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Deutsche Musikwirtschaft schlägt für 2018 versöhnliche Töne an

2018 war ebenso von der Diskussion ums Urheberrecht geprägt wie vom Ende des Echo, von Übernahmen im Vertrieb wie von Wetter- und Sicherheitsfragen im Veranstaltungsbereich. Das zeigt die MusikWoche-Umfrage zum Musikjahr. Unterm Strich ziehen viele Marktteilnehmer eine positive Bilanz.

20.12.2018 16:55 • von Jonas Kiß
Sehen den Trend positiv: Florian Drücke und Jens Michow (Bild: Markus Nass/BVMI ; Klaus Westermann/BDV)

2018 war ebenso von der Diskussion ums Urheberrecht geprägt wie vom Ende des Echo, von Übernahmen im Vertrieb wie von Wetter- und Sicherheitsfragen im Veranstaltungsbereich. Das zeigt die MusikWoche-Umfrage zum Musikjahr. Unterm Strich ziehen viele Marktteilnehmer eine positive Bilanz.

»Der deutsche Musikmarkt konnte sich nach einer Schwächeperiode zur Jahresmitte wieder etwas erholen«, berichtet Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI), kurz vor dem Jahresende. Zum Halbjahr 2018 lag das Geschäft mit Recorded Music hierzulande noch um zwei Prozent hinter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres zurück: »Der Ausblick auf ein auch physisch vermutlich wieder etwas stärkeres Weihnachtsgeschäft aufgrund starker Alben-Veröffentlichungen im vierten Quartal nährt die Hoffnung auf einen positiven Gesamttrend für das Jahr 2018.« Für 2019 rechnet Drücke mit weiteren Zuwächsen im Streamingbereich und einem Marktanteil von bis zu rund 60 Prozent hierfür.

»Ich habe den Eindruck, dass das Veranstaltungsgeschäft auch 2018 weitgehend konstant verlief«, berichtet bdv-Präsident Jens Michow über die Entwicklung im Livemarkt. Auch das Wetter habe dazu beigetragen: Obwohl Nachwirkungen der Unwetter der vergangenen Jahre »durchaus auch 2018 noch festzustellen waren«, seien die Festivalveranstalter laut Michow froh, »nach so langer Zeit endlich mal wieder einen trockenen Sommer ohne Naturkatastrophen zu erleben«.

Positive Aspekte

Verschiedene Marktteilnehmer streichen ebenfalls positive Aspekte des Musikjahres heraus: Universal Music habe seinen Anteil an den Album- und Singlescharts »weiter erhöht« und damit seine »Position an der Spitze nochmals gefestigt«, fasst Frank Briegmann zusammen, President & CEO Universal Music Central Europe und Deutsche Grammophon. »Wir hatten 2018 das stärkste Geschäftsjahr der letzten zehn Jahre«, betont Andreas Klöpfel, COO & CFO Central Europe Warner Music.

»Mit Dynoros 'In My Mind' halten wir die Single des Jahres und mit Capital Bra feiern wir einen in dieser Geschwindigkeit und Größe lange nicht dagewesenen Breakthrough im Markt«, berichtet André Mühlhausen, Senior Vice President Commercial Division GSA Sony Music.

Aber auch bei manch unabhängigem Unternehmen lief es rund: So blickt das Telamo-Team um Ken Otremba auf das erfolgreichste Jahr seit der Firmengründung 2012 zurück und nimmt im Label-Ranking der GfK-Jahrescharts Platz acht ein.

Mit Eloy de Jong und dessen Gold-Debütalbum »Kopf aus - Herz an« habe man zudem den erfolgreichsten Newcomer des Jahres etabliert: »Es macht uns sehr stolz, diesen Erfolg in dem großartigen Team um Eloy und Christian Geller, Warner Music und Starwatch entwickelt zu haben«, sagt Ken Otremba. »Es ist und bleibt einfach die Königsdisziplin im Musikgeschäft, ein Newcomer-Thema in Rekordzeit auf Edelmetallstatus zu heben.«

Das alles dürfte sich auch bei den Einnahmen der Songschreiber und Textdichter bemerkbar machen: »Die Erträge der GEMA aus allen Inkassobereichen und damit die Ausschüttungen an unsere Mitglieder werden wieder auf hohem Niveau liegen«, lässt der GEMA-Vorstandsvorsitzende Harald Heker wissen.

Was zahlreiche weitere Branchenrepräsentanten für bedeutsame Entwicklungen im Jahr 2018 hielten erfahren Abonnenten in MusikWoche Heft 51-52/2018 oder hier.

Abgesehen von der allgemeinen Einschätzung des Markts wollte MusikWoche von den Teilnehmern der Jahresumfrage auch wissen, wie sich ihr Geschäft 2018 entwickelt hat.

Mit dabei sind Ole Feltes (Eventbrite Deutschland), Michael Hapka (Anschutz Entertainment Group Operations), Michael Krause (Spotify),Wolfgang Weyand (IMUC), Frank Steinert (Supersteini Musikmarketing), Ralf Kokemüller (Mehr-BB Entertainment), Stefan Kleist (Edel:Distribution Edel Germany), Vanessa Achzenik (SAP Arena), Frank-Peter Leffler (Kontor New Media), Patrick Wiechert-Paulsen, (Velomax Berlin), Michael Hoeweler (Amazon Music Deutschland), Christof Strimitzer (Messe Congress Graz MCG), Natascha Augustin (Warner/Chappel Music Germany), Peter Schwenkow (DEAG), Michael Brill (D), Heinz Stroh (Deutscher Musikverleger-Verband), Dieter Schubert und Michael Bisping (a), Norman Görlitz, (Meistersinger Konzerte MSK), Desiree Vach, (Verband unabhängiger Musikunternehmen), Götz von Einem (Peermusic), Stephan Jaekel (Stage Entertainment), Patrick Strauch (Managing Director Sony/ATV), Ina Keßler (Initiative Musik) und Klaus-Peter Schulenberg (CTS Eventim).