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Reichlich Rückhalt für den Opus Klassik, aber auch ein bisschen Kritik

Der Neustart beim Opus Klassik trifft bei den Akteuren auf ein zumeist positives Echo. Viele Labelmacher, Händler und Veranstalter stellen sich in einer MusikWoche-Umfrage hinter die Entscheidung, den neuen Preis noch einmal nach alten Regeln zu vergeben. Aber es gibt auch kritische Stimmen.

12.10.2018 15:05 • von Jonas Kiß
Bei der Premiere des Opus Klassik mit an Bord: Thomas Gottschalk übernimmt erneut die Rolle als Gastgeber (Bild: Josef Fischnaller)

Der Neustart beim Opus Klassik, den der Verein zur Förderung der Klassischen Musik erstmals am 14. Oktober im Konzerthaus Berlin verleiht, trifft bei den Akteuren auf ein zumeist positives Echo. Viele Labelmacher, Händler und Veranstalter stellen sich in einer MusikWoche-Umfrage hinter die Entscheidung, den neuen Preis noch einmal nach alten Regeln zu vergeben. Aber es gibt auch kritische Stimmen. Hinzu kommen zahlreiche Wünsche an eine Neuausrichtung für die kommenden Jahre.

»Ich halte die Entscheidung, die Preisverleihung in diesem Jahr stattfinden zu lassen und damit der Klassik sowohl im TV als auch im Konzertsaal einen entsprechenden Raum geben zu können, für richtig«, betont Jacqueline Zich, Bereichsvorstand DEAG Classics. Dass die Regularien in kurzer Zeit nicht gänzlich überarbeitet werden konnten, ist für die DEAG-Managerin nachvollziehbar: »Vielmehr sollte man hervorheben, dass es gelungen ist, diese Veranstaltung auf die Beine zu stellen - mit einem guten Sendeplatz im ZDF.«

Doch längst nicht alle Akteure aus dem Klassikgeschäft sind mit der Entscheidung glücklich: »Wenn man einen neuen Preis mit neuen Regeln schafft, sollte man die Regeln gleich ändern und nicht alte Probleme weiterschleppen «, sagt Andreas Spreer, der das Label Tacet Musikproduktion leitet. »Was wäre ein besserer Zeitpunkt gewesen als jetzt?« »Diese Entscheidung ist und war falsch«, sagt auch Andreas von Imhoff, der das Label Avi - Service for music betreibt. »Denn so heißt es lediglich 'Alter Hut' oder 'des Kaisers neue Kleider'. Man hätte sich Zeit nehmen sollen, das Ganze mit allen zu beraten und einen sauberen Award wie Gramophone Award oder Diapason auszurichten und einzuführen.«

»Der Klassikpreis war schon immer eine eigenständige Veranstaltung mit eigenen Regeln und hatte mit dem Echo-Pop im Wesentlichen nur den Namen gemein«, erläutert hingegen Frank Briegmann, President & CEO Universal Music Central Europe und Deutsche Grammophon. »Daher kann ich nachvollziehen, dass sich die Organisatoren dazu entschlossen haben, hier für Kontinuität zu sorgen. Ich freue mich, dass die Resonanz aus der Klassikbranche auf den Opus Klassik so positiv ist.«

»Es ist bemerkenswert, dass es dem Verein zur Förderung der Klassischen Musik gelungen ist, in der kurzen Zeit den Nachfolgepreis für den Echo Klassik auf die Beine zu stellen«, sagt Stephanie Haase, Director Classics Warner Music Germany. »Klasse ist, dass wir da alle an einem Strang ziehen - damit meine ich hier sowohl Labels als auch Veranstalter und eine Vertreterin aus dem Verlagswesen. Das zeigt doch, wie wichtig es ist, weiterhin einen Klassikpreis mit einem starkem Partner, nämlich dem ZDF, zu feiern.«

»Das wichtigste war in diesem Jahr die Sicherung der Durchführung eines Nachfolgepreises zum Echo Klassik, der ohne eigenes Verschulden eingestellt werden musste«, streicht Michael Brüggemann heraus, Vice President Sony Classical & Jazz Germany. Der Echo Klassik sei ein Preis gewesen, »um den wir außerhalb Deutschlands beneidet wurden mit einer einzigartigen TV-Präsenz, die es sonst so nirgendwo gibt.«

Was außerderm Matthias Lutzweiler, Geschäftsführer Naxos Deutschland, Hannes Kraus, Hauptabteilungsleiter Musik/Film bei Dussmann das KulturKaufhaus. Manfred Görgen, der neben seiner Funktion als General Manager des Labels MDG auch Geschäftsführer der CLASS Association of Classical Independents ist, Thiemo Brüll, der bei Ludwig Beck als Leiter Einkauf, Verkauf & Bühne Musik fungiert, Marcus-Johannes Heinz, Geschäftsführer von Aktiv Musik Marketing, Günter Hänssler von Profil Medien und Clemens Trautmann, President Deutsche Grammophon den Neustart beim Opus Klassik beurteilen und welche Wünsche sie für die weitere Entwicklung des Klassikpreises haben, lesen Abonnenten in MusikWoche, Heft 41/2018, im E-Paper oder hier.