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Most Wanted: Music zieht am Eröffnungstag die Mengen an

Am 7. November fiel in Berlin der Startschuss zu Most Wanted: Music. Die Veranstalter der Berlin Music Commission begrüßen bei ihrem Kongress an zwei Tagen rund 120 Referenten zu 80 Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops - und haben mit ihrem Programm offenbar viele richtige Akzente gesetzt, denn die allermeisten Veranstaltungen waren gut besucht.

08.11.2018 09:02 • von
Diskutierten in einer umfangreich besetzten Runde Möglichkeiten und Probleme bei Entwicklung von Musikstädten und Kreativstandorten: Nina Lütjens (4. von links) und Olaf Gemse Kretschmar (5. von links) (Bild: MusikWoche)

Am 7. November fiel in der Alten Münze in Berlin der Startschuss zu Most Wanted: Music 2018. Die Veranstalter der Berlin Music Commission um den Vorstandsvorsitzenden Olaf "Gemse" Kretschmar|U und Kongressleiter Stephan Hengst|U begrüßen bei ihrem Kongress an zwei Tagen rund 120 nationale und internationale Referenten zu 80 Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops - und haben mit ihrem Programm offenbar viele richtige Akzente gesetzt, denn die allermeisten Veranstaltungen waren gut besucht.

Das zeigte sich bereits nach der Eröffnung durch Kretschmar und Christian Rickerts, Staatssekretär bei der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, bei dem es unter anderem um die notwenige Selbstorganisation der Szene und der Branche ging, bei einem von Olaf Kretschmar und NIna Lütjens (Stiftung Zukunft Berlin, Berlin Music Commission) geleiteten Roundtable zur Entwicklung nationaler und internationaler Musikstädte und Kreativstandorte. Hier standen Fragen der Vernetzung, der Know-how-Vermittlung und Finanzierung beziehungsweise Förderung ebenso im Fokus wie die Probleme kleinerer und mittelständischer Unternehmen, sich in urbanen Räumen zu behaupten, wenn Investoren nachrücken und Quartiere mit entsprechendem Kapital entwickeln.

Der Stadt- und Wirtschaftsgeograph Bastian Lange (Multiplicities, Universität Leipzig) forderte dabei unter anderem bessere Rahmenbedingungen und mehr Rückendeckung von Politik und Verwaltung bis hin zu einem Bestands- und Milieuschutz für kreative Akteure in urbanen Gebieten, aus denen sie ansonsten meist radikal verdrängt würden. An dem Roundtable wirkten unter anderem Detlef Schwarte|U (Reeperbahn Festival), Ralph Christoph|U (c/o pop), Fruzsina Szep|U (Lollapalooza Berlin), Katja Hermes|U (Sound Diplomacy) und Christian Goiny als Haushalts- und Medienpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus mit.

Als das Roundtable ein wenig verspätet endete, wartete bereits eine lange Schlange an Interessenten auf die anschließende Runde, bei der es um künftige Entwicklungen im Musikverlagsgeschäft gehen sollte. Vor einem nicht ganz so überbesetzten Plenum stellte außerdem Ina Keßler als Geschäftsführerin der Initiative Musik an gleicher Stelle später zudem die von der Initiative Musik federführend organisierten deutschen Aktivitäten im Rahmen des German Haus auf der SXSW in Texas vor. Unter anderem ging es dabei um den Bewerbungsprozess für Musiker für den Showcaseteil des Festivals, aber auch um die nötige Vorbereitung eines SXSW-Aufenthalts.

Ein thematischer Schwerpunkt von Most Wanted: Music liegt zudem erneut auf Zukunftstechnologien und digitalen Möglichkeiten. So standen gleich mehrere Runden auf der Agenda, die um Beispiele und Präsentationen rund um Artificial Intelligence und Blockchain-Technologien kreisten. Mit dabei unter anderem Diarmuid Moloney als Mitbegründer des britischen Start-ups Rotor, das passend zu Songs kostengünstige Musikvideos auf Basis von vorgefertigten Sequenzen und Stimmungen errechnet, aber auch die Veranstalter des Leipziger Seanaps-Festivals, die Festivalbesuchern mit Hilfe von Blockchain-Technologien transparent machen wollen, wie die eingenommenen Gelder verwendet und verteilt werden.

In einer der Schlussrunden des ersten Kongresstages widmete sich Musikverleger und Autor Christian Arndt|U mit Designer Alexander Branczyk, Dirty Doering (Katermukke), Ellen Dosch (Management Dr. Motte), der Künstlerin Danielle de Picciotto und Claudia Schneider (Pearls Booking) der Entwicklung im Bereich Technokultur und elektronischer Musik im deutschsprachigen Raum vom Underground bis hin zu jüngsten Phänomene wie "AFD wegbassen" - und kündigte dabei auch die bei Edel Books anstehende Veröffentlichung seines Buchs "Electronic Germany" an.