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Deutschrap beflügelt den Streamingmarkt

Deutschsprachiger HipHop ist auch 2018 das Maß aller Dinge. Allein 14 Rap-Alben auf Platz eins der Offiziellen Deutschen Charts bis zur Kalenderwoche 42 sprechen eine deutliche Sprache. In einer Umfrage wollte MusikWoche wissen, ob der Zenit bereits erreicht oder 2019 eine weitere Steigerung möglich ist und welche Rolle das Streaming dabei spielt.

22.10.2018 10:07 • von Jonas Kiß
Die Streaming-Überflieger des deutschsprachigen HipHop: Raf Camora und Bonez MC (Bild: Pascal Kerouche)

Deutschsprachiger HipHop ist auch 2018 das Maß aller Dinge. Allein 14 Rap-Alben auf Platz eins der Offiziellen Deutschen Charts bis zur Kalenderwoche 42 sprechen eine deutliche Sprache. In einer Umfrage wollte MusikWoche wissen, ob der Zenit bereits erreicht oder 2019 eine weitere Steigerung möglich ist und welche Rolle das Streaming dabei spielt.

»Deutschsprachiger HipHop ist seit mehr als zwei Jahrzehnten erfolgreich, mal mehr und mal weniger«, erklärt Ronny Boldt, Manager Raf Camora und Geschäftsführer des Labels Indipendenza. »Im Moment wird viel gesigned, wie immer, wenn etwas erfolgreich ist, wollen alle dabei sein. Wie sich das auf die Qualität der Veröffentlichungen auswirkt ist absehbar. Die kreativen Impulse werden aber weiter von den unabhängigen Zellen und Indielabels kommen, hier wurde in den letzten zehn Jahren der Grundstein für den heutigen Erfolg gelegt. HipHop ist für mich das einzige Genre, das es in den letzten Jahren geschafft hat, sich immer weiter zu entwickeln und neue Innovationen zu schaffen. Deshalb bin ich sehr zuversichtlich, dass wir uns auch nach dem Platzen der nächsten "HipHop-Blase" auf viele erfolgreiche Veröffentlichungen und Künstler freuen dürfen.« Streaming spielt für Boldt hierbei in einer Zeit der fortschreitenden Digitalisierung natürlich eine extrem große Rolle. »Insbesondere muss man hier das sehr gute Zusammenspiel der Künstler, Managements, Labels und der Streamingservices hervorheben.«

Für Kristof Jansen, Label-, Artist- und Repertoire Manager Groove Attack und Rough Trade, liegt die Dominanz von Deutschrap »an den großen Veröffentlichungen, aber eben auch daran, dass das Genre sich früh vom Mainstream unabhängig gemacht hat. Viele der großen Medien betreiben seit Jahren immer wieder eine Art Volkssport darin, Rap über einen Kamm zu scheren und als Schmuddelkind zu verschreien. Dabei ist Rap auf Deutsch schon lange autark. Das ständige Gebashe führt auch immer wieder zu einer Art Streisand-Effekt.«

Was außerdem Danny D-Bo Bokelmann von der Wolfpack Entertainment Family, Michael Stockum, Vice President Four Music, Timo Pieper, PR & Labelmanagement bei distri, Ramin Bozorgzadeh, Label Head Chapter One, Roman Grote, HipHop-Labelmanager bei Soulfood Music, Elvir Omerbegovic, President of Rap Selfmade Records und Universal Music Germany, Siad Rahman, Head of A&R Warner Music Central Europe, Andreas Weitkämper, Managing Director Domestic Central Europe, und Sebastian Andrej Schweizer, Geschäftsführender Gesellschafter Chimperator Productions, und Künstlermanagerin Bettina Wohlgefahrt zur Entwicklung sagen, lesen Abonnenten in MusikWoche, Heft 42/2018, im E-Paper oder hier.