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Opus Klassik soll 2019 ein neues Gesicht erhalten

Der Verein zur Förderung der Klassischen Musik übernimmt mit dem Opus Klassik die Regie beim deutschen Musikpreis für die Klassikszene. Als Vorsitzender erläutert Burkhard Glashoff, wie viel vom alten Echo Klassik noch im Opus Klassik nachhallt, und was sich für 2019 ändern soll.

12.10.2018 10:57 • von Jonas Kiß
Sieht auch jenseits der Tonträgerindustrie großes Interesse am Opus Klassik: Burkhard Glashoff (Bild: Musikwoche)

Der Verein zur Förderung der Klassischen Musik übernimmt mit dem Opus Klassik die Regie beim deutschen Musikpreis für die Klassikszene. Kurz vor der Premiere am 14. Oktober 2018 im Konzerthaus Berlin erläutert der aus dem Konzertgeschäft kommende Verbandsvorsitzende Burkhard Glashoff, wie viel vom alten Echo Klassik noch im Opus Klassik nachhallt, und was sich für 2019 ändern soll.

"Die Klassik darf nicht zu einem Kollateralschaden des Echo-Skandals werden", sagt Burkhard Glashoff im Gespräch mit MusikWoche. Schließlich hatten die Klassikkünstler mit dem Echo-Skandal aus dem Frühjahr 2018 an sich nichts zu tun. "Wir hätten es deshalb als falsch empfunden, wenn die klassischen Musiker, die diese Plattform ganz besonders brauchen, zum Leidtragenden der Entwicklung geworden wären." Diese Situation gab laut Glashoff mit den Anstoß zur Gründung des Vereins zur Förderung der Klassischen Musik: "Das hat die Kollegen aus den Plattenfirmen dazu bewogen, auf uns zuzugehen mit der Frage, ob wir daran interessiert wären, einen neuen klassischen Musikpreis zu entwickeln und gemeinsam auf eine breitere Basis zu stellen, als sie der Echo Klassik hatte. Der Echo Klassik war schließlich ein reiner Tonträgerpreis, aber ein neuer Klassikpreis braucht eine breitere Basis, sonst hat er keine Zukunft."

Man habe sich allerdings darauf verständigt, beim Neustart in zwei Schritten vorzugehen. Denn hätte man 2018 ausgesetzt, wäre damit auch der Sendeplatz im ZDF verloren gewesen. "Deshalb haben wir uns entschieden, auch 2018 diesen Preis als Opus Klassik zu verleihen, mussten aber aufgrund der Kürze der Zeit auf die Einreichungen für den Echo Klassik und auch auf die Entscheidungen der Fachjury zurückgreifen, die zu dieser Zeit bereits getagt hatte."

Ein Problem sieht Glashoff darin nicht: "Wir haben uns die Einreichungen genau angeschaut und ebenso die Entscheidungen der Fachjury. Dabei habe ich für mich festgestellt, dass ich hinter jeder einzelnen Entscheidung und hinter jedem einzelnen Künstler einen Haken setzen und mich damit zu 100 Prozent identifizieren kann." Auch deshalb werde der Opus Klassik 2018 tatsächlich viele Elemente des Echo Klassik enthalten:

"Das wollen wir nicht schönreden oder etwas anderes behaupten. Ich verwehre mich aber dagegen, wenn uns das als Vorwurf entgegengebracht wird. Denn parallel arbeiten wir daran, dem Preis 2019 ein neues Gesicht zu geben."

So denke man zum Beispiel über Preise in Kategorien nach, die über den Bereich Tonträger hinausgehen: "Wir planen eine Auszeichnung für innovative Konzertformate, das wäre im Prinzip ein Veranstalterpreis. Wir denken aber auch in die Richtung Komposition und Komponisten, so dass man auch Werke auszeichnen kann, und wir denken als drittes Element auch in Richtung der Musikvermittlung." Das alles wäre bis zum 14. Oktober nicht umzusetzen gewesen, betont Glashoff. "Deshalb haben wir uns entschieden, den Opus Klassik in diesem Jahr aufgrund der Einreichungen und der ganz hervorragenden Künstler, die hier mit Preisen bedacht werden, so zu belassen."

Was Burkhard Glashoff außerdem zu Neustart sagt, zu möglichen Austragungsorten, zur Zusammenarbeit mit dem ZDF und weiteren Partnern, zur Rolle der Konzertveranstalter im neu formierten Verein, zur Finanzierung der Gala, zum Kreis der Mitglieder und Unterstützer des neuen Preises oder zu den Reaktionen der Musikwirtschaft auf den Opus Klassik lesen Abonnenten in MusikWoche, Heft 41/2018, im E-Paper oder hier.