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Charts KW 46: BAP brechen Beatles-Bestmarke

Niedeckens BAP schwingen sich mit dem Livealbum "Live & deutlich" an die Spitze der deutschen Longplaycharts und übertreffen sogar die Beatles als nun einzige Band mit zwölf Alben auf eins hier. Capital Bra, der Seriensieger der Singlescharts, muss sich mit dem Einzug seines Albums "Allein" auf Rang zwei begnügen. Auch in den Top 100 Singles dieser Woche bleibt der Rapper Zweiter hinter KitschKriegs "Standard".

09.11.2018 16:47 • von Frank Medwedeff
Lässt mit BAP gar die Beatles hinter sich: Wolfgang Niedecken (Bild: Tina Niedecken)

Niedeckens BAP schwingen sich mit dem Livealbum Live & deutlich" direkt an die Spitze der deutschen Longplaycharts. Dies ist hier bereits die zwölfte Nummer eins für die Rockband aus Köln um Sänger und Songschreiber Wolfgang Niedecken - die damit einen neuen Rekord als die Formation mit den meisten Longplayspitzenreitern hierzulande aufstellt und laut GfK Entertainment die Beatles mit ihren elf Alben auf dem deutschen Chartsgipfel in der All-Time-Bestenliste der Bands auf Rang zwei verweist.

Rapper Capital Bra, der Seriensieger der Top 100 Singles in diesem Jahr mit sechs eigenen Titeln und einem Gastauftritt bei Bushido auf dem Chartsthron, muss sich mit dem Einzug seines neuen, einstweilen nur digital erhältlichen Albums Allein" auf Rang zwei zufrieden geben. "Allein" ist bereits der zweite Longplayer des produktiven Rappers aus Berlin in diesem Jahr, nach Berlin lebt", mit dem er im Frühsommer die Pole Position in den Top 100 Longplay erklomm.

Metallica bringen ihren zum 30-jährigen Jubiläum in erweiterten und neu abgemischten Editionen wiederaufgelegten Albumklassiker "... And Justice For All" als Wiedereinsteiger auf den dritten Rang. Von null auf vier sprintet Bob Dylan mit More Blood, More Tracks", der 14. Folge der "Bootleg Series". Mit seinem 57. Album in den deutschen Top 100 setzt die Songwriterlegende Bones MC & Raf Camora mit ihren Palmen aus Plastik 2" um eine Stelle zurück auf die Fünf.

Es schließen sich dann vier Neuzugänge nacheinander an: Die britischen Breakbeat-Spezialisten The Prodigy reihen sich mit No Tourists" auf Rang sechs ein, gefolgt von Trailerpark-Rapper Sudden mit Ihr braucht mich", Dead Can Dance, der australisch-britischen Band um Lisa Gerard und Brendan Perry, mit Dionysus" sowie Home Invasion - In Concert At The Royal Albert Hall", einer Konzertaufnahme des englischen Progrockmusikers Steven Wilson. Die Top 10 komplettiert der A Star Is Born"-Soundtrack mit Lady Gaga und Bradley Cooper.

Nächster Neueinsteiger ist auf Position 17 die Konzertkonserve Garden Of The Titans", die eine Show der schwedischen Metalband Opeth im Red Rock Amphitheatre in der Nähe von Denver, Colorado, dokumentiert. Marianne Faithfull greift derweil mit Negative Capability" auf Rang 27 ins Geschehen ein, und die Comedy-Rocker Tenacious D halten Einzug mit Post Apocalypto" auf Platz 30 - einen Rang vor Sick Of It All mit Wake The Sleeping Dragon!". Barbra Streisand ist mit Walls" neu an 34. Stelle notiert.

In der Rangliste der Vertriebsfirmen zu den Top 100 Longplay erringt Universal Music mit 50,1 Prozent Marktanteil in dieser Woche die absolute Mehrheit. Warner Music sichert sich mit 19,8 Prozent den zweiten Platz knapp vor Sony Music (19,3 Prozent). GoodToGo (6,8 Prozent) und Believe/Soulfood (2,3 Prozent) vervollständigen die Top 5.

In den Top 100 Singles behaupten KitschKrieg feat. Trettmann, Gringo, Ufo361 und Gzuz mit Standard" die in der Vorwoche eroberte Tabellenführung. Capital Bra liegt auch hier mit Allein", dem Titeltrack seines Albums, auf Rang zwei (ebenfalls wie in der Vorwoche) und klettert zugleich mit Ich liebe es", seiner Kooperation mit Xatar und Samy, von vier auf drei. Ebenfalls um eine Position auf die Vier rauf geht es für Dynoro & Gigi D'Agostino mit In My Mind". Lucianos "Meer" sinkt folglich vom dritten auf den fünften Platz.

Capital Bra, stellt mit Maybach", einer Kollaboration mit Bushido, auf Rang 16 hier den höchsten Neueinsteiger der Woche - und ist insgesamt 17 Mal in den Top 100 Singles vertreten (inklusive seines Gastauftritts auf Bushidos Track Inshallah", der aktuell Platz 83 belegt).

Universal Music ist mit 37,0 Prozent Chartsanteil bei den Singles im Distributorenranking vorn, aber Sony Music folgt nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Beiträge Capital Bras mit 34,2 Prozent nicht weit entfernt. Warner Music kommt hier auf 20,4 Prozent, vor Edel/Kontor (4,1 Prozent) und GoodToGo (3,3 Prozent).

Die Bravo Hits 103" bleiben dominant in den Top 30 Compilations. Die RTL Hits 2018" sind auf Rang zwei einziger Neuankömmling im Vorderfeld und verdrängen den Karneval der Stars 48" an die dritte Position.

Sony Music übernimmt hier die Tabellenspitze der Vertriebsfirmen mit einem Marktanteil von 32,1 Prozent und verweist Universal Music (28,9 Prozent) und Warner Music (21,3 Prozent) auf die Plätze. Es folgen Pavement Records (7,0 Prozent) sowie Edel/Kontor (6,4 Prozent).