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Bayerischer Popkulturpreis verliehen

Im Funkhaus des Bayerischen Rundfunks in München erhielten das Modular Festival Augsburg, das Projekt Plug In Beats, der Verein Wanderbühne und der Club Bogaloo am 19. Dezember den Bayerischen Popkulturpreis.

20.12.2018 09:51 • von Jonas Kiß
Bei der Preisverleihung: Bernd Schweinar (links, Geschäftsführer VPBy) mit den Siegern des Bayerischen Popkulturpreises (Bild: MusikWoche)

Im Funkhaus des Bayerischen Rundfunks in München erhielten das Modular Festival Augsburg, das Projekt Plug In Beats, der Verein Wanderbühne und der Club Bogaloo am 19. Dezember 2018 den Bayerischen Popkulturpreis. Der Verband für Popkultur in Bayern (VPBy) richtete die Preisverleihung aus.

Durch die Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie erhielt jeder der Gewinner ein Preisgeld von 2000 Euro.

In der Jury saßen Experten aus Musikwirtschaft und Medien, darunter Edi van Beek (Musikchef Bayern 3), Thomas Moser (Rock Antenne), Stefan Schnabel (München Ticket), Dietmar Schwenger (MusikWoche) und Julia Viechtl (Fachstelle Pop München) sowie Abgeordnete aus dem Bayerischen Landtag. Für die musikalische Auflockerung des Events sorgte die Singer/Songwriterin Stacia aus Augsburg.

Der stellvertretende Hörfunkdirektor des Bayerischen Rundfunks, Walter Schmich, strich in einer Begrüßungsrede heraus, dass die Veranstaltung, die bis 2016 unter dem Namen Bayerischer Rockpreis Pick Up bekannt war, inzwischen auf immer mehr Resonanz stoßen würde. Das zeige sich daran, dass es mittlerweile schon vier Awards statt wie früher nur einen Preis gäbe.

Der Bundestagsabgeordnete Erhard Grundl von Bündis90/Die Grünen hielt die Laudatio für den aktuell von der Schließung bedrohten Club Bogaloo in Pfarrkirchen. In seiner Rede prangerte er die verhältnismäßig bescheidene Popkulturförderung Bayerns im Vergleich zu anderen Bundesländern und Städten an."Das Dorf Stuttgart gibt schon seit mehr als einem Jahrzehnt doppelt so viel für Popkulturförderung aus wie das flächenmäßig größere und wirtschaftlich stärkere Land Bayern. Berlin zahlt etwa das achtfache an das dortige Musicboard, was in den Popkultursektor investiert wird."

Als positives Beispiel für Popkultur im ländlichen Raum lobte er den Club Bogaloo, der den Preis in der Kategorie Bester Club gewann.

Der Preis in der Kategorie Inklusion ging an die Initiatoren des Projekts "Plug In Beats - Munich's First (Smart)phone Party" im Feierwerk München, dass Flüchtlingen ein Forum bietet. Organisator Thomas Lechner hielt eine beachtliche Rede, in der er zu einer öffentlichen Debatte über den Integrationsbegriff anregte. Dabei kritisierte er unter anderem die sogenannte Leitkultur, da diese andere Kulturen ausschließen würde:

"Deshalb bin ich froh, dass wie diesen Preis für die Inklusion gewonnen haben, denn seit einiger Zeit formulieren wir als Teil der sozialen und kulturellen Arbeit unser Unbehagen an einem Konzept von Integration, wie es in der Politik und Öffentlichkeit mehrheitlich formuliert wird. Wir kritisieren vor allem die Integration als einseitige Anpassungsleistung."

In der Kategorie Innovation gewann die Wanderbühne e.V., die im Ballungsraum Nürnberg, Fürth, Erlangen im monatlichen Turnus von Stadtteil zu Stadtteil zieht. In der Begründung der Jury hieß es, "das niedrigschwellige Kulturangebot zielt vor allem auf unterrepräsentierte Stadtteile ab, wodurch die Wanderbühne in Mittelfranken wertvolle kulturelle Aufbauarbeit" leiste.

Den Preis für Nachhaltigkeit nahmen die Veranstalter des Modular Festivals in Augsburg mit nach Hause. Das vom Stadtjugendring Augsburg veranstaltete Modular Festival zeichne sich vor allem durch Kontinuität, die vielfältige Programmqualität und die Mitarbeit einer hohen Zahl an jugendlichen Ehrenamtlichen aus, wie es bei der Jury hieß. Außerdem spielen wichtige Themen, wie Nachhaltigkeit, Müll-Trennung und -Vermeidung sowie ein verantwortungsbewusster Umgang mit Ressourcen eine übergeordnete Rolle bei der Planung und Durchführung des Festivals.