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Erstmals zwei Anchor Awards vergeben

Weil die Jury um den Produzenten Tony Visconti sich nicht auf einen Gewinner bei den dritten Anchor Awards einigen konnte, ging der Preis bei einer glamourösen Verleihung am 22. September an die beiden belgischen Acts Tamino und Faces On TV.

24.09.2018 12:43 • von Dietmar Schwenger
Sangen bei den Anchor Awards 2018 den Hit der 4 Non Blondes, "What's Up" (von links): Linda Perry, Skye Edwards (Morcheeba) und Cassandra Steen (Bild: Reeperbahn Festival)

Weil die Jury um den Produzenten Tony Visconti sich nicht auf einen Gewinner bei den dritten Anchor Awards einigen konnte, ging der Preis bei einer glamourösen Verleihung am 22. September 2018 im St. Pauli Theater erstmals an zwei Künstler, die beiden belgischen Acts Tamino und Faces On TV.

Der internationale Musikpreis des Reeperbahn Festivals wurde bereits zum dritten Mal vergeben. Erstmals trugen Mitglieder der Jury live auf der Bühne aktiv zum Musikprogramm der Veranstaltung bei. Linda Perry, Cassandra Steen und Skye Edwards spielten gemeinsam mit dem Kaiser Quartett "What's Up", einen Hit von Perrys ehemaliger Band 4 Non Blondes.

Vor der unterhaltsamen und professionell produzierten Verleihung ging bereits ein Empfang im St. Pauli Theater über die Bühne, wo dann auch die Aftershowparty stattfand.

Zu den Höhepunkten der Preisverleihung gehörte eine engagierte Rede von Carsten Brosda. Der Senator der Hamburger Behörde für Kultur und Medien betonte die Rolle von Musik im Kampf für Toleranz und Respekt. Und auch Klaus Voormann, dessen graphisches Werk eine Kunstausstellung im Arts-Bereich des Reeperbahn Festivals würdigte, trat bei der Verleihung auf und erzählte, wie es 1966 zu seiner bahnbrechenden Arbeit für das Cover des Beatles-Albums "Revolver" kam.

Einspieler mit Fragen zu Leben und Werk der Jury-Mitglieder sowie kleine Filme zu den acht nominierten Acts lockerten das Programm der Gala auf. Tony Visconti erzählte zudem von seiner Arbeit mit David Bowie und mahnte auch bei den beiden Siegern des Anchor Awards an, dass sie noch ihr Songwriting verbessern müssten, da die Stücke in seinen Ohren mit zu vielen Wiederholungen arbeiten würden.

Linda Perry indes sprach gleich einer ganzen Generation von jungen Künstlern in Gewissen, als sie die Einstellung von Newcomern kritisierte, die glaubten, dass es reiche, wenn man ein paar Songs auf eine Videoplattform stelle und dann auf eine Entdeckung warte. "Dabei übersehen sie, dass das, was ein Künstler auch heute noch machen muss, vor allem eins ist: Arbeit."