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Dritter Listen To Berlin: Award verliehen

Am 6. November ging vor knapp 400 Zuschauern im Berliner Kesselhaus zum dritten Mal der Listen To Berlin: Award über die Bühne. Zu den Preisträgern gehören Tresor-Gründer Dimitri Hegemann und Berndt Schmidt vom Friedrichstadt-Palast.

07.11.2018 16:43 • von Dietmar Schwenger
Sieger: Alle Preisträger des dritten Listen To Berlin: Award (Bild: Dan Taylor)

Am 6. November ging vor knapp 400 Zuschauern im Berliner Kesselhaus zum dritten Mal der Listen To Berlin: Award über die Bühne. Zur Verleihung des Berliner Musikpreises waren Persönlichkeiten aus allen Bereichen der Musikwirtschaft sowie aus Politik und Gesellschaft geladen.

In seiner einleitenden Rede beantworte Olaf "Gemse" Kretschmar|U (Vorsitzender der Berlin Music Commission BMC), der die festliche Gala gemeinsam mit Torsten Wöhlert (Staatssekretär für Kultur) eröffnete, die Frage, ob man einen weiteren Musikpreis überhaupt brauche, mit einem "Ja". "In der Musikwirtschaft haben wir stets neue Themen, Herausforderung und Schwierigkeiten zu bewältigen. So ein Musikpreis ist zum einen Kommunikation, macht Trends und Tendenzen sichtbar, und ist zugleich Branchenplattform und Nachwuchsförderung."

Schon in der Eröffnungsrede war das später auch bei der eigentlichen Preisverleihung wichtige Thema "Haltung" der Dreh- und Angelpunkt. Kretschmar mahnte an, dass es nicht ausreiche, eine politische Haltung zu postulieren. "Wir müssen auch einen konkreten Umgang damit finden, wenn sich Menschen zum Beispiel bei unseren Business-Events fremdenfeindlich äußern." Zwei Laudatoren, der Grünen-Politiker Erhard Grundl und das CDU-Mitglied Diana Kinnert lieferten sich einen intensiven Schlagabtausch zu den Themen Haltung, Kunst und angewandte Politik.

Für Begeisterung und ausgelassene Stimmung im Publikum sorgten besonders die Musikeinlage von Uns und das Live-Set von Ani Klang. Für Spaß sorgten außerdem die Moderatoren Nadine "Natze" Kreutzer und Nilz Bokelberg, die mit viel Wortwitz durch den Abend führten. Zu den Laudatoren gehörten zudem Katja Lucker|U (Musicboard) und Anja Caspary|U (radio eins)..

Einer der emotionalen Höhepunkte des Awards war die Verleihung des "Rolf Budde Preis für Haltung" zu Ehren des 2018 verstorbenen Verlagschefs Rolf Budde|U. Die Auszeichnung ging an Reclaim Club Culture für die aus zahlreichen Clubs bestehende Initiative "AfD Wegbassen", zu deren Gegendemonstration sich Ende Mai fast 50.000 Menschen im Herzen Berlins zu einem gemeinsamen Umzug und Protest zusammengefunden hatten.

Die Award-Zeremonie war zugleich der inoffizielle Auftakt zur Most Wanted: Music (MW:M) Convention, die in diesem Jahr in der Alten Münze stattfindet. Am 7. und 8. November kommen über 500 Repräsentanten der Musikwirtschaft und der MusicTech-Szene in Berlin zusammen, um Panels, Workhops und das Abendprogramm zu erleben.

Der Listen To Berlin: Award wird von der Berlin Music Commission kuratiert und versteht sich als Prädikat für bemerkenswerte Leistungen in der Musikindustrie. In der Kategorie Publikumspreis für Künstler konnte das Publikum bis zum 9. Oktober unter allen auf der diesjährigen "listen to berlin"-Compilation vertretenen Künstleren online einen Sieger bestimmen.

Eine neunköpfige Jury, bestehend aus Lucy Thomas (Give Something Back to Berlin), Mona Rübsamen|U (FluxFM), Nina Lütjens (Stiftung Zukunft Berlin), Olaf Kretschmar (Vorstand Berlin Music Commission), Peter Hayo (Perkypark Music), STAAB (r.o.t), Stephan Hengst|U (Teleporter Music), Tim Thaler (BLN.FM) und Ueli Hälfinger (FluxFM) entschied in einer gemeinsamen Jurysitzung über die Gewinner der weiteren sieben Kategorien.

Alle Preisträger:

Entwicklungs-Preis/Preis für Förderung und Entwicklung der Berliner Musikszene

Dimitri Hegemann

Preis für Musikjournalisten

Christoph Schrag

Jurypreis für Künstler

Katja Aujeski

Preis für Sound For Media-Synch

Nikko Weidemann & Mario Kamien für Babylon Berlin

Nachwuchspreis Musikvideo

Natalia Bazina für das Video zu "She" von Alice Phoebe Lou

Publikumspreis für Künstler

Kingsley Q

Rolf Budde Preis für Haltung

Reclaim Club Culture Collective

Ehrenpreis

Berndt Schmidt, Friedrichstadt-Palast