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Applaus kürte die Spielstätten des Jahres

Das Institut fuer Zukunft in Leipzig, das LOCH in Wuppertal und die Halle424 in Hamburg haben bei der Applaus-Verleihung am 14. November in Mannheim die Auszeichnungen als Spielstätten des Jahres erhalten. Die Initiatoren von der Initiative Musik vergaben außerdem zweimal den Preis für Gleichstellung, zwei Sonderpreise der Jury und einen Award für das "beste Programm im ländlichen Raum".

12.11.2018 17:11 • von
Leider ohne die kurzfristig verhinderte Kulturstaatsministerin Monika Grütters: die Preisträger, Jury-Mitglieder und Initiatoren des Spielstättenprogrammpreises Applaus beim Abschlussbild am Abend des 14. November auf der Bühne des Rosengarten in Mannheim (Bild: Daniel Schulz und Alessio Troncone)

Das Institut fuer Zukunft in Leipzig in der ersten Kategorie, das LOCH in Wuppertal in der zweiten und die Halle424 in Hamburg in der dritten Kategorie haben bei der Applaus-Verleihung am 14. November 2018 im Rosengarten in Mannheim die Auszeichnungen als Spielstätten des Jahres erhalten. Die Initiatoren des von der Initiative Musik vergaben außerdem zweimal den Preis für Gleichstellung, zwei Sonderpreise der Jury und einen Award für das "beste Programm im ländlichen Raum".

Die Applaus-Jury lobt das Institut fuer Zukunft (IfZ) als einen "kulturellen Leuchtturm für elektronische und experimentelle Musik". Zudem stehe das IfZ "für eine basisdemokratische Organisation, für Engagement in der lokalen Nachwuchsförderung und für das Bestreben, einen in allen Bereichen diskriminierungsfreien und inklusionsfördernden Rahmen zu schaffen".

Das LOCH in Wuppertal sei "ein Ort für innovativen Jazz sowie experimentelle Pop- und elektronische Musik" und habe seit der Eröffnung der Spielstätte im Oktober 2015 die ehemalige Jugendbibliothek Bücherschiff "mit qualitativ hochwertigen Konzerten" belebt.

Die Halle424 wurde schließlich "vor allem für ihre genreübergreifende Programmauswahl" ausgezeichnet, in der sich "völlig selbstverständlich Rock, Pop und Jazz" mischen und "auf ein offenes Stammpublikum" treffen würden.

Mit dem IfZ und dem LOCH erhalten zudem beiden Spielstätten des Jahres in den ersten beiden Kategorien auch den mit jeweils 5000 Euro dotierten Preis für "Gleichstellung". Diese Auszeichnung gehe damit an zwei Livemusikclubs, "die in ihrem Engagement für Gleichberechtigung Maßstäbe setzen" würden, heißt es aus Mannheim. Beide hätten seit Jahren beweisen, "dass Inklusion umfassend gelebt werden kann - auf der Bühne, an der Clubtür, im Backstage und im Tagesgeschäft".

Ebenfalls 5000 Euro gab es für den saxstall im sächsischen Pohrsdorf, der den Preis fürs "Beste Programm im ländlichen Raum" erhielt. Die Applaus-Jury lobte dabei "ein vielseitiges musikalisches Programm, bei dem vor allem die gesamte Breite des Jazz - mit Schwerpunkt zeitgenössischer Jazz - berücksichtigt" werde.

Bereits zum vierten Mal vergab die Jury schließlich zwei mit je 2500 Euro dotierte Sonderpreise, die "einzelne Akteure und Institutionen für ihr besonderes, gesellschaftliches Engagement in der Livemusikszene" würdigen sollen. Die Sonderpreise gingen an das Büro von Offensivkultur aus Lutterbeck für die Initiative "Eine Million gegen Rechts" und an die Green Music Initiative mit ihrem Green Club Index. "Eine Million gegen Rechts" hat es sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2019 eine Million Euro zu sammeln und will mit dem Geld Jugendzentren in Brandenburg, Sachsen und Thüringen unterstützen.

Das Pilotprojekt Green Club Index der Green Music Initiative wurde zudem als "das erste nationale Projekt zum Thema Energieeffizienz für Musikclubs" gelobt und dafür, mit einem kostenlosen Energieberatungsprogramm, das enorme Klimaschutzpotenzial in diesem Bereich erschließen zu wollen.

