Boutique) geleitet. So ergibt sich die Möglichkeit, neue Spielstätten sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Clubs kennenzulernen

Das Clubkombinat Hamburg lädt zwölf Monate vor der Bürgerschaftswahl anschließend um 18 Uhr zum Politik-Talk "Quo Vadis, Clubkultur?" ins Fundbureau ein. René Gögge (Sprecher für Kultur und Wissenschaft - Bündnis 90/Die Grünen) und Jens P. Meyer (Sprecher für Kultur, Stadtentwicklung und Gleichstellung - FDP) stellen sich im Gespräch den Fragen von Thore Debor (Geschäftsführer Clubkombinat Hamburg). Der Eintritt zu den Aktionen im Rahmen des Open Club Days ist kostenlos.

Der Tag der offenen Clubtür (Open Club Day) verbindet als Gemeinschaftsaktion der Live DMA, dem europäischen Netzwerk für Musikspielstätten und Festivals, Musikbühnen in ganz Europa und zeigt "deren Bedeutung als kulturelle, soziale und wirtschaftliche Akteure auf". Ziel sei es, wie das Clubkombinat Hamburg formuliert, "das Bewusstsein für die Arbeit dieser fragilen Brutstätten für musikalische Talententwicklung, Vielfalt und Ausdruckskraft zu schärfen und Musikclubs als wichtigen Bestandteil der europäischen Kultur sichtbar zu machen".

Bundesweit präsentieren sich neben den genannten Hamburger Clubs noch fünf weitere Musikspielstätten in Deutschland an dem Aktionstag: das Feierwerk und das Harry Klein in München, die halle02 in Heidelberg, die Scheune in Dresden sowie das Indiego Glocksee in Hannover.

Es gelte, "denjenigen, die nicht oder noch nicht aktiv am Nachtleben teilnehmen, Einblick in Clubs, Veranstaltungsorte und andere Musikspielstätten zu geben" verkündet die LiveMusikKommission (LiveKomm), der 13 der teilnehmenden deutschen Clubs angehören. "Stereotypen und Vorurteile, die oftmals mit Live-Musikereignissen verbunden sind, führen dazu, dass der wahre Wert dieser kulturellen Orte nicht verstanden wird. Dies soll durch die Schauplätze und die Realität der täglichen Arbeit dort entmystifiziert werden", so die LiveKomm. Der Open Club Day fördere den Austausch "zwischen Profis, Nachbarn, Aktivisten, Familien, Politikern und neugierigen Nachtschwärmern".

Marc Wohlrabe, Vorstand Live DMA und Vorstand LiveKomm, erläutert: "Mit dem Open Club Day machen wir Musikclubs als einen Teil unserer europäischen Kultur sichtbar und präsentieren der Öffentlichkeit den Kosmos 'Club-Betrieb' mit seinen Facetten als Musikbühne, Begegnungsstätte und Arbeitsplatz. Wir machen damit erlebbar, was ein Club ist, wie diese Orte als sozialer Raum im Bereich der Kulturwirtschaft funktionieren, und wie wir kulturelle Teilhabe in unseren Städten ermöglichen."

David Süß, Betreiber des beteiligten Münchner Clubs Harry Klein und Vorsitzender des Verbands der Münchner Kulturveranstalter (VdMK), erklärt: "Wir freuen uns, am Open Club Day 2019 dabei zu sein. Als Club ist es uns wichtig, aktiv am Stadtleben teilzunehmen und für viele Besucher*innen offen zu sein. Auch mit dem VdMK unterstützen wir die Idee des Open Club Day ausdrücklich und freuen uns, mit zahlreichen unserer Mitglieder in den kommenden Jahren dabei zu sein."

Thore Debor, Geschäftsführer des Clubkombinats Hamburg, liefert noch folgendes Zitat: "Auch im zweiten Jahr des Open Club Days öffnen deutschlandweit die meisten Musikbühnen ihre Türen in Hamburg. Dies ist ein starkes Signal für den Zusammenhalt im Netzwerk und zeigt das Interesse der Hamburger Clublandschaft an einer europaweiten Vernetzung."