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Uli Roth propagiert Neustart mit Live Act Music

Der ehemalige Handball-Nationalspieler Uli Roth war mit seiner Firma Live Act Music gut 20 Jahre als Management- und Konzertagentur für Pur zuständig. Im Interview mit MusikWoche erläutert er die Gründe für die Trennung von der Band und die künftige Ausrichtung des Unternehmens.

12.09.2018 16:01 • von Frank Medwedeff
Setzt nach wie vor auf das Live-Business als das Kerngeschäft seiner Firma: Uli Roth (Bild: Live Act Music)

Der ehemalige Handball-Nationalspieler Uli Roth|U war mit seiner Firma Live Act Music gut 20 Jahre als Management- und Konzertagentur für Pur zuständig. Im Interview mit MusikWoche erläutert er die Gründe für die Trennung von der Band und die künftige Ausrichtung des Unternehmens.

Wie kam es 2017 zur Beendigung der Zusammenarbeit mit Pur?

Künstlermanagement bedeutet, rund um die Uhr erreichbar zu sein und sein komplettes Herzblut in den Künstler zu legen. Die Beziehung, die daraus zwischen Manager und dem Künstler entsteht, ist daher sehr intensiv, emotional und auch impulsiv. Gut zu vergleichen mit einer »eheähnlichen« Verbindung. Wenn diese Beziehung nicht mehr richtig funktioniert, spüren das die Partner, und eine Entscheidung muss getroffen werden. Wir haben es geschafft, uns zum richtigen Zeitpunkt zu trennen, und es war der richtige Weg. Ich hatte über 20 fantastische Jahre mit Pur, aber der Zeitpunkt für einen Neustart war gekommen.

Seit wann genau ist Live Act Music nicht mehr für Pur tätig, und wie haben Sie die Reaktionen auf den jüngsten Kampagnenstart der Band erlebt?

Seit Oktober 2017 gehen wir getrennte Wege, und seit diesem Zeitpunkt zeichneten wir auch nicht mehr für Aktivitäten der Band verantwortlich. Die Reaktionen auf die höheren Ticketpreise und Marketingaktionen des vergangenen Jahres haben wir in der Branche natürlich mitbekommen, aber wie gesagt, waren wir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Verantwortung.

Was waren für Sie die Highlights aus der gemeinsamen Zeit?

Zu den unvergesslichen Momenten zählt selbstverständlich die Installation der einzigartigen Konzerte auf Schalke mit bis zu 70.000 Besuchern. Diese Eindrücke vergisst man nie. Besonders in Erinnerung ist mir die klassische Variante der Show mit einem 40-köpfigen Symphonieorchester. Die Einführung der Mittelbühne im Jahr 2000 sorgte mit für die besondere Atmosphäre der Mega-Events und Tourneen. Wir haben es geschafft, die Band nach dem großen Erfolg von »Abenteuerland« über zwei Jahrzehnte sowohl im Livebereich als auch hinsichtlich der Albumverkäufe an der Spitze des deutschen Marktes zu halten. Der allseits bekannte »Party- Hitmix« war hilfreich, da gerade das jüngere Publikum eine dauerhafte Verbindung zur Band hatte.

Inwiefern haben sich Ausrichtung und Struktur von Live Act durch die Trennung von Pur verändert?

Eigentlich gar nicht. Wir sind unserer Philosophie und Lebenseinstellung beruflich wie privat immer treu geblieben, und das spielte bei der Trennung auch eine wichtige Rolle. Wenn sich die Ansichten zu weit unterscheiden, fehlt einfach die Basis.

Wie geht es mit Live Act weiter?

Nach dem Trennungs-Prozedere mussten wir erstmal kurz durchatmen und uns neu strukturieren, und dafür benötigt es ein wenig Zeit. Mittlerweile steht unsere Ausrichtung jedoch fest, und unser Kerngeschäft ist nach wie vor das Live-Business. Unser Leistungsspektrum umfasst Tourneen, Einzelshows, Firmenevents und Veranstaltungen jeglicher Art. Wir sehen uns auch nicht als klassische Signing-Agentur mit vielen Künstlern, sondern eher als exklusive Management-Agentur mit einem äußerst intensiven Kontakt zu unseren Acts und Projekten. Die Künstler müssen auch wirklich zu uns passen, damit eine erfolgreiche Zusammenarbeit entstehen kann.

Das vollständige Interview lesen Abonnenten in MusikWoche Heft 37/2018, im dazu gehörigen Livepaper oder hier.