Bereits zuvor hatten die Veranstalter um die Initiative Musik die 94 Preisträger in den drei Hauptkategorien bekanntgegeben, aus deren Reihen am Abend des 14. November nun die Spielstätten des Jahres gekürt wurden. In der ersten Kategorie erhalten 26 Preisträger Preisgelder von jeweils 40.000 Euro, in der zweiten Gruppe gibt es jeweils 20.000 Euro für 20 Applaus-Sieger und in der dritten Kategorie jeweils 7500 Euro für 48 Preisträger.

Nordrhein-Westfalen führt die Liste mit 19 Siegern an, dicht gefolgt von Bayern mit 16 Kandidaten und Baden-Württemberg mit 14 Preisträgern.

Insgesamt belaufen sich die von der Initiative Musik beim Applaus ausgeschütteten Fördergelder auf 1,8 Millionen Euro, was den Applaus nach Angaben der Initiatoren zum höchstdotierten Bundesmusikpreis macht.

Die Gelder stammen aus dem Budget von Monika Grütters,der Staatsministerin für Kultur und Medien. Laut Grütters sei der Applaus vor allem den vielen kleinen Musikclubs gewidmet, "die mit ihren ambitionierten und innovativen Rock-, Pop- oder Jazz-Angeboten für eine lebendige und vielseitige Musiklandschaft im ganzen Land sorgen".

Monika Grütters musste ihre Teilnahme an der Applaus-Verleihung indes in diesem Jahr kurzfristig absagen - die Beratungen der Bundesregierung zur Digitalstrategie machten der Kulturstaatsministerin hier einen Strich durch die Rechnung. Als ihr Stellvertreter übernahm mit Günter Winands der Ministerialdirektor und Amtschef der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien die Rede und die Verleihung.

Für Dieter Gorny, Aufsichtsratsvorsitzender Initiative Musik, hat der Applaus in den letzten Jahren nicht nur an Statur gewonnen, "der Preis ist ein Bestandteil der Kulturszene geworden", so Gorny weiter. "Er ist wichtig für die Clubmacher, weil er einmal im Jahr Aufmerksamkeit auf das Phänomen lenkt, dass sie kulturelle Produktionsstätten und Kulturorte sind, die hochgradig zur Standortqualität beitragen."

Alle Preisträger 2018

Kategorie I

Spielstätten, die im Jahr 2017 ein "kulturell herausragendes Programm mit mindestens 104 Konzerten im Jahr angeboten haben", erhalten eine Urkunde sowie 40.000 Euro Förderung.

- Altes Spital, Bad Kötzting, Bayern

- b flat, Berlin- Badehaus, Berlin

- Bunker Ulmenwall, Bielefeld, Nordrhein-Westfalen

- Cafe Central Weinheim, Baden-Würrtemberg

- Cafe Glocksee,Hannover, Niedersachsen

- Cafe Museum Passau, Bayern

- Chemiefabrik Dresden, Sachsen

- Club Bahnhof Ehrenfeld / YUCA, Köln, Nordrhein-Westfalen

- Colos-Saal, Aschaffenburg, Bayern

- Hafenklang, Hamburg- Horns Erben, Leipzig, Sachsen

- Institut fuer Zukunft, Leipzig, Sachsen

- Jazz Club A-Trane, Berlin

- Jazzhaus Freiburg, Baden-Württemberg

- Jazzkeller Frankfurt, Hessen

- Jazzkeller Krefeld, Nordrhein-Westfalen

- Kunstfabrik Schlot, Berlin

- Motorschiff Stubnitz, Rostock, Mecklenburg-Vorpommern

- Museumskeller Erfurt, Thüringen

- Objekt 5, Halle, Sachsen-Anhalt

- saxstall Pohrsdorf, Sachsen

- Sonic Ballroom, Köln, Nordrhein-Westfalen

- Steinbruch, Duisburg, Nordrhein-Westfalen

- Theaterstübchen Kassel, Hessen

- Zig Zag Jazz Club, Berlin

Kategorie II

Spielstätten, die im Jahr 2017 "ein kulturell herausragendes Programm mit mindestens 52 Konzerten im Jahr angeboten haben", erhalten eine Urkunde sowie 20.000 Euro Förderung.

- Club Bastion, Kirchheim unter Teck, Baden-Württemberg

- Feinkost Lampe, Hannover, Niedersachsen

- Hafen 2, Offenbach, Hessen

- Jazz Club Minden, Nordrhein-Westfalen

- Jazzclub Augsburg, Bayern

- Jazzclub Bamberg, Bayern

- Jazzclub Hannover, Niedersachsen

- Jazzclub Regensburg, Bayern

- Jazz-Schmiede Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen

- Kaiserkeller Detmold, Nordrhein-Westfalen

- Konzerte im C.Keller, Weimar, Thüringen

- Kulturwerkstatt Disharmonie, Schweinfurt, Bayern

- Live im CVJM, Lübeck, Schleswig-Holstein

- LOCH, Wuppertal, Nordrhein-Westfalen

- M.A.U. Club, Rostock, Mecklenburg-Vorpommern

- P8 - Panorama, Karlsruhe, Baden-Württemberg

- Sendesaal Bremen

- Substanz, Osnabrück, Niedersachsen

- Tonhalle Hannover, Niedersachsen

- UT Connewitz, Leipzig, Sachsen

Kategorie III

Veranstalter und Spielstätten, die im Jahr 2017 "mindestens 10 Konzerte durchführten", erhalten eine Urkunde sowie 7.500 Euro Förderung.

- ACHTER (früher "Jazz im Rudersport"), Wiesbaden, Hessen

- Alte Brauerei, Annaberg-Buchholz, Sachsen

- Club Manufaktur, Schorndorf, Baden-Württemberg

- club w71, - Weikersheim, Baden-Württemberg

- Comment Dire, Bonn, Nordrhein-Westfalen

- Die Sünde, Weiden in der Oberpfalz, Bayern

- Dumont, Aachen, Nordrhein-Westfalen

- FatJazz urban exchange, Hamburg

- Freiraum, Köln, Nordrhein-Westfalen

- Glashaus, Bayreuth, Bayern

- Guten-Morgen-Eberswalde, Brandenburg

- Halle424 im Oberhafen, Hamburg

- Handiclapped-Kultur Barrierefrei, Berlin

- Hauskonzerte, München, Bayern

- HoRsT, Frankfurt am Main, Hessen

- In Situ Art Society, Bonn, Nordrhein-Westfalen

- Jazz am Bahnhof, - Kalchreuth, Bayern

- Jazz am Schießberg, Calw, Baden-Württemberg

- jazz and beyond, München, Bayern

- Jazz in der Stadt, Bad Kreuznach, Rheinland-Pfalz

- Jazz in Frankfurt, Frankfurt am Main, Hessen

- Jazz Montez, Frankfurt am Main, Hessen

- Jazz+, München, Bayern

- Jazzclub Biberach, Baden-Württemberg

- Jazzclub Heidelberg, Baden-Württemberg

- Jazzclub Ilmenau, Thüringen

- Jazzclub Karlsruhe, Baden-Württemberg

- Jazzclub Leipzig, Sachsen

- Jazzclub Singen, Mühlhausen-Ehingen, Baden-Württemberg

- Jazzforum Bayreuth, Bayern

- jazzGAP, Garmisch-Partenkirchen, Bayern

- Jazzinitiative Mainz, Rheinland-Pfalz

- Jazzkeller 69 e.V. für "Jazzszene Berlin", Berlin

- Jazzkongress, Freiburg, Baden-Württemberg

- Jazzwerkstatt, Wuppertal, Nordrhein-Westfalen

- Jugendcafe Zwiesel, Bayern

- KIT Water Music, Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen

- Klever Jazzfreunde, Kleve, Nordrhein-Westfalen

- Komma - Jugend und Kultur in Esslingen, Wendlingen, Baden-Württemberg

- Kreativquartier Ruhrort, Duisburg, Nordrhein-Westfalen

- Kultur im Esel, Einbeck, Niedersachsen

- New and Used, Bremen

- ORT, Wuppertal, Nordrhein-Westfalen

- Philleicht Jazz, Ladenburg, Baden-Württemberg

- Real Live Jazz, Köln, Nordrhein-Westfalen

- Side-Ways Series, Berlin

- Verein zur Förderung des zeitgenössischen Jazz in Darmstadt, Hessen

- WirGarten Erfurt, Thüringen