Unternehmen

Dirk Baur drückt bei Marketing Labs auf die Tube

05.10.2018 09:40 • von Jonas Kiß
Dirk Baur: »Wir müssen schneller werden.« (Bild: Julia Schoierer)

Schließlich hat Baur zwischenzeitlich den Posten an der Spitze der internationalen Repertoiredivision eingetauscht gegen die Leitung der Abteilung Marketing Labs, als deren President er nun fungiert. In dieser neu formierten Division bündelt Universal Music unter anderem seine Aktivitäten im Bereich der digitalen Vermarktung; Marketing Labs arbeitet dabei eng mit den Repertoiredivisionen im Bereich Domestic und International zusammen. Er sei »froh und stolz«, die Arbeit des Marketing Labs vorstellen zu können, sagte Baur. Der Markt verändere sich, das sei eine Herausforderung für alle. Auch bei Universal Music müsse man sein Versprechen, ein Partner der Künstler und Verbraucher zu sein, deshalb stets anpassen und neu definieren: »Die Schlüsselfaktoren für unseren gemeinsamen Erfolg entwickeln sich so rasant, dass es Zeit wurde, etwas zu verändern.« Dabei sei es darum gegangen, aus sich selbst heraus zu etwas Größerem und Besserem zu werden. »Wir müssen schneller werden«, stellte Baur fest. »Das ist ein entscheidendes Erfolgskriterium.« Auch der Markt bringe ständig neue Kanäle, Plattformen oder Werbeformen hervor, mit denen sich die Mitarbeiter der Marketing Labs befassen: »Einige davon haben Bestand, andere sind schneller wieder weg, als sie gekommen sind.« Aufgrund seiner Größe als Marktführer verfüge Universal Music zum Beispiel im Bereich der Datenanalyse über eine Basis, um wertvolle Einblicke in verschiedene Bereiche des Markts zu ermöglichen. Ziel der Abteilung sei es, in Zusammenarbeit mit den Labels neuartige Kampagnen und die dafür nötigen Tools zu entwickeln - von der Idee bis zur Durchführung. Zudem gehe es darum, Kampagnen zu begleiten und mit den beobachteten Ergebnissen neu zu justieren. »Mehr Kreativität ist eine zentrale Aufgabe, die wir in den Marketing Labs lösen wollen.«

Nähe zum Nutzerals zentral Aufgabe

Dabei richte sich die in den Marketing Labs geleistete Arbeit an eine sich in ihrer Mediennutzung stetig weiter fragmentierende Zielgruppe: »Man kann den Nutzer heute nicht mehr mit der großen Kanone erreichen «, sagte Baur. Deshalb stelle man den Verbraucher ins Zentrum der Überlegungen, entwickele CRM-Strategien und Tools für eine zielgruppengerechte Ansprache. Daneben gehe es aber auch um den Aufbau von Marken und Kanälen wie Digster Pop oder Ich find Schlager toll. »Alles große Brands und Marken, die wir aufbauen und mit Content bespielen, um sie aktuell und vor allem relevant zu halten.« Die Aufgabe von Marketing Labs sei es somit, Nähe zum Nutzer zu schaffen: »Wir wollen den Konsumenten verstehen und ihn punktgenau und schnell mit unseren Botschaften erreichen. So entsteht eine vertrauensvolle Beziehung.« Die wiederum werde angesichts der zunehmenden Fragmentierung »künftig für den Erfolg in all unseren Geschäftsbereichen essentiell«. Denn: »Wir alle wissen, dass es mit einer Veröffentlichung heute nicht mehr getan ist.« Vielmehr müsse man Konsum fortlaufend neu stimulieren. »Wir müssen Geschichten erzählen, unterhalten und Musik neu erlebbar machen.« Das alles gehe aber nur durch kollaboratives Handeln. Oft werde derzeit die Frage an ihn herangetragen, wann denn die neue Abteilung fertig sei, sagte Dirk Baur abschließend - und lieferte seine überraschende Antwort gleich mit: »Marketing Labs ist bestenfalls nie fertig, das ist die Idee.«