Livebiz

Mit Sicherheit in die Halle

Die veränderte weltpolitische Sicherheitslage hat auch für die Betreiber von Spielstätten Auswirkungen. MusikWoche fragte ausgesuchte Arenenbetreiber nach ihren Erfahrungen mit den gestiegenen Anforderungen und Erwartungen in diesem Bereich.

19.12.2018 12:42 • von Jonas Kiß
Eine sichere Halle: die SAP Arena in Mannheim (Bild: SAP Arena)

Die veränderte weltpolitische Sicherheitslage hat auch für die Betreiber von Spielstätten Auswirkungen. MusikWoche frage ausgesuchte Arenen nach ihren Erfahrungen mit den gestiegenen Anforderungen und Erwartungen in diesem Bereich.

»Das Bedürfnis nach mehr Sicherheit ist gestiegen und damit auch die Umsetzung konkreter Maßnahmen - hier gibt es auch kein Zurück mehr«, sagt Sybil Franke, Geschäftsführerin Velomax und verantwortlich unter anderem für das Velodrom und die Max-Schmeling-Halle in Berlin. »Bei uns gibt es kein grundsätzliches Taschenverbot, Gepäckastücke über DIN-A4 werden bereits seit 2017 kostenpflichtig abgenommen, die Einlasskontrollen bei den Besuchern wurden zusätzlich erhöht. Ebenso wurden die Zutrittskontrollen in den Backstagebereichen intensiviert, ob Mitarbeiter, Gäste oder andere Dritte - eine flächendeckende personalisierte Kontrolle erfolgt auf allen Ebenen.« Sie weist auch darauf hin, dass die Abstimmungen mit den Behörden, dem Sicherheitsdienst und dem Veranstalter »sehr engmaschig und individuell« durchgeführt würden, auch nähmen sie entsprechend Zeit in Anspruch.

Sabine Loos und Jochen Meschke, Geschäftsführung Westffalenhallen Dortmund, ergänzen, dass die Besucher selbst einen gesteigerten Wert auf gründliche Kontrollen legten und daher viel Verständnis für entsprechende Maßnahmen hätten. »Die Absprachen zwischen dem Tourneeveranstalter, dem örtlichen Veranstalter und uns als Hallenbetreiber sind intensiviert worden, ein Koordinierungsgespräch vor Ort bringt alle Beteiligten zuverlässig zusammen.« Die beiden verweisen auf ein fast 50 Seiten starkes Sicherheitskonzept, das man entwickelt habe und das Stichworte wie Risikobewertung, Fluchtwege und Räumungsszenarien umfasst.

Auch Christof Strimitzer, Leitung Marketing und Kommunikation bei der Messe Congress Graz, betont, dass man das Thema Sicherheit als Betreiber der zweitgrößten Veranstaltungshalle in Österreich schon immer sehr ernst genommen habe. »Gemeinsam mit unseren Veranstaltern werden für jedes Event die passenden, zugeschnittenen Sicherheitskonzepte entwickelt, um allen Beteiligten einen sicheren und angenehmen Veranstaltungsbesuch zu ermöglichen. Mit der Bereitstellung von aktuell gebrieftem und der Besucherzahl entsprechendem Einlasspersonal und Eingängen versuchen wir trotz erhöhtem Kontrollaufwand durch Taschenkontrollen oder Body Checks zügige Durchgänge an den Schleusen zu ermöglichen.«

Was außerdem Andreas Adolph, Leiter ÖVB-Arena Bremen, Moritz Jaeschke, Geschäftsführer Jahrhunderthalle Frankfurt, Michael Brill, Geschäftsführer der Düsseldorfer Betreibergesellschaft D, Ole Hertel, Senior Director Events & Deputy General Manager, Anschutz Entertainment Group Operations (AEG), Philipp Franke, Geschäftsführer der Leipziger Betreibergesellschaft ZSL, Vanessa Achzenik, jüngst zur Leiterin Event Management in der Mannheimer SAP Arena aufgstiegen, Nils Hoch, Leiter Veranstaltungen und Vertrieb/Mitglied der Geschäftsleitung Olympiapark München, und EVVC-Präsidentin Ilona Jarabek zum Thema sagen, lesen Abonnenten in MusikWoche, Heft 49/2018, im dazugehörigen Livepaper oder hier.