Handel

CISAC verzeichnet Rekord bei Tantiemen im Online-Bereich

2017 stiegen die weltweiten Lizenzeinnahmen für Urheber um 6,2 Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar an. Dies geht aus dem aktuellen "Global Collections Report" der CISAC hervor. Demnach überschritten die Tantiemen aus Online-Einnahmen nun erstmals die Marke von einer Milliarde Euro.

08.11.2018 13:18 • von Jonas Kiß
Trotz Rekord herrscht bei der CISAC noch keine Euphorie: Mit 1,27 Milliarden Euro machen die Tantiemen aus Online-Einnahmen nur 13 Prozent am weltweiten Geschäft mit Lizenzen aus (Bild: CISAC "Global Collections Report" 2017, Screenshot)

2017 stiegen die weltweiten Lizenzeinnahmen für Urheber um 6,2 Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar an. Dies geht aus dem aktuellen "Global Collections Report" der CISAC vom 8. November 2018 hervor.

Bereits 2016 wuchsen die Einnahmen der Verwertungsgesellschaften weltweit um sechs Prozent, doch 2017 überschritten die Tantiemen aus Online-Einnahmen nun erstmals die Marke von einer Milliarde Euro und verbesserten sich auf 1,27 Milliarden Euro.

Der Rekord im Online-Bereich könne aber laut CISAC nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erträge im Digitalbereich immer noch weit unter den Lizenzeinnahmen aus Rundfunk, Live-Aufführung und Hintergrundnutzung liegen. Denn die Tantiemen aus digitalen Quellen machen nur 13 Prozent am Gesamtgeschäft mit Lizenzen aus und haben sich im Vergleich zum Vorjahr um gerade einmal um zwei Prozent gesteigert.

Dies verdeutliche "das extreme Ungleichgewicht zwischen der Menge an Kreationen, die über digitale Kanäle verfügbar gemacht werden und den Summen, die an die Urheber zurückfließen", wie es aus Paris heißt.

Auch Harald Heker|U, Vorstandsvorsitzender GEMA, missfällt dieses Verhältlnis: "Die Erträge der Verwertungsgesellschaften haben sich 2017 positiv entwickelt - in Deutschland, Europa und weltweit. Das ist ein sehr erfreuliches Ergebnis." Es dürfe aber laut Heker nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Einnahmen im Online-Bereich gegenüber anderen Ertragssparten wie TV und Radio oder dem Live-Bereich deutlich geringer ausfallen.

"Die GEMA wird sich weiter dafür einsetzen, die angemessene Beteiligung der Musikschaffenden an der Wertschöpfung im Internet sicherzustellen. Die als 'Value Gap' bezeichnete Schieflage im Online-Bereich muss endlich beseitigt werden. Das EU-Parlament hat im September wegweisende Vorschläge zur Modernisierung des Urheberrechts verabschiedet. Jetzt sind die EU-Institutionen am Zug, eine rasche Einigung auf den Weg zu bringen, damit sich ein fairer Online-Markt für kreative Inhalte entwickeln kann", so Heker weiter.

Neben Film und Fernsehen, bildender Kunst, Schauspiel und Literatur machen Musikurheber den größten Anteil der globalen Lizenzeinnahmen aus. Die Einahmen aus der Musiklizenzierung betrugen im vergangenen Jahr 8,34 Milliarden Euro und stiegen damit um sechs Prozent an.

Der "Global Collections Report", den die CISAC auf ihren Onlineseiten zum Download bereithält, basiert auf hochgerechneten Zahlen aus 121 der 239 Nationen, die die Dachgesellschaft vertritt; die Mitgliedsorganisationen der CISAC, darunter neben der GEMA zum Beispiel SUISA oder AKM, zählen weltweit rund vier Millionen Kreativschaffende zu ihren Mitgliedern